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"Die Türkei sucht den Supergläubigen" ;-)

Von: Gottfried Helms (helms@uni-kassel.de) [Profil]
Datum: 11.07.2009 20:50
Message-ID: <7bs588F247qerU1@mid.dfncis.de>
Newsgroup: de.soc.weltanschauung.buddhismus
Gerade gefunden

http://www.freitag.de/alltag/0928-show-religion-fernsehen

<umpfff>

Gottfried

>
> Die Türkei sucht den Supergläubigen
> Wer glaubt, gewinnt. In einer türkischen Show sollen
> Atheisten zu Gott finden. Um das Seelenheil von zehn
> Ungläubigen kämpfen Vertreter der verschiedenen
> Weltreligionen
>
> Es hört sich an, wie der Anfang eines Witzes: Was bekommt
> man, wenn man einen muslimischen Imam, einen griechisch-
> orthodoxen Priester, einen Rabbi, einen buddhistischen
> Mönch und zehn Atheisten in einen Raum steckt? Türkische
> Fernsehzuschauer werden die Pointe bald kennen. Im
> September läuft in der Türkei eine neue Gameshow an, die
> einen noch größeren Preis verspricht als Wer wird
> Millionär.
>     Das wäre der Preis, wenn sich die Teilnehmer für den
>     muslimischen Glauben entscheiden: eine Pilgerreise nach
>     Mekka (Foto: Khaled Desouki/Getty Images)
>
> Die Kandidaten der Sendung Wettbewerb der Büßer werden
> abzuwägen haben, ob sie an ihren gottlosen Überzeugungen
> festhalten oder einen neuen Bund mit dem Allmächtigen
> eingehen wollen. Vier religiöse Führer der oben genannten
> Glaubenrichtungen werden in jeder Sendung versuchen,
> mindestens einen der zehn Atheisten zu ihrem Glauben zu
> bekehren.
>
> Der Gewinn richtet sich nach dem neuen Glauben
>
> Wer überzeugt wird, zählt zu den Gewinnern. Er wird mit
> einer Pilgerreise in die spirituelle Heimat seines neu
> gewonnenen Glaubens belohnt – Mekka für Moslems, Jerusalem
> für Christen und Juden und Tibet für Buddhisten.
>
> Die Macher des Programms wollen mit der Sendung nach
> eigenen Angaben zum einem den Glauben fördern und zum
> anderen der überwiegend moslemischen Bevölkerung der
> Türkei andere Religionen näher bringen. „Das Projekt zielt
> darauf ab, Ungläubigen Gott näher zu bringen“, sagte Amed
> Özdemir türkischen Tageszeitungen. Özdemir ist
> stellvertretender Programmdirektor von Kanal T, der die
> Sendung ausgestrahlen will. Der Bekehrungswille der neuen
> Show wird auch in den Werbeslogans für die Sendung
> deutlich: „Wir halten den größten Preis für Sie bereit,
> den man sich vorstellen kann: den Glauben an Gott!“ Und:
> „In diesem Wettbewerb werden Sie Ihr Seelenheil finden.“
>
> Teilnehmen dürfen nur echte Atheisten
>
> Nur echte Atheisten habe eine Chance. Eine achtköpfige
> Kommission von Theologen wird die Glaubwürdigkeit der
> Ungläubigen bestimmen, bevor sie darüber entscheidet,
> welche Bewerber teilnehmen dürfen. Die Konvertiten sollen
> beobachtet werden, um zu gewährleisten, dass ihr
> Sinneswandel auch aufrichtig ist und sie diesen nicht nur
> vortäuschen, um eine kostenlose Auslandsreise mitzunehmen.
> „Man kann diese Reise nicht als Ausflug betrachten, es ist
> eine religiöse Erfahrung“, sagte Özdemir.
>
> Schon vor dem Sendestart wird der Sendung aber von
> verschiedenen Kommentatoren und religiösen Würdenträger
> eine Trivialisierung Gottes und des Glaubens vorgeworfen.
> Mustafa Cagrici, der Vorsitzende des staatlich geführten
> Referates für religiöse Angelegenheiten in Istanbul sagte:
> „Meiner Meinung nach ist es nicht richtig, religiöse
> Fragen in einem solchen Umfeld zu diskutieren.“ Andere
> befürchten vielleicht, die Sendung könnte die in der
> Türkei weit verbreitete religiöse Intoleranz gegenüber
> Atheisten befördern. Trotz des offiziell säkularen
> Charakters des türkischen Staates ist schließlich eine
> große Mehrheit der Türken sehr religiös. Als Konkurrenten
> um eine Gratis-Pilgerreise fallen sie damit aber schon mal
> weg.
> Übersetzung: Holger Hutt

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