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Bewerbersuche in Polen und Tschechien

Von: Der Kapitalist (no@mail.invalid) [Profil]
Datum: 08.06.2010 22:42
Message-ID: <4c0eab1f$0$27669$c3e8da3@news.astraweb.com>
Newsgroup: de.talk.tagesgeschehen
Wenn sich in Deutschland keine Lehrlinge finden, sucht das Handwerk seinen
Nachwuchs eben im Ausland. Die neuen Fachkräfte sollen aus dem Osten kommen.

Die Ausbildungsplätze sind da, nur die Bewerber fehlen. Das Deutsche Handwerk
sucht sich seinen Nachwuchs deshalb jetzt in Polen und Tschechien. Grund ist ein
Bewerbermangel in Ostdeutschland, wo 2009 rund 1400 Lehrstellen unbesetzt
blieben.

Dieses Jahr soll die Zahl nach dem Willen des Zentralverbands des Deutschen
Handwerks zumindest unter die 1000er-Marke gedrückt werden. "Wir müssen uns
im
Osten öffnen", sagte Verbands-Präsident Otto Kentzler in Dresden. Von Mai
2011
an ist mit der sogenannten Arbeitnehmerfreizügigkeit auch die Ausbildung von
Jugendlichen aus EU-Beitrittsländern in Deutschland möglich. Bulgarien und
Rumänien sind davon zunächst ausgenommen.

In Ostdeutschland drohe ein Fachkräftemangel, warnte Kentzler. Die Betriebe
müssten über die Grenzen hinweg schauen. Er nannte den Kammerbezirk Cottbus als
Beispiel - dort soll 2011 ein Intensivkurs polnische Jugendliche auf eine
Berufsausbildung im deutschen Handwerk vorbereiten. Allerdings gebe es keine
gezielte Kampagne für eine deutsche Ausbildung. Entsprechende Werbeplakate
würden in Polen Unruhe erzeugen, sagte Kentzler. "Wir wollen nur ein Signal
geben, dass wir offen sind."

Deutschen Betrieben müsse auch klar sein, dass die Auszubildenden nach ihrem
Abschluss möglicherweise wieder in ihre Heimat gingen. Claus Dittrich, Präsident
der Handwerkskammer Dresden, nannte als Vorteil, dass Jugendliche bei einer
Lehre in Deutschland natürlich Deutsch lernten - sie könnten als zweisprachige
Fachkräfte im Grenzgebiet Geschäfte anbahnen.

http://www.sueddeutsche.de/karriere/deutsches-handwerk-bewerbersuche-in-polen-und-tschechi
en-1.955539

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