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Gedankensplitter

Von: Mathias Grewin (mathias.grewin@gmx.de) [Profil]
Datum: 25.10.2009 11:03
Message-ID: <7kii3pF37jlp6U1@mid.individual.net>
Newsgroup: de.soc.weltanschauung.buddhismus
Freimann schrieb:

> Gedanken, Geist, besitzt die faehigkeit nicht in einem
> Schwerefeld Gewicht anzunehmen - das ist auch der Grund dafuer, dass
> Geist und Gedanken keine Position im Raum haben, deshalb ist der
> Erkenntnis-Schluss, Geist waere im Gehirn positioniert auch nur halbwahr.

Da ein denkendes Hirn Arbeit leistet, braucht es mehr Blut (wegen
Sauerstoff) als ein ruhendes Hirn.
Das heisst, Denken drückt sich eben auch gewichtsmässig aus...
und nicht nur durch Resultate, wie Schrift, Architektur, Kultur usw.

Fähigkeiten wiegen nichts - aber die Voraussetzungen, durch
welche sich diese bedingen - eben mMn. schon.

Deshalb sehe ich für mich aber keinen Anlass, eine Fähigkeit
wie Denken nicht zu lokalisieren, bzw. es auch ausserhalb des Hirns
zu positionieren.

Auch mit dem Begriff "Geist" bin ich für mich sehr vorsichtig
geworden. Ist er nicht so überflüssig, wie der Begriff "Seele"?

Denn:

Denken ist neuronale Signalverarbeitung, welche sich durch Wechselwirkungen
bedingen....ohne Hirn (ohne Neuronale Netzwerke usw.) kein Denken.

Wenn der Begriff Geist mit dem Begriff Denken gleichzusetzen ist,
dann ist es mMn. demzufolge unlogisch, einen Geist
(= die Fähigkeit zu denken und das Denken selbst) ausserhalb des Hirns
ansiedeln zu wollen.

Ansonsten ist für mich (!!!) der Begriff "Geist" nicht weiter als
der Name eines "Gottes" an den man sich fast genauso klammern kann,
wie auch an den Begriff Seele (bzw. was man damit verbindet).

Auch die Entwicklung (Evolution) bis hin zum Menschen braucht mMn. kein
Denken bzw. keinen Geist, welcher ausserhalb eines Hirns anzusiedeln
wäre... denn

(bitte mal im nachfolgenden Text den Begriff Gott mit Geist gleichsetzen)

Auszug aus

http://www.bertramkoehler.de/Evolution als Weltanschauung.htm

"der Zufall hat in den Wissenschaften einen festen Platz auch in Form von
Zufallsgesetzen gefunden und kann wohl kaum noch geleugnet werden. Eine vom
Zufall getriebene Evolution aber ist in sich von vornherein schöpferisch,
ihr Ziel bleibt offen und der Sinn des Lebens ist nicht vorbestimmt,
sondern entsteht erst im Laufe des jeweiligen Lebens selbst. Aber auch wenn
Zufall als Tatsache nachgewiesen ist, beweist das noch lange nicht, dass
ein Gott nicht existiert. Wer unbedingt an einen Gott glauben will, kann
auch in jedem einzelnen Zufall eine Entscheidung Gottes sehen. Gott hätte
dann allerdings unwahrscheinlich viel zu entscheiden und könnte das nur
erledigen, wenn er wirklich allmächtig wäre. Ich würde ihm das lieber nicht
zutrauen."

Für mich sehe ich jedenfalls kein Denken (Geist) ausserhalb eines Hirns
und ich glaube auch nicht daran, das so etwas überhaupt existiert....
noch nicht mal als etwas Halbwahres.

Insofern stellt sich dann dieser Satz:

> Gedanken, Geist, besitzt die faehigkeit nicht in einem
> Schwerefeld Gewicht anzunehmen - das ist auch der Grund dafuer, dass
> Geist und Gedanken keine Position im Raum haben, deshalb ist der
> Erkenntnis-Schluss, Geist waere im Gehirn positioniert auch nur halbwahr.

als eine reine Glaubensangelegenheit dar.

Gruss

Matjes





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