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E-Tankstellen - war: General Motors: Konkurs möglich

Von: Frank Husel (nomail@invalid.com) [Profil]
Datum: 03.07.2008 17:14
Message-ID: <g4iq41$57s$03$1@news.t-online.com>
Newsgroup: de.soc.verkehr
Roland Mösl laberte:

>> 4a. Wann ist ein flächendeckendes E-Tankstellennetz verfügbar,
>
> Ist eben bei einem Plug-in Hybrid nicht erforderlich,
> der kann mit Strom oder Benzin fahren

Das hängt davon ab, was man unter "E-Tankstelle" versteht:
Anlagen zum schnellen Nachtanken für unterwegs oder auch
die Stromversorgung auf täglich genutzten Stellplätzen.
Selbstverständlich braucht es auch eine städtische Infra-
struktur, die es Jedermann, der sein Fz. auch nur vorwiegend
im Nahverkehr benutzt, erlaubt, sein E-Fz. auf dem Stellplatz
an das öffentliche Stromnetz anzusschließen. Wenn es das nicht
gibt, kann die Energie für diese Hybride letztlich nur vom
Öl kommen, und der E-Motor ist nur eine Änderung des
Antriebskonzeptes, nichts weiter.

Es ist eben leider nicht so, dass die Mehrheit der Bevölkerung
in den eigenen vier Wänden wohnt und das Auto auf dem eigenen
Grundstück parkt.

So, und jetzt geh mal hin und frag mal unsere ach so sozial
eingestellte Bevölkerungsschicht von berufsmäßigen Vermietern,
(zum großen Teil Wohnungsbaugesellschaften) wann sie denn die
Stromsteckdosen für die Autostellplätze einrichten. Die meisten
dieser Arschlöcher bringen es ja nicht mal fertig, ein paar
Euro zu investieren, die den Mietern über die Mietzeit das
Mehrfache an laufenden Kosten ersparen. Daß bessere Isolierungen
massenweise Energie und Tausende Euro sparen, ist seit 20 Jahren
bekannt und hat nicht verhindert, dass viele Häuser erst heute
saniert werden.

Und wenn die berufsmäßigen Vermieter endlich sanieren, weil
kein Mensch mehr ihre Bruchbuden haben will, dann treiben
sie dafür zum Ausgleich die Mietpreise hoch, denn sie haben
ja ihren Besitz "aufgewertet". Teilweise hat man ihnen
dafür sogar noch Geld in den Rachen geworfen.

So wird es auch diesmal kommen: was die Miete zahlenden Ver-
braucher durch Strom an Mobilitätskosten einzusparen hoffen,
nehmen ihnen in unserer ach so sozialen Marktwirtschaft die
Renditehaie wieder ab, weil sie ihnen 'ne Steckdose in der
Tiefgarage wegen Investitionsmehraufwand sofort in Rechnung
stellen.

Und natürlich isses spottbillig, sämtliche Straßen einer
Stadt entlang der Parkplätze aufzureißen, um Stromkabel
zu legen. Wart mal ab, wie lange es dauert, bis die ersten
Muttis mit Kinderwagen anfangen, über die Stromkabel zu heulen,
die einzelne Avantgardisten über die Bürgersteige legen, und
die Ordnungsämter der Stadtverwaltungen Verbote erlassen und
Strafgelder dafür androhen.

Gleich morgen früh um sechs kommt die Elektrosparrevolution.
Kann sich höchstens um fünf Minuten verspäten. Mösl weiß es.


F.

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