Erklärung des israelischen Aussenministeriums
Von: Mueding (mueding@web.de) [Profil]
Datum: 06.11.2009 19:26
Message-ID: <qpxd6m7sq86q.2xalfui7l0o3$.dlg@40tude.net>
Newsgroup: de.soc.politik.misc
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Israel hat die Resolution der UN-Vollversammlung natürlich zurückgewiesen, in der mit der Annahme des Goldstone-Berichts weitere Untersuchungen zu den israelischen und palästinensischen Kriegsverbrechen während des letzten Gaza-Krieges gefordert werden. Das israelische Außenministerium übermittelt dazu die folgende Reaktion: „Die Ergebnisse der Abstimmung und die große Zahl von Mitgliedsstaaten, die dagegen gestimmt oder sich enthalten haben, zeigen klar, dass die Resolution nicht über die ‚moralische Mehrheit’ der UN-Mitglieder verfügt." Also, nochmals ganz klar die israelische Mathematik: 18 Staaten, die gegen die Resolution gestimmt haben sowie die 44 Staaten, die sich der Stimme enthielten, aber nicht gegen die Resolution stimmen wollten, wie z.B. die Mehrheit der EU-Staaten, stellen die "moralische Mehrheit" unter den 192 UN-Mitgliedsstaaten dar. Werden zukünftig alle UN-Beschlüsse nachträglich auf diese Art bewertet? Israel, die USA und Deutschland dagegen - also abgelehnt, da die "moralische Mehrheit" gegen den Beschluss war? Es wird also zukünftig Staaten geben, deren Stimme nichts zählt, es wird Fälle geben in denen die Stimmenthaltung mal als gegen den Beschluss, mal als für den Beschluss gezählt wird, und es wird die wenigen "moralischen" Staaten geben, deren Stimmen die entscheidenden sind. Der dieses Statement des israelischen Aussenministeriums verfasst hat, muß entweder sehr verzweifelt gewesen sein oder extrem lange ungeschützt in praller Mittagssonne verbracht haben. "Israel weist die Resolution der UN-Vollversammlung zurück, die völlig losgelöst von den Realitäten vor Ort ist." Nun, das könnte ja ein internationaler Gerichtshof ganz unvoreingenommen prüfen, denn die USA hätten einen nicht unwesentlichen Einfluss auf dessen Zusammensetzung - aber die israelische Führung ist natürlich viel zu feige, sich einer solchen Prüfung zu unterziehen. Sie weiß ganz genau, daß die angewendeten Methoden teilweise gegen Völker- Kriegs- und Menschenrechte verstießen, sind aber der Auffassung, daß dieses Recht für Israel keine Gültigkeit besitzt. "Während der Operation ‚Gegossenes Blei’ in Gaza haben die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte höhere militärische und moralische Standards an den Tag gelegt als jeder einzelne der Anstifter dieser Resolution." Diese Feststellung ist eine Unverschämtheit, die die UNO hoffentlich wenigstens in ihrer Pauschalität zurückweisen wird - allerdings habe ich da beim Generalsekretär von usraelischen Gnaden, bei Ban Kee Moon keine großen Hoffnungen. "Wie jede andere demokratische Nation behält sich Israel das Recht auf Selbstverteidigung vor und wird, wie in den letzten Tagen deutlich geworden ist, weiterhin tätig sein, um das Leben seiner Bürger vor der Bedrohung des internationalen Terrorismus zu schützen.“ Das Recht auf Selbstverteidigung gilt auch für Israel, das ist unbestritten. Allerdings sind bei der Wahrnehmung dieses Rechtes bestimmte völkerrechtliche Spielregeln einzuhalten, von denen der Goldsteinbericht meint, dass sie in diversen Fällen nicht eingehalten wurden und das es dadurch zu Kriegsverbrechen gekommen sei. Alles nachprüfbar, aber wer sich der unabhängigen Prüfung verweigert, und die israelische Führung hatte sich der Zusammenarbeit mit der Goldstein-Kommision von Anfang an verweigert, der setzt sich nun einmal dem Verdacht aus, etwas zu verbergen. mueding[ Auf dieses Posting antworten ]
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- Götterdämmerung (07.11.2009 09:08)
