Zeit und Augenblick (aus: F. David Peat - Stein der Weisen - Chaos u. verborgene Weltordnung)
Von: D.Schlenk (detmarschlenk@hotmail.de) [Profil]
Datum: 02.10.2009 13:55
Message-ID: <ha4pro$u6u$1@news.eternal-september.org>
Newsgroup: de.soc.weltanschauung.buddhismus
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Zeit und Augenblick Angesichts eines geheimnisvollen Universums, das einem staendigen Prozess des Werdens und Vergehens unterworfen, stellt sich die Frage: Was geschieht in dem magischen Augenblick, da das Universum aufhoert zu sein? Ein solcher Augenblick liegt voellig ausserhalb der Zeit. Diese hat, wie wir gesehen haben, stets fliessenden Charakter - das Ticken einer Uhr, die Schwingungen eines Quartzkristalls in einer Armbanduhr, die Zyklen von Tag und Nacht, die Abfolge der Jahreszeiten. In der Physik ist die Zeit eine Voraussetzung fuer die Anzahl der unitaeren Transformationen, die stattgefunden haben, und fuer den Grad, in dem sich irgendwelche implizit enthaltenen Elemente im Zuge eines Prozesses entfaltet haben. Aber selbstverstaendlich handelt es sich nicht um einen dieser Prozesse, wenn sich die Struktur des Universums aufloest und mit dem in Beruehrung kommt, was ich mangels eines besseren Ausdrucks (und mit grossem Vorbehalt) seinen s c h o e p f e r i s c h e n U r s p r u n g nennen moechte. An diesem Punkt endet die Zeit. In einer nicht-unitaeren Transformation gibt es keinen Augenblick und keine Zeit, weil die Zeit nur Bedeutung in den Prozessen der manifesten, unitaeren Welt hat; der Nicht-Zustand der Aufloesung (der Welt -eigene Anmerkung) liegt ausserhalb der Zeit. Eine nicht-unitaere Transformation bedeutet also fuer das Universum, dass es die Zeit verlaesst und keinerlei Existenz mehr im Reich des Bekannten und Gewussten hat. Nach dieser Transformation kristallisiert sich die Welt erneut heraus und tritt abermals in das Reich der Zeit ein. Wie die Mystiker frueherer Zeit sehr genau wussten, liegt die materielle Existenz in der Zeit, ihre Wurzeln aber sind anderswo zu suchen. Man kann sich eine nicht-unitaere Transformation vielleicht auch als Prozess vorstellen, in dessen Verlauf die Gegenwart in die Zukunft bewegt wird. Richtiger waere die Feststellung, dass diese Transformation ein ewiges, aber stets wechselndes Jetzt hervorbringt. Wir existieren in der Gegenwart, und diese Gegenwart loest sich staendig auf, um sich erneut zu bilden. Die Zeit ist kein Fluss mehr, sondern ein lebhaft sprudelndes Wasser von ewiger Frische. Das Dasein besteht aus lauter Trittsteinen der Zeit. Jede Insel heisst "Gegenwart" und liegt in einem Meer jenseits aller Zeit und Struktur. Ein nicht unitaeres Universum verlangt ein vollkommen neues Zeitverstaendnis, eines, das in einem tieferen Zusammenhang mit unserer unmittelbaren Erfahrung steht, denn wir reisen in unserem Leben nicht nur durch die Zeit, sondern halten uns in einem ewigen, aber stets wechselnden Jetzt auf. Unsere Erfahrung ist immer unmittelbar und direkt. Beispielsweise haben wir nie das Gefuehl, wir muessten uns anstrengen, um uns durch die Zeit zu bewegen, so wie wir Muehe aufwenden muessen, um Ortsveraenderungen im Raum vorzunehmen. Ganz gleich, was wir in der Gegenwart tun, das Morgen wird stets kommen, nicht frueher und nicht spaeter. Die Existenz gehoert zu dem Intervall zwischen den Transformationen, da die Transformation selbst uns aus der Zeit hinausfuehrt. Es gibt kein zeitliches Intervall, keine zeitliche Luecke zwischen einem "Jetzt" und dem naechsten (Jetzt). Die zeitlichen Augenblicke sind wie die Steine eines alten Gebaeudes, die so eng gefuegt sind, dass zwischen ihnen kein Raum mehr bleibt. Nichts ist zwischen einem zeitlichen Augenblick und dem naechsten, denn alles, was existiert, befindet sich im Bereich der Zeit, und nicht-unitaere Prozesse fuehren uns aus diesem Bereich hinaus. Das Pulsieren des Universums umfasst also Augenblicke, die einerseits unendlich dicht gefuegt, andererseits durch keine unitaere Transformation zu ueberbruecken sind.[ Auf dieses Posting antworten ]
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- Monkey Mind (02.10.2009 14:39)
- D. Schlenk (02.10.2009 17:20)
- D. Schlenk (02.10.2009 18:08)
- Monkey Mind (04.10.2009 21:43)
- D. Schlenk (04.10.2009 22:54)
