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Re: [Heise] Telepolis-Forumsteilnehmer muss sich vor Gericht verantworten

Von: Bodo Thiesen (bothie@gmx.de) [Profil]
Datum: 23.02.2003 03:46
Message-ID: <b39clv$unu$1@bodo-thiesen-server.dyndns.org>
Newsgroup: de.soc.zensur
Herbert Huber schrieb:

> On Sat, 22 Feb 2003 15:51:24 +0100, Bodo Thiesen <bothie@gmx.de>
> wrote:
>
>>Herbert Huber schrieb:
>>
>>> On Fri, 21 Feb 2003 21:25:58 +0100, Bodo Thiesen <bothie@gmx.de>
>>> wrote:
>>
>
>>>>Es gibt immer irgendwelche Spinner, die Unsinn erzählen. Ich bin
auch
>>>>nicht der Meinung, Deutschland hätte Polen
"überfallen"
>>> ??? Wer hat dann Polen überfallen?
>>
>>Das würde ich auch mal gerne wissen.
>>
>>Ich weiß, daß Deutschland Polen angegriffen hat. Aber Angriff !=
Überfall,
>>schau mal im Lexikon nach. ;-)
> Habe ich gemacht und zitiere nur den Anfang:
>
> deutscher Überfall auf Polen 1939

Du solltest nicht "Überfall auf Polen" sondern "Überfall"
nachschlagen.
Dito für Angriff.

>  Seit der im Versailler Vertrag festgelegten Grenzregelung zwischen
> Polen und Deutschland war das Verhältnis der beiden Nachbarn ständig
> gespannt. Keine Regierung der Weimarer Republik war bereit gewesen,
> die neuen Ostgrenzen anzuerkennen. Hitler dagegen überraschte ein Jahr
> nach der Machtübertragung die Öffentlichkeit mit dem Abschluss des
> deutsch-polnischen Nichtangriffspaktes (26. Januar 1934). Er
> beabsichtigte, mit diesem Vertrag seine Friedensbereitschaft zu
> beweisen und das polnische Bündnis mit Frankreich zu lockern.
> Deutschlands weitgehende außenpolitische Isolierung war damit
> durchbrochen worden. ....
> (c) Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, 1999

Es hören manche Leute nicht gern. Aber Hitler wollte keinen Krieg.
Zumindest nicht mit dem Westen. (Ich glaube aber, generell nicht.)

>>> 1.9. 1939 Das Reich eröffnet um 4 Uhr 45 ohne Kriegserklärung den
>>> krieg gegen polen.
>>
>><ZITAT>
>>So gilt denn heute in der Sprachregelung der Publizisten und Politiker das
>>Geschehen vom 1.9.1939 als der deutsche Überfall auf Polen. Unter einem
>>Überfall versteht man eine arglistige Gewaltaktion gegen einen ebenso
>>unvorbereiteten wie unschuldigen Nachbarn. [...] Jedem Gegner, der gar als
>>Sieger [gemeint sind die Alliierten] aus einem solchen Konflikt
>>hervorgegangen ist, kann man es nicht verübeln, wenn er nachträglich
die
>>historischen Entwicklungen zu seinem Gunsten interpretiert oder gar
>>umfälscht. Doch einmalig in der Weltgeschichte ist, daß auch die
Politiker
>>und die allermeisten Publizisten der besiegten Nation sich auf die Seite
>>der Sieger stellen, und diese in ihrer selbstgerechten
>>Geschichtsdarstellung noch überbieten. [...]
>>        Tatsächlich wurde hiernach eine sehr aktive diplomatische
>>        Offensive
>>eingeleitet, an der sich nicht nur das Auswärtige Amt beteiligte.
Göring
>>schaltete den schwedischen Industriellen Dahlerus ein, und ebenso
>>beteiligte sich der Leiter des deutschen Nachrichtendienstes in London,
>>Fritz Hesse, welcher als Nichtparteigenossen Ansehen genoß, an diesen
>>Aktionen. Hitler unterbreitete England am 25.8.1939 ein großzügiges
>>Angebot, in dem er den Bestand des britischen Weltreiches garantierte. Der
>>britische Berlinbotschafter Henderson überbrachte voller Hoffnung dieses
>>Angebot seiner Regierung, wurde aber unverständlicherweise drei Tage in
>>London zurrückgehalten. Als erste Reaktion hierauf erweiterte London die
>>Garantie an Polen auch für den Fall einer indirekten Bedrohung. Henderson
>>kehrte am Abend des 28.8. mit einer Antwort nach Berlin zurrück. In dieser
>>Antwort stellte London eine Verhandlungsbereitschaft Polens in Aussicht.
>>        Hitler übermittelte unverzüglich die Verhandlungsangebote mit
>>        Polen
>>nach London; London empfahl hierüber direkt mit Polen zu verhandeln. Polen
>>hatte jedoch nach erhalt der erweiterten britischen Garantie am 29. August
>>die Generalmobilmachung angeordnet. Nach einer Völkerrechtsdiskussion von
>>1892 ist eine Generalmobilmachung einer Kriegserklärung gleichzusetzen.
>>[...]
>></ZITAT>
>>
>>Quelle:
>>
>>Verlag: Grabert
>>Titel:  Hinter den Kulissen der Politik - Was die Deutschen nicht wissen
>>        sollen
>>Autor:  Hand Werner Woltersdorf

s/Hand/Hans/g

>>ISBN:   3-87847-167-X
> Na ja (ohne das ich jetzt alles oben gelesen hätte), der Grabert ist
> ein bekannter Nazi.

Wurde er rechtskräftig als Nazi verurteilt? Wenn nein, wäre ich mit
solchen Aussagen (Verleumdung, üble Nachrede) vorsichtig.

> Oder täusche ich mich?

Also weißt Du es nicht. Wie gesagt sei vorsichtig mit solchen Behauptungen.

Hint: Das Buch wurde nicht von Grabert geschrieben. Grabert ist der Verlag.
Hans Werner Woltersdort ist der Autor.

> Vergleiche dagegen mein
> Zitat aus dem brockhaus (s.o.)
> deutscher Überfall auf Polen 1939
> (c) Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, 1999

Ich glaube schon, daß das da drin steht. Aber der Blockhaus wird sicherlich
nicht durch korrekte geschichtliche Darstellungen gefahr laufen wollen, in
die Nazi-Ecke gestellt zu werden. Lieber blasen diese dann mit der
Regierung und der Umerziehung ins gleiche Horn.

> und dazu
> Deutscher Überfall auf die Sowjetunion 1941

Oh, jetzt wurde also die Sowjetunion inzwischen auch überfallen. Seit wann
eigentlich das? Das muß doch noch ziemlich neu sein.

>  Im Frühjahr 1941 waren Hitlers Pläne gescheitert, Großbritannien
> ähnlich schnell wie Frankreich zu besiegen; der Luftkrieg über England
> musste beendet werden. Nachdem Verhandlungen über einen Beitritt der
> Sowjetunion zum Dreimächtepakt im November 1940 ergebnislos verlaufen
> waren, gab Hitler Ende Dezember konkrete Weisungen an das Oberkommando
> der Wehrmacht, den Feldzug gegen die UdSSR unter dem Decknamen »Fall
> Barbarossa« für das Frühjahr 1941 vorzubereiten.
> (c) Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, 1999

Beide Zitate geben keine Auskunft darüber, ob diese beiden Staaten Aktionen
durchgeführt haben, die wie eine Kriegserklärung aufzufassen sind.

Ich empfehle dringenst das Lesen von nicht-Main-Stream-Literatur (man muß
ja nicht gleich alles glauben, was drin steht...). Diese ist meißt
wesentlich toleranter gegenüber unterschiedlichen Meinungen.

Gruß, Bodo




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