Re: Erdgas-Autos: Kein CO2-Vorteil?
Von: Ralf Kusmierz (me@privacy.invalid) [Profil]
Datum: 19.07.2008 17:30
Message-ID: <g5t1ac$gt1$1@online.de>
Newsgroup: de.soc.umwelt
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X-No-Archive: Yes begin quoting, Martin Schneider schrieb: >> die Rechnung ist unerheblich, weil man >> natürlich in einer Ökobilanz die Gesamtkette sehen muß: Bei >> Mineralölprodukten also der gesamte Aufwand ab Mutung und Förderung >> über Transport und Raffinerieverluste, sinngemäß entsprechend beim >> Erdgas. > Auch das müsste man berechnen können (zumindest in Größenordnungen, man > kann natürlich auch noch anfangen, zu unterscheiden, ob das Erdöl für > mein Benzin nun aus Saudi-Arabien kommt oder aus der Nordsee und > verlangen, das anteilsmäßig zu berücksichtigen...). Wenn Du also Quellen > für entsprechende Zahlen hast, bin ich gerne bereit, die Rechnung > entsprechend zu erweitern, ansonsten wüßte ich gerne, ob ein > grundsätzlicher Rechenfehler oder falsche Zahlen drin sind. Ich habe bei solchen Rechnungen eine prinzipielle Skepsis - wie soll man abgrenzen, was Aufwand und was Nutzen ist? Von den vielen "Zwischenschritten" (zwischen was denn eigentlich, wo sind denn Anfang und Ende der Kette?) leben ziemlich viele Menschen, und unversehens findet man sich dort irgendwo auch selbst. Wenn Du möglichst viel anthropogene CO2-Emissionen reduzieren wolltest, müßtest Du möglichst viele Frauen und Mädchen unter ca. 50 Jahren töten (oder wenigstens sterilisieren), am besten in entwickelten Industrienationen, weil Du so die Geburtenzahl und damit die Anzahl der emissionsverursachenden Menschen effektiv reduzieren könntest. (Dich nur einfach selbst umzubringen ist weniger effizient, weil alsbald jemand anders Deinen Platz einnehmen würde.) Das kann es aber irgendwie auch nicht sein. (Warum nur die Frauen? Weil die Anzahl der Männer für die Geburtenrate irrelevant ist, daher werden die auch bedenkenlos in militärischen Auseinandersetzungen verheizt: Nützt nichts noch schadet es, sie umzubringen.) Rechnungen der Art "wieviel CO2 werden jeweils insgesamt freigesetzt, wenn ich mich auf verschiedene Arten x km bewege" sind ziemlich fragwürdig. Reduziert es die CO2-Emissionen, wenn *ich* keine Tankstelle mehr frequentiere (sei es, daß ich daheim bleibe, ein E-Fahrzeug, Öffis oder das Fahrrad benutze bzw. zu Fuß gehe)? Ich wüßte nicht, ob man das beantworten kann: Welche Veränderungen insgesamt ergeben sich dadurch, das ist doch die Frage. Wenn ich mein ökonomisches Niveau reduziere (d. h. es wird insgesamt weniger produziert, weil verbraucht), reduzieren sich die Emissionen - vielleicht. Vielleicht auch nicht: Man kann ökonomische Außenwirkungen individueller Handlungen nur *sehr* schwer abschätzen - gibt jemand seinen Job auf, weil er weniger emittiert, dann macht ihn vielleicht ein anderer, der dann wesentlich mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf pumpt. Was Du machst, ist eine rein technische Abschätzung, aber deren Ergebnisse interessieren am Ende nur Statistiker und sind wahrscheinlich falsch, egal, wieviel Aufwand Du hineinsteckst. Das wirklich korrekt berechenen zu können, hieße, auch ein Planwirtschaftssystem betreiben zu können, dann man wüßte genau, welche Eingriffe welche Folgen hätten. Ich glaube kaum, daß das jemand für möglich hält - alle entsprechenden Versuche sind bisher gescheitert. Am sinnvollsten ist es wohl, sich einfach an die finanziellen Kosten zu halten, die dürften im Endeffekt auch die ökologischen Auswirkungen am besten abbilden. Gruß aus Bremen Ralf -- R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen: adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission gesamt hältst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie nämlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus[ Auf dieses Posting antworten ]
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- Matthias Bethke (21.07.2008 22:09)
