Ueberwachung und Zensur nicht erst seit heute
Von: Michael Mueller (micmul@gmx.de) [Profil]
Datum: 29.06.2009 23:55
Message-ID: <h2bd6m$f2v$1@online.de>
Newsgroup: de.soc.zensur
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Newsgroup: de.soc.zensur
Einige Wissenschaftler haben offenbar in den Kellern westdeutscher Nachkriegsgeschichte gebuddelt und einige dicke Überwachungs- und Zensurleichen aus den 50er- und 60er-Jahren ausgegraben: http://www.badische-zeitung.de/deutschland-1/in-den-wolf-hinein--16418733.html ^ Nicht gerade ein Linkes Kampfblatt[tm], btw. Kurze Zusammenfassung: Es fand praktisch flächendeckende Telefon- und Postüberwachung statt, und nicht nur das: Postsendungen, welche politisch nicht genehm waren (vornehmlich aus der DDR), wurden einfach vernichtet - wenn also Postsendungen aus der DDR nicht ankamen, dann war's oft nicht die Stasi-Ost. Beeindruckend ist, welcher Aufwand getrieben wurde: | "Ein 200-doppeladriges Kabel mit Bleimantel wird zwischen dem | Hauptverteiler des neuen Wählamts und dem Abhörraum des technischen | Überwachungsdienstes gelegt." [..] | allein zwischen 1960 und 1967 wurden 42,1 Millionen Postsendungen an | die Amerikaner ausgehändigt [..] | In der britischen Überwachungsstelle in Düsseldorf waren 90 Leute | beschäftigt. [..] | Nachweislich wurden in 19 Post- und Fernmeldeämtern von Bremen bis | München alliierte Zensur- und Überwachungsstellen eingerichtet, Da wurde also *richtig* geklotzt, und stinkt mE lässig gegen die DDR-Stasi an. Die rechtliche Grundlage? Zum einen Besatzungsrecht und das damalige westdeutsche politische Strafrecht (welches DDR-Vergleichen problemlos standhält), zum andern war's schlicht illegal, aber hey, es war ja der Kampf gegen Ost-Böse... mm -- $CensoredSignature[ Auf dieses Posting antworten ]
Antworten
- Klaus-Holger Trappe (30.06.2009 09:32)
- Michael Müller (10.07.2009 20:00)
- Andreas Balic (23.07.2009 11:29)
