Die materielle Welt der Teilchen und die Rolle der Gegenwart
Von: D.Schlenk (detmarschlenk@hotmail.de) [Profil]
Datum: 30.10.2009 08:02
Message-ID: <hce374$ggu$1@news.eternal-september.org>
Newsgroup: de.soc.weltanschauung.buddhismus
Datum: 30.10.2009 08:02
Message-ID: <hce374$ggu$1@news.eternal-september.org>
Newsgroup: de.soc.weltanschauung.buddhismus
Verfasst von mir selber. In der Gegenwart leben heißt, aus Wellen Teilchen machen. Solange ich nicht in der Gegenwart bin, sind alle Teilchen verschwommen (blurred, unscharf), in die Länge gezogen, langwellig. Im Ultrakurzwellenbereich können Töne sehr genau wiedergegeben werden. Der Klang ist brilliant. So wie es mit den Tönen ist, ist es auch mit den Bildern. Je kürzer die Momentaufnahmen hintereinander, umso genauer, detaillierter das Bild, das wir von der "Realität" haben. In jedem dieser sehr kurzen Momente der Gegenwart machen wir aus den Wellen Teilchen beziehungsweise Materie zum Anfassen. Solange man nicht in der Gegenwart ist, nicht hinschaut, ist die Welt verschwommen. Der bewußte wachsame Geist erschafft jeden Moment, macht Verschwommenes, Langwelliges kurzwellig, macht es zu Teilchen, zu Materie. Wenn ich träume, werden Momente nicht mehr so exakt auseinanderge- halten, fließen ineinander. Im Traum fließt alles ineinander; welche Zeit wir da haben, spielt im Traum keine Rolle mehr: es mischen sich gedachte Bilder zu einer phantastischen Welt, in der scheinbar alles möglich ist. Man kann fliegen. Die Schwerkraft spielt im Traum keine Rolle. Wir haben im Traum kein Zeitgefühl mehr. Es können auch Eindrücke der Zukunft mit hineinspielen und Ahnungen von dem was kommt oder kommen könnte. Man kann alles sein im Traum, darf alles nichtausgelebte ausleben. Sobald ich wach werde, entschwindet das Verschwommene, das Unscharfe und macht dem Wachbewußtsein, dem "Ich" Platz, welches aus Verschwommenem genaue Bilder macht, aus dem Wellenbrei die schönsten, brilliantesten Töne macht. Musik hat Wellennatur, ist geistiger als ein Gegenstand, der aus stehenden Wellen besteht und so den Eindruck von Materie vermittelt. Die Materie ist fest, greifbar, weil es verfestigte Energie ist. E = m mal c Quadrat. m wäre hiernach E durch c Quadrat. Gemäß Wikipedia haben wir es mit einer invarianten Masse zu tun. Masse ist Energie geteilt durch die Lichtgeschwindigkeit. Teilchen einer Masse haben bestimmte Eigenschaften, nämlich Energie und Impuls. Die Werte der invarianten Masse von Zwei- oder Mehrteilchensystemen sind, anders als die diskreten Massen elementarer Teilchen, kontinuierlich. Das Kontinuierliche ist dasjenige, was das "Ich" braucht. Abrupte Änderungen dieses Kontinuierlichen ergeben keinen Sinn mehr für das "Ich". Wenn man alle Momentaufnahmen wie Negative eines Films übereinander- legt, sind keine klaren Formen, Konturen mehr erkennbar; dann verschwimmt alles mit allem. Wenn man also von einem Moment übergeht auf die Betrachtung vieler solcher Momente, wenn man also nicht mehr die Gegenwart "vor Augen hat", sich die Welt nur noch "denkt", dann wird Welt wieder unscharf. Die Wahrnehmung ist die Auftrennung einer Welle (zeitlicher Verlauf) in einzelne Momente, in welchen Teilchen lokalisiert werden bzw. festge- halten werden können. Nur in diesem einen Moment ist das Teilchen greifbar, fest, ist es Materie. Man stelle sich soundsoviel Momentaufnahmen pro Sekunde vor, je mehr Bilder von dem Verlauf aller Teilchen auf ihren entsprechenden Wellen gemacht werden, umso reeller, wirklicher, schärfer werden diese Teilchen. Ein verwackeltes Bild bei der Kamera ist entsprechend ein unscharfes Bild. Wenn ich nicht geistesgegenwärtig bin, sondern gedankenverloren, weggetreten bin, verschwimmt diese exakte reelle Welt, bestehend aus lauter Teilchen, wird schemenhaft, die Wahrnehmung ist getrübt, verschwommen. Je wacher ich bin, je schärfer der Geist wahrnimmt, umso reeller, materieller ist die Welt, umso mehr Momentaufnahmen pro Sekunde werden von allen Wellen gemacht. Durch die Aneinanderreihung von sehr vielen sehr sehr kurzen Momenten, Moment-Aufnahmen also, entsteht eine sich in der Zeit verändernde Realität, ein Film, eine Geschichte. Diese Geschichte ist die Geschichte eines "Ich". Detmar Schlenk[ Auf dieses Posting antworten ]
Antworten
- D. Schlenk (30.10.2009 10:11)
- As Below (31.10.2009 15:37)
- D. Schlenk (31.10.2009 19:08)
- As Below (01.11.2009 04:50)
- D. Schlenk (01.11.2009 12:09)
- As Below (02.11.2009 10:09)
- Monkey Mind (31.10.2009 23:04)
- D. Schlenk (01.11.2009 01:08)
- As Below (01.11.2009 05:48)
- D. Schlenk (01.11.2009 12:26)
- As Below (02.11.2009 09:59)
- Monkey Mind (02.11.2009 13:02)
