Wer kanns mir erklären?
Von: Mueding (mueding@web.de) [Profil]
Datum: 25.05.2008 20:38
Message-ID: <1h5t0a4ocgraq$.cv8pev2705j0$.dlg@40tude.net>
Newsgroup: de.soc.wirtschaft de.soc.politik.misc
Datum: 25.05.2008 20:38
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In Deutschland gibt soll es inzwischen ca. 1,8 Millionen offene Stellen und zum ersten Mal angeblich sogar einen "Lehrlingsmangel" geben. Offiziell heiÃt es dazu, daà trotz Hartz IV 85 Prozent der Arbeitslosen den Wohnort nicht wechseln wollen, 77 Prozent keinen niedrigeren Verdienst und 59 Prozent keine ungünstigeren Arbeitszeiten akzeptieren wollen. Wie geht das mit dem geltenden und von den Job-Centern durchzusetzenden Recht zusammen? Für die o.g. HartzIV Empfänger ist grundsätzlich jede Arbeit zumutbar, auch wenn der Lohn für die Arbeit unter dem Tarif- oder ortsüblichen Mindestlohn liegt. Nimmt ein erwerbsfähiger Hilfebedürftiger eine âzumutbareâ Arbeit nicht an, muss er beweisen, dass er dafür einen wichtigen Grund hatte. Gelingt ihm dies nicht, dann wird in einer ersten Stufe die Regelleistung um 30 % gekürzt und der Zuschlag entfällt. Weitere Kürzungen bis zum Wegfall der Leistung sind bei erneuten âFehlverhaltenâ möglich. Der Wegfall oder die Kürzung der Leistung dauert drei Monate. Ein Anspruch auf Sozialhilfe während dieser Zeit ist ausdrücklich ausgeschlossen. Genau heiÃt es im Sozialgesetzbuch Zweites Buch zur Grundsicherung für Arbeitsuchende im § 10 zur Zumutbarkeit: (1) Dem erwerbsfähigen Hilfebedürftigen ist jede Arbeit zumutbar, es sei denn, dass 1. er zu der bestimmten Arbeit körperlich, geistig oder seelisch nicht in der Lage ist, 2. die Ausübung der Arbeit ihm die künftige Ausübung seiner bisherigen überwiegenden Arbeit wesentlich erschweren würde, weil die bisherige Tätigkeit besondere körperliche Anforderungen stellt, 3. die Ausübung der Arbeit die Erziehung seines Kindes oder des Kindes seines Partners gefährden würde; die Erziehung eines Kindes, das das dritte Lebensjahr vollendet hat, ist in der Regel nicht gefährdet, soweit seine Betreuung in einer Tageseinrichtung oder in Tagespflege im Sinne der Vorschriften des Achten Buches oder auf sonstige Weise sichergestellt ist; die zuständigen kommunalen Träger sollen darauf hinwirken, dass erwerbsfähigen Erziehenden vorrangig ein Platz zur Tagesbetreuung des Kindes angeboten wird, 4. die Ausübung der Arbeit mit der Pflege eines Angehörigen nicht vereinbar wäre und die Pflege nicht auf andere Weise sichergestellt werden kann, 5. der Ausübung der Arbeit ein sonstiger wichtiger Grund entgegensteht. (2) Eine Arbeit ist nicht allein deshalb unzumutbar, weil 1. sie nicht einer früheren beruflichen Tätigkeit des erwerbsfähigen Hilfebedürftigen entspricht, für die er ausgebildet ist oder die er ausgeübt hat, 2. sie im Hinblick auf die Ausbildung des erwerbsfähigen Hilfebedürftigen als geringerwertig anzusehen ist, 3. der Beschäftigungsort vom Wohnort des erwerbsfähigen Hilfebedürftigen weiter entfernt ist als ein früherer Beschäftigungs- oder Ausbildungsort, 4. die Arbeitsbedingungen ungünstiger sind als bei den bisherigen Beschäftigungen des erwerbsfähigen Hilfebedürftigen. (3) Die Absätze 1 und 2 gelten für die Teilnahme an MaÃnahmen zur Eingliederung in Arbeit entsprechend. Und unter den restriktivem Bedingungen sollte es nicht möglich sein, unter den insgesamt im Januar 2008 aufgeführten 8,1 Mio Leistungsempfänger für ALG1 und ALG2 wenigstens ein paar 100.000 geeignete Personen zur Aufnahme der Arbeit oder zur Qualifikation für die Arbeit zu verpflichten? In dieser Zahl sind zwar auch die Sozialhilfeempfänger und die Aufstocker dabei, aber dafür all diejenigen, die wegen des Einkommens des Partners keine Leistungen erhalten, nicht. Will mir etwa jemand weis machen, daà diese Millionen Menschen, hinter denen ja oft genug auch noch Familien hängen, lieber freiwillig zu Hause rumsitzen, auf Grund der knallharten Leistungskürzungen wegen Arbeitsverweigerung hungern und dursten, als eine Arbeit anzunehmen? Hier werden wir doch alle nach Strich und Faden verarscht oder es werden diejenigen, die sich unberechtigter Weise der Arbeit entziehen nicht nach den geltenden Regeln des Gesetzes behandelt. Dann wäre die aber keine Problem durch Verschulden der Arbeitslosen, sondern die Schuld liegt in jedem Fall klar im Versagen des System des Betreuung und Vermittlung Arbeitsloser. Aber verstehen tu ich´s immer noch nicht, warum man mit über 8 Millionen Leistungsempfänger nicht 1,8 Millionen Arbeitsplätze besetzt bekommt. mueding[ Auf dieses Posting antworten ]
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