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fwd: Der Scientology-Virus

Von: Tilman Hausherr (tilman-usenet@snafu.de) [Profil]
Datum: 03.09.2005 23:35
Message-ID: <tn5kh1pijsenpj2m0b8mn2idss61c77lji@4ax.com>
Newsgroup: de.soc.weltanschauung.scientology
X-No-Archive: Yes

Explosiv Report
Der Scientology-Virus

Xpress - Österreichs Magazin für Musik & Szene
September 2005

Von Niki Löwenstein und Alex Lisetz

INSIDE. Wie Tom Cruise stehen viele Hollywoodstars zur umstrittenen
Kirche. Der Xpress wagte ein Beratungsgespräch.

Wer Scientology nicht mag, kann mich mal." - Tom Cruise, seit 20 Jahren
Mitglied, macht keinen Hehl aus seinem Glauben. Im Gegenteil: Bei seinen
jüngst omnipräsenten Lobliedern auf Scientology war Weghören
unmöglich.
Scientology gibt es aber nicht nur in Hollywood. Der Xpress fragte sich:
Was ist dran an Scientology? Undercover machten wir den Selbsttest in
der Wiener Zentrale.

EMPFANG: FREUNDLICH, ABER KÜHL. Ein paar Stufen führen in die
österreichische "Scientology Kirche". Ein etwa 20-jähriger Bursche
begrüßt uns freundlich, aber zurückhaltend in einem großen, hellen
Raum,
der voll von Scientology-Büchern und -Plakaten ist. Wir erklären ihm,
dass wir gerne mehr über Scientology erfahren würden: "Nach den
ausführlichen medialen Berichten möchten wir uns ein eigenes Bild
machen." Bei einem etwa 45-jährigen Mann, der nach eigenen Angaben
bereits seit 25 Jahren bei Scientology ist, machen wir in der Folge
einen "E-Meter-Test", der Stress messen soll.

Dabei hält man 2 Metalldosen und denkt an Freunde oder Verwandte.
Schlägt die Nadel am angeschlossenen Messgerät aus, verursachen diese
Personen laut seiner Auskunft Stress. Bei unserem Test zuckt die Nadel
permanent, obwohl wir an imaginäre Menschen und entspannende Situationen
denken - Stress pur!

200 FRAGEN ZUM BLICK INS ICH. Danach wird uns empfohlen, einen 200
Fragen umfassenden Test auszufüllen, um mehr über unsere Persönlichkeit
und Fähigkeiten zu erfahren. Kleiner Auszug: "Geraten Sie immer in
Schwierigkeiten?", "Blättern Sie zu Ihrem Vergnügen in
Eisenbahnfahrplänen, Telefonbüchern oder Wörterbüchern?" oder
"Beginnen
Ihre Muskeln zu zucken, wenn etwas Unerwartetes geschieht?" Während wir
die Fragen beantworten, herrscht in den Büros reger Betrieb. Ständig
läutet das Telefon, Gespräche werden auf Deutsch und Englisch geführt,
Menschen betreten immer wieder den Raum, auch Eis schleckende Kinder und
hip gekleidete Jugendliche. Ein Mädchen erzählt uns: ,,Die meisten
Kinder in der Organisation haben über ihre Eltern Kontakt zu Scientology
aufgebaut." Offiziell darf man erst ab 18 Jahren in den Verein eintreten
(Anmerkung: Scientology ist in Österreich keine staatlich anerkannte
religiöse Bekenntnisgemeinschaft). Mitarbeiter bei Scientology
Österreich arbeiten meist ehrenamtlich und verdienen ihren
Lebensunterhalt in Berufen abseits von Scientology.

TESTERGEBNIS: HILFE NÖTIG. Nach 15 Minuten sind unsere Fragebögen fertig
ausgewertet, der Scientology-Mitarbeiter erklärt uns die Testergebnisse
Punkt für Punkt. Laut der Auswertung schätzen wir uns selbst als
"gehemmt, unverantwortlich, kritisch und instabil" ein. Unser
"Berater"
betont immer wieder freundlich, aber mit Nachdruck, dass scientologische
Kurse bei der Beseitigung unserer Probleme helfen könnten.

Abschließend sehen wir uns eine DVD über Scientology an, danach
verabschieden wir uns. Abermals werden uns Bücher und Kurse angeboten,
wir lehnen dankend ab und verlassen das Gebäude, der Weg führt an einer
eingeschlagenen Scheibe in der Fensterfront vorbei.

EIN AUSSTEIGER WARNT. Laut Ex-Scientology-Mitglied und Neo-Buchautor
Wilfried Handl sind diese Tests billiger Mitgliederfang. "Durch diese
Tests werden die Menschen geködert. Sie sind erfunden, konstruiert und
haben keine Aussagekraft. Scientology versteht es meisterhaft, jemanden
zu verunsichern und ihm scheinbare Lösungen anzubieten, auf die man
schlecht Nein sagen kann", erklärt Handl, der Scientology nach 28 Jahren
(!) verlassen hat. "Man zahlt viel Geld für abstruse Kurse, und je mehr
man sich mit Scientology beschäftigt, desto enger schnürt sich das
Korsett."

Ein Scientology-Sprecher auf Anfrage zu diesen Vorwürfen: "Ein wichtiges
Motto bei Scientology ist ,Think for Yourself'. Es gibt so viele Leute,
die Hilfe brauchen und die wir ihnen geben können, der Test dient bloß
zur Orientierung. Die Menschen kommen freiwillig zu uns, wir haben es
gar nicht nötig, irgendwen zu ködern."

Eine konnte dem verlockenden Angebot offenbar widerstehen:
Tom-Cruise-Verlobte Katie Holmes hat sich bis dato nicht als
Scientology-Neuzugang geoutet.


Prominente Scientology-Mitglieder und Sympathisanten: ihre Meinung

Beck
Kommentiert seinen Glauben an Scientology mit den Worten: "It's a
personal thing."

Kirstie Alley
Über 25 Jahre Mitglied. Alley: "Ohne Scientology wäre ich heute schon
tot."

Dustin Hoffman
Beklagte sich über die Ausgrenzung von Scientology in Deutschland.

John Travolta
Lernte Scientology mit 20 kennen und "hatte niemals Zweifel an Struktur
und Grundsätzen".

Ricky Martin
Probierte neben Buddhismus, Judaismus und Katholizismus angeblich auch
Scientology aus

Juliette Lewis
Die Schauspielerin und Sängerin bekämpfte mit Scientology ihre
Drogensucht


7.11.04, Newark
Vertraute: Schon im November des Vorjahres ist Jessica am Set von "Krieg
der Welten" an Tom Cruise' Seite.

17.6.05, Marseille
Dreisamkeit: Selbst bei gemeinsamen Terminen des Paares - hier bei der
Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Tom - ist sie dabei.

12.6., London
Begleiterin: In der Folge taucht Jessica zur "Batman Begins"-Premiere am
roten Teppich an Katie Holmes Seite auf ...

Jessica Rodriguez: Katies Wachhund?
Sie folgt Katie wie ein Schatten. Angeblich, um sie zur Scientologin zu
machen.
Seit ihrer Liebe zu Tom Cruise hat Katie Holmes - wie Fotos zeigen -
eine neue Begleiterin: Jessica Rodriguez. Sie ist bei Interviews dabei
und antwortet auch schon mal für Katie. - Laut "New York Post" bezahlt
Tom Cruise Rodriguez dafür, auf seine Verlobte "aufzupassen" und ihr die
Grundsätze von Scientology näher zu bringen. Nach eigenen Angaben sind
die beiden "beste Freundinnen", und das schon nach ein paar Wochen ...

Interview
,,... dann schnappt die Falle zu"
Aussteiger Handl: Buch über Scientology-Erfahrungen

Xpress: Wie wurdest du Scientology-Mitglied?
Wilfried Handl: Mit 20, 21 durch meine damalige Freundin. Am Anfang
schnuppert man noch, dann schnappt die Falle zu, und man hat keine
Chance mehr, die Stimme seines Herzens zu hören und die Logik seines
Verstandes nachzuvollziehen.
Xpress: Wie viel hast du im Laufe der Jahre für Kurse etc. gezahlt?
Handl: Ich habe ca. 140.000 Euro ausgegeben, am Anfang ist es noch
billig, später werden Kurse teurer!
Xpress: Warum hast du Scientology nach 28 Jahren verlassen?
Handl: Nach meiner Scheidung und Krebserkrankungen war klar, dass ich
austreten will. Das war der erste wichtige Schritt, einfach mal mit der
Scientology-Lüge aufzuhören. Im Nachhinein weiß ich, dass ich
unzurechnungsfähig war.
Xpress: Wie geht es dir nach dem Ausstieg?
Handl: Am schlimmsten ist, dass mir nach meinem Austritt verboten wurde,
meine zwei jüngsten Kinder zu sehen, die bei meiner Exfrau, einer
Scientologin, in Amerika wohnen.

[Bild: Buch
Scientology: Wahn und Wirklichkeit, 28 Jahren in einer Psychosekte]

Mehr Info: Wer Fragen hat, kann unter 0664/553 25 00 selbst mit W. Handl
sprechen.




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