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Der Opel-Wahnsinn

X-FaceVon: Matthias Kern (lothar_wedell@yahoo.de) [Profil]
Datum: 07.11.2009 17:03
Message-ID: <hd45pi$59u$1@news.eternal-september.org>
Newsgroup: de.soc.politik.misc
Seit einem Jahr dauert das Drama und Ringen um Opel nun an. War die
Übernahme durch den russisch kontrollierten Zulieferer Magna schon fast
perfekt, kam nun die Mutter General Motors (GM) mit der Meldung, Opel
nun doch nicht abgeben zu wollen.

Schauen wir uns die Geschehnisse der letzten 12 Monate einmal an.

November 2008: GM gerät in einen finanziellen Engpass, der durch die
Finanzkrise noch verstärkt wurde. Opel bittet die Bundesregierung um
Staatshilfen. Frank-Walter Steinmeier und Altkanzler Schröder
aktivieren ihre Kontakte in Russland um hier eventuell einen Investor
zu finden.

Februar 2009: GM legt Jahreszahlen 2008 vor. 31 Mrd. Dollar Verlust.
Pleite droht. Man denkt offen über den Verkauf bzw. Teilverkauf von
Opel nach. Die Interessenten Magna, Fiat, RHJ und der chinesische
Autobauer BAIC haben Interesse.

März 2009: Milliardenzuschuß der USA für GM. Ex-Opel-Chef übernimmt
die
Führung von GM, die durch die US-Regierung ausgetauscht wurde.

Mai 2009: GM meldet Insolvenz an und stimmt einem Verkauf von Opel an
Magna und die russische Sberbank zu. Deutschland gibt 1,5 Mrd. Euro
Bürgschaft.

Juni 2009: Aufgrund Abwrackprämie und gut laufender Insignia-Reihe
läuft das Geschäft von Opel besser.

Juli 2009: BAIC und Fiat sind raus. Russen-SPD will Magna, GM
favorisiert Finanzinvestor RHJ. Wirtschaftsminister Guttenberg denkt
offen über eine geordnete Insolvenz nach, was im Ergebnis Opel als
eigenständige Firma bringen könnte. Opel Händler und Mitarbeiter
würden
investieren bzw. auf Gehalt verzichten, wenn diese im Gegenzug an Opel
beteiligt wären.

August 2009: GM erklärt überraschend, dass Opel eventuell doch bei GM
bleiben könne.
September 2009: GM stimmt dem Verkauf an Magna nun doch zu. EU prüft
den Verkauf und meldet Bedenken bzgl. der Einmischung der
Bundesregierung an. Die EU stehe dem Verkauf aber nicht im Wege.

03. November: GM entscheidet, Opel nun doch zu behalten. Rund 10.000
Arbeitsplätze sollen in Europa gestrichen und die bereits verbrauchten
Staatsgelder (rund eine Mrd. Euro) zurückgezahlt werden. GM will einen
Sanierungsplan vorlegen und spekuliert hier auf Staatshilfen.

Unterm Strich also ein Ringen um Geld und Macht. GM will sich nicht
selbst Konkurrenz in Europa und vor allem Russland schaffen. Denn Opel
würde den Russen massenhaft Erfahrung und technische Entwicklungen
einbringen. Ebenso eine in Europa bekannte Marke und ein gigantisches
Vertriebsnetz auch für russische Autobauer. Auf der anderen Seite hat
GM in den letzten 12 Monaten einen zweistelligen Milliardenbetrag an
Staatshilfen aus den USA erhalten und steht daher heute gestärkt unter
staatlicher Kontrolle.

Die Angestellten und deren Familien und gerade auch die von Opel
abhängigen Zulieferer sind also weiterhin Spekulationsobjekt. Doch was
wäre nicht die beste Lösung für Spekulanten und Schröders Russen-Club,
sondern für Opel selbst, deren Mitarbeiter, Zulieferer und unser Land?



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WERBUNG:
Ich habe Informatik an der Fachhochschule studiert.
Also bei Fragen an mich wenden.
Matthias Kern, Krumbacherstraße 5, 80798 München
Telefon:08927779192



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