nntp2http.com
Posting
Suche
Optionen
Hilfe & Kontakt

Buddhistische Philosophie

Von: Michael Schulz (ms-test-9999@online.de) [Profil]
Datum: 24.09.2009 16:57
Message-ID: <h9g1dg$e0o$1@online.de>
Newsgroup: de.soc.weltanschauung.buddhismus
Das Klista- oder Kleshavijnana ("vergiftetes Bewusstsein") wird auch als
siebentes Vijnana gesehen. In dieser Bewusstseinsaktivität verschmelzen
die mentalen Phänomene unbewusst mit den Perzeptionen der fünf
Sinnesorgane. Das Endergebnis ist ein gewöhnliches Bewusstsein, die
gewohnte Geistestätigkeit. Diese ist fast ständig von Täuschungen
geprägt. Da das Klistavijnana nicht zwischen geistigen Phänomenen und
Perzeptionen unterscheiden kann hat es kein Prajna. Es erkennt nicht und
kann nicht unterscheiden in welchem Maße unser Bewusstseinsinhalt das
Produkt unserer Einbildungskraft ist und nimmt es daher als Realität.
Das Klistavijnana ist bewusst aber nicht wach und konzentriert sich auf
die Wolkenformationen der dualistischen Gedanken, Bilder und die
Phänomene mentalen Ursprungs. Hierdurch bleibt die Erfahrungswelt der
Sinne im geistigen Nebel („cloudy mind“), also verhüllt.

Ein weiterer Aspekt des Klistavijnana besteht darin, dass es sich als
Entität erlebt, die als das Ich erlebt und benannt wird. Es stellt sich
den äußeren Objekten gegenüber, die es aus dem Geistesstrom formt. Es
wird ein "Ich hier" und "das dort" geformt und einander
gegenübergestellt, und beides als Realität angesehen, obwohl beides
ausschließlich eine imaginäre Existenz besitzt, die nur innerhalb
unseres Geistesstromes existiert.

[ Auf dieses Posting antworten ]

Antworten