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Das merkwürdige Wesen "Mensch"

Von: wegzeiger (wegzeiger@onlinehome.de) [Profil]
Datum: 09.06.2007 17:49
Message-ID: <f4ei5c$pv2$1@online.de>
Newsgroup: de.soc.weltanschauung.misc
Was sind wir Menschen doch für merkwürdige Geschöpfe geworden!



In Millionen von Jahren entwickelte sich unser Universum zu dem, was es
heute ist. Und es entwickelt sich weiter, denn Stillstand gibt es darin
nicht. Den bisherigen Werdegang können wir in etwa erahnen, seitdem
verschiedene technische Hilfsmittel uns ermöglichen, tiefer in des Universum
zu schauen und andere Galaxien bei ihrem Entstehen zuzusehen. Unvorstellbare
Energien walten dort - und dennoch läuft alles in vorgegebenen Bahnen und
Rhythmen ab.



Irgendwo in diesem Getümmel existiert unsere Erde, die um die Sonne kreist
und einen Mond zum Begleiter hat. Bestimmt gibt es Milliarden gleicher oder
ähnlicher Konstellationen im Universum. Und mit Sicherheit gibt es dort auch
Voraussetzungen für Leben. Vielleicht ist das ein ganz anderes, als wir es
kennen, vielleicht ähnelt es dem unsrigen auch, wer weiß?



Auf dem Planeten, den wir "unsere Erde" nennen, entwickelte sich Leben in
mannigfacher Form. Vom kleinsten, mit bloßem Auge nicht erkennbaren
Lebewesen bis zu mächtig großen - früher gab es noch größere,
als heute.
Wenn man indes die Bäume zum Leben dazuzählt, gibt es auch davon enorm
große, wesentlich größer als wir Menschen.



Im Laufe der Entwicklung entstand der Mensch. Bei diesem entwickelte sich
Intelligenz. Diese ermöglichte es, dass der Mensch sich - entgegen anderer
Lebewesen - bewusst ist. Mehr und mehr entstand eine gewisse Neugier, die
Dinge zu erforschen. Dazu gesellte sich die Erkenntnis, dass die Intelligenz
es ermöglichte, über die anderen Lebewesen zu herrschen. Sicherlich führte
das mit der Zeit zu Exessen, welche die Existenz bedrohten. Seher, die etwas
tiefer in die Welt der Erkenntnisse eindringen konnten, erkannten, dass das
nicht im Sinne der Lebensgemeinschaft aller Geschöpfe sei. Was sie ersehen
hatten, erzählten sie ihren Nachfahren. Weil das aber so einfach nicht zu
beschreiben war, entstanden viele Variationen zu diesen Themen.



Später, als man das Schreiben erfunden hatte, gingen die Seher zu Schreibern
und diktierten ihnen, was sie aus Überlieferungen wussten und auch selber im
Ansatz erkannt hatten. Je nachdem, welchen Wortschatz diese Schreiber
hatten, kam eine mehr oder wenige plausible Erklärung dabei heraus. (Man
braucht ja nur einmal versuchen, Gefühle wie Liebe oder Hass zu beschreiben,
um zu erkennen, dass man sie vollumfassend nicht beschreiben kann). Da die
Menschen sich nur wenig nach dem richteten, was ihnen dargelegt wurde,
schufen später lebende Seher  - aufgrund des ihnen vorher vermittelten
Bildes - Beschreibungen der Wege zurück wieder zum Ursprung. So entstanden
Religionen. Deren Gründer allerdings legten die Inhalte so aus, dass sie
andere Menschen unterdrücken konnten. Bei uns im Christentum dient dazu der
Begriff "Sünde". Er wurde erfunden, um die Menschen in gefällige
Bahnen
lenken zu können.



Es wäre ja mit einer Religion getan gewesen. Aber Fanatiker schufen jeder
seine eigene Religion. Innerhalb dieser Religionen entstanden Leitfäden, die
den Menschen als Grundlage zum Glauben dienten. Jeder fanatische
Religionsgründer schuf so eine Lebensgemeinschaft, die auf Überdauern
getrimmt war. Insbesondere wurden Andersdenkende, also Angehörige anderer
Gemeinschaften, als minderwertig hingestellt. Sie wurden sozusagen zum
Abschuss freigegeben.



Dieses alles geschah in einer Zeitspanne, die im Universum keine Bedeutung
hat. Man kann durchaus davon ausgehen, dass die Entwicklung der Intelligenz
beim Menschen ein Versuch des Universums war, zu sehen, ob das eine mögliche
Existenzform sein kann. Aber dieses Prädikat wird diese Entwicklung wohl
nicht bekommen. Statt die großen Chancen wahrzunehmen, entwickelten die
Menschen mehr und mehr die Eigensucht. Und die führt dazu, dass die Welt
zerstört wird. Wälder werden abgeholzt, Flüsse begradigt usw.. nur um eine
größere Rendite zu erzielen. Es werden immer größere Firmen
gegründet, indem
mehrer kleinere zusammengeworfen werden - und viele arbeitende Menschen
werden in den Wind geschickt, ohne ihre vordem erbrachte Leistung pekuniär
adäquat zu würdigen.



Nein, das Wesen "Mensch" ist nicht existenztauglich im Universum und wird
sang- und klanglos verschwinden. Würmer, Insekten, Pilze und viele Tiere
werden bleiben, denn sie verhalten sich naturgemäß und bleiben dabei
innerhalb ihrer natürlichen Grenzen. Solange sich bei keinem dieser
Erdenbewohner eine Weiterentwicklung gibt hin zu einer ähnlichen Form von
Intelligenz, werden sie alles überdauern.



Obwohl der Mensch also eine sehr beschränkte Anwesenheitsdauer im Universum
haben wird, gebärdet er sich oftmals als Beherrscher dieses winzig kleinen
Teils des Universums. Er möchte alles beherrschen, selbst solche Dinge, die
er niemals beherrschen kann. Der Mensch hat immer noch nicht erkannt, dass
das Fragen z.B. kein Weg zum Fortschritt ist, denn tausend Fragen folgen
einer jeden gelösten. Als der PC erfunden wurde, prophezeite man den
Rückgang des Papierverbrauchs - das ist bis heute eine Prophezeiung
geblieben.



Der Mensch ist wirklich ein komisches Wesen. Er debattiert über
Klinkerlitzchen, ergeht sich in Haarspaltereien über Texte, die in
irgendwelchen Büchern stehen und lässt zu, dass zur gleichen Zeit
Mitmenschen verhungern, obwohl es Nahrung genug für alle gäbe. Jeder Mensch
erkennt nur jene Religion an, in die er hineingeboren wurde. Früher haben
Angehörige der verschiedenen Religionen Andersglaubenden mit Krieg und
Unterwerfung gequält, angeblich um die eigene, "bessere" Religion dorthin
zu
bringen. In Wirklichkeit ging es nur um Ausbeutung und Aneignung deren
Schätze. Und das ist bis heute so.



Was also soll die Haarspalterei, die man in den Foren hier über Bibeltexte,
Glaubensdogmen und dergleichen mehr erleben kann? Gibt es wirklich nichts,
das wichtiger ist? Muss man seine freie Zeit wirklich damit vertun, dass man
andere als Dummköpfe, Dumpfbacke, bescheuert, primitiv und was weiß ich
sonst noch alles hinstellt, nur um selber als das Nonplusultra dastehen zu
können? Wenn man alles, was jetzt aus eigensüchtigen Motiven heraus
geschieht, umkehren könnte hin zu Mitverantwortung für andere und ein Dienen
untereinander, hätte das Wesen Mensch eine Daseinsberechtigung im Universum.
Aber so wird er daraus verschwinden, ohne eine Lücke zu hinterlassen.



Es bleibt die Frage, warum sich so viele Menschen das Leben gegenseitig
schwer machen und negativ eingestellt sind, statt uneigennützig zu handeln.
Letzteres macht das Leben viel lebenswerter, als es jetzt ist.



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