Zweistaatenlösung im Nahen Osten
Von: Mueding (mueding@web.de) [Profil]
Datum: 22.07.2009 20:45
Message-ID: <qgdzcpjmw9lq.19e6tla75oowq$.dlg@40tude.net>
Newsgroup: de.sci.medizin.diabetes
Datum: 22.07.2009 20:45
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Es ist immer besonders interessant, die Vertreter des zionistischen Regimes Israels im Wortlaut zu lesen. So konnte man in der israelischen Zeitung Haaretz vom 21.07.09 folgendes lesen: "Ein seltsamer Vorschlag von Oded Eran und Ruby Siebel Es ist unklar, was Javier Solana, den außenpolitischen Vertreter der Europäischen Union, zu der Rede bewegt hat, die er am 11. Juli in England hielt. Vielleicht war es sein baldiges Ausscheiden aus dem Amt, dass ihn dazu geführt hat, seiner Zunge freien Lauf zu lassen und seine Frustration darüber auszudrücken, dass der Friedensprozess zwischen Israel und seinen Nachbarn in den zehn Jahren seiner Amtszeit im Sande verlaufen ist; und vielleicht war es einfach ein Traum, der ihn in einer Sommernacht überkam und ihn zu dem seltsamen Vorschlag zur Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts veranlasst hat. Die Grundannahmen, die hinter Solanas Fahrplan stehen, erstaunen in ihrer Simplifizierung. Demnach akzeptieren die Arabische Liga, die Europäische Union und die USA die Grenzen von 1967 als Verhandlungsbasis. Palästinensern und Israelis obliegt es dann, auf der Grundlage eines Gebietstauschs Verhandlungen über Veränderungen in dem Gebiet östlich dieser Linie zu führen – in einem Ausmaß von 2 bis 6%. So würden klare Grenzen für einen palästinensischen Staat geschaffen. Die umfassende Lösung läge im Bereich des Clinton-Entwurfs vom Dezember 2000, der Taba-Absprachen und sogar der Genfer Initiative. Bis hier gibt es keine großen Neuerungen, aber in den beiden nächsten Schritten des Solana-Fahrplans gibt es Neuerungen – und sie sind besorgniserregend. Dem Vorschlag nach würde der Vermittler zwischen den beiden Seiten einen Zeitplan vorschreiben. Sollte es den Seiten bis zu dem Zieldatum nicht gelingen zu einem Abkommen zu gelangen, würde der Vermittler eine eigene Lösung vorstellen. An dem festgesetzten Tag wüde der UN-Sicherheitsrat eine Zwei-Staaten-Lösung verabschieden, die sich auf die Fragen der Grenzen, der Flüchtlinge, Jerusalems und der Sicherheitsregelungen bezieht. Der Sicherheitsrat würde den palästinensischen Staat als vollwertiges Mitglied in die UNO aufnehmen und einen Zeitplan zur Umsetzung der Lösung bestimmen. „Die zweite Hälfte dieses Jahres ist entscheidend, wenn wir es dem palästinensischen Volk ermöglichen wollen, im Januar 2010 einen Weg zu wählen, der nicht nur aus Verzweiflung und Gewalt besteht.“ D.h., die Verhandlungen zwischen den Seiten und die Involvierung des Vermittlers sowie des Sicherheitsrats im Falle eines Scheiterns sollten schon im kommenden Halbjahr vonstatten gehen. Den Palästinensern und Israel bleibt nichts, als es sich in den Sitzen bequem zu machen, die Gurte anzuschnallen und den Flug zu genießen. Solana befreit sie von der Notwendigkeit, durch Verhandlungen eine Lösung zu erzielen. Der Vermittler und der UN-Sicherheitsrat tun dies für sie. Warum sollten sich die Palästinenser darum bemühen, ihre internen Auseinandersetzungen beizulegen, um geeint auf dem Weg zur Verwirklichung ihres Traums voranzuschreiten, und warum sollte sich Binyamin Netanyahu darum bemühen, seine Partei und seine Koalitionspartner von der Lebensnotwendigkeit der Zwei-Staaten-Lösung zu überzeugen – wenn der Sicherheitsrat demnächst beiden Seiten die Lösung des Konflikts unterbreitet? Aber sowohl Mahmoud Abbas als auch Netanyahu können aufhören sich zu freuen, denn der Prozess, den Solana vorschlägt, ist wahrhaftig auf dem Niveau von UNO-Schmuno. Der Sicherheitsrat koordiniert keine Grenzen, gründet keine Staaten und löst keine Flüchtlingsprobleme. Der Sicherheitsrat hat in der Resolution 242 nicht die Grenze zwischen Israel und seinen Nachbarn festgelegt, wenngleich er sich Prinzipien zu Eigen gemacht hat, die seine damalige Meinung über die angemessene Grenze erkennen lassen. Der Teilungsplan von 1947 wurde von der UN-Vollversammlung verabschiedet, und nicht vom Sicherheitsrat, und auch die Resolutionen der Vollversammlung sind als Empfehlungen anzusehen. Die arabischen Staaten beschlossen 1947 ihre Ablehnung. Ein Staat entsteht kraft der Einscheidung der auf seinem Gebiet lebenden Bewohner. Sollten die Palästinenser beschließen, einen Staat auszurufen (und wer hat sie bis jetzt daran gehindert, dies zu tun?), wird die UNO entschieden, ob dieser den Kriterien des internationalen Rechts standhält. Selbst wenn der Sicherheitsrat über sein Mandat hinausgehen und eine volle Lösung für den grundlegenden Konflikt zwischen uns und den Palästinensern adaptieren würde, wäre er nicht befugt, sie den Seiten aufzuzwingen. Ein Vermittler kann helfen, ist aber kein Ersatz für Verhandlungen zwischen den Seiten. Der Staat Israel braucht eine Lösung von zwei Staaten für zwei Völker, doch ist der Weg dahin noch weit, und die Abkürzung, die Solana vorschlägt, existiert nicht. Eran Oded ist Leiter des Institute for National Security Studies. Ruby Siebel ist Dozent für internationales Recht an der Hebräischen Universität und ehemaliger Rechtsberater des israelischen Außenministeriums." Ist schon sehr entlarvend, was diese beiden Typen da so von sich geben. Solana macht doch nichts weiter, als den beiden Seiten des Nah-Ost-Konfliktes deutlich zu sagen, dass sie jetzt entweder eine eigene tragfähige Lösung auf den Tisch legen oder dies die Weltgemeinschaft für sie tun und sie auch zur Realisierung zwingen wird. Irgendwann muß man schließlich, nicht zuletzt im Interesse aller dort lebenden Menschen, Nägel mit Köpfen machen. Wieviele Jahre will man denn noch den Kriegsbewahrern auf beiden Seiten das Zepter überlassen? Weder werden die Falken auf arabischer Seite auf absehbare Zeit den von ihnen angestrebten einen gemeinsamen arabisch-jüdischen Staat Palästina gegen den Willen der Mehrheit der Israelis bekommen, noch werden die Tauben auf israelischer Seite im eigenen Lande einen Frieden durchsetzen können, der die berechtigten Interessen der Palästinenser innerhalb und außerhalb Israels, die einen wirklich lebensfähigen, souveränen und nicht israelischer Willkür ausgesetzten eigenen Staat benötigen, berücksichtigt. Über Jerusalem, von dem die Araber in jedem Fall den östlichen Teil, die Juden aber auch nicht das kleinste Stück besetzten Territoriums hergeben wollen, werden sich beide Seiten nie einig werden können, also muß ihnen jemand eine Lösung zwangsweise vorgeben. Wer wirklich Frieden im Nahen Osten will, der muß endlich dafür sorgen, daß eine Lösung auf den Tisch kommt, die dann mit der Autorität der Weltgemeinschaft durchgesetzt wird. Interessant ist auch dieser Absatz: "Der Teilungsplan von 1947 wurde von der UN-Vollversammlung verabschiedet, und nicht vom Sicherheitsrat, und auch die Resolutionen der Vollversammlung sind als Empfehlungen anzusehen." Ist das nicht toll, ausgerechnet diese zwei Israelis berufen sich auf den Teilungsplan, den sie selbst durch ihre Gebietseroberungen in Frage gestellt haben und durch die Vereinnahmung Jerusalems auf ewig zu einer Farce machen wollen? Komisch, nach diesem Teilungsplan gehören aber weder Teile der Westbank noch Jerusalem zum Staat Israel. Es ist richtig, arabische Staaten haben aus guten Gründen diesen Teilungsplan abgelehnt, so wie übrigens auch Afghanistan, Griechenland, Indien, der Iran, Kuba, Pakistan und die Türkei und in Indien sowie in Griechenland leben weder Araber noch werden beide Länder von Moslems dominiert. Argentinien, Äthiopien, Chile, El Salvador, Honduras, Jugoslawien, Kolumbien, Mexiko, die Republik China und sogar Großbritannien stimmten ebenfalls nicht für diesen Teilungsplan, weil sie wußten, daß er die Keimzelle für einen ewigen Krieg bedeuten würde. Man wußte, dass die Araber trotz Versprechungen von hochrangiger, vor allem britischer Seite betrogen und über den Tische gezogen worden waren und diese Kränkung nie verzeihen würden. Einer Gruppe von Juden wurde von einigen wenigen Staaten dieser Erde, konkret von Australien, Belgien, Bolivien, Brasilien, Costa Rica, Dänemark, Dominikanische Republik, Ecuador, Frankreich, Guatemala, Haiti, Island, Kanada, Liberia, Luxemburg, Neuseeland, Nicaragua, Niederlande, Norwegen, Panama, Paraguay, Peru, Philippinen, Schweden, Südafrika, Uruguay, Venezuela, der Sowjetunion inkl. ihrer Satellitenstaaten Ukraine, Weißrussland, Tschechoslowakei und Polen, sowie von Vereinigte Staaten Nordamerika, Territorium für einen eigenen Staat geschenkt. Diese Staaten maßten sich an, Land zu verschenken, auf dem bereits seit ca. 2.000 Jahren Menschen eines anderen Volkes lebten. Es gab dort zu dieser Zeit lediglich eine verhältnismäßig kleine Gruppe jüdischer Siedler, die aber seit den Jahren sehr militant gegenüber der arabischen Bevölkerung aber auch gegenüber der britischen Ordnungsmacht agierten, Angst und Terror verbreiteten. Die Staaten, die ihre Zustimmung verweigerten - es waren immerhin 23 der vertretenen 46 Staaten, ahnten oder kannten deshalb die Ziele der Staatsgründung Israels, einen araberfreien Staat. Die 28 zustimmenden Staaten, wobei die Sowjetunion mit 5 Stimmen vertreten war, was die Zahl der Zustimmungen auf 33 erhöhte, verschenkten Land, welches ihnen nicht gehörte, an einge Gruppe von Menschen, welche behaupten, und dies vorrangig mit einem unbewiesenen Buch, dem alten Testament, zu belegen versuchen, dass ihnen ihr Gott dieses Land bereits vor mehreren Jahrtausenden auf ewig geschenkt haben soll und sie deshalb, unabhängig von den aktuellen Besitzverhältnissen einen Anspruch darauf hätten. Das Alte Testament als "Grundbuch" - alberner gehts nimmer, wenn man bedenkt, das die Gegenseite vorrangig dem islamischen Glauben anhängt und das Alte Testament auch deshalb zwangsläufig als "Grundbuch nicht anerkennt. Falls dieses "Grundbuch" als "Argument" nicht reicht, benutzt man für Ungläubige die Geschichte von der ewigen Verfolgung und Unterdrückung des auserwählten Volkes der Juden und beruft sich zum Schluß der "Argumentationskette" auf den Versuch einer Ausrottung dieses Volkes im 20. Jahrhundert in der Mitte Europas. Und dann kommt für micht der Höhepunkt der Unverschämtheit: "Sollten die Palästinenser beschließen, einen Staat auszurufen (und wer hat sie bis jetzt daran gehindert, dies zu tun?),..." Na wer wohl verhindert, das Abbas den Palästinenserstaat ausruft? Wie soll man unter den Bedingungen der dauerhaften Besetzung durch israelisches Militär einen eigenen Staat ausrufen? Israel nimmt sich selbst heute noch das Recht heraus, unter welchen Bedingungen man der Gründung eines Palästinenserstaates seine Zustimmung geben würde. Diese Forderungen, die natürlich keine Vorbedingungen sind, lauten: 1) Anerkennung Israels als Nationalstaat des jüdischen Volkes, was entweder die Aussiedlung der arabischen Israelis bedeutet oder die Festschreibung der gegenwärtigen Ungleichbehandlung der beiden, auf isralischem Boden ansässigen Völker. 2) Akzeptanz, daß Israel die Probleme der, ursprünglich auf heutigen israelischem Staatsgebiet beheimateten arabischen Flüchtlinge und ihrer Nachkommen nichts angehen und deren Probleme durch den zukünftigen arabischen Staat Palästina zu lösen sind. 3) Vollständige Entmilitarisierung des zukünftigen arabischen Staates Palästina und Einschränkungen in Bezug auf eine Handvoll souveräner Befugnisse des Palästinenserstaates, darunter das Recht Israels auf Kontrolle des palästinensischen Luftraumes, das Verbot zum Import schwerer Waffen sowie von Raketen und das absolute Verbot mit Drittstaaten militärische Bündnisse einzugehen. 4) Ewige Hinnahme der bereits existierenden jüdischen Exklaven auf dem Gebiet des palästinensischen Staates, der Verbindungswege zwischen diesen sowie nach Israel und des militärischen Schutzes der Exklaven und der Verbindungswege durch dort stationiertes isralisches Militär. 5) Akzeptanz der dauerhaften Eingliederung Jerusalems in das isralische Staatsgebiet und der langfristig angestrebten Vertreibung der dort heute noch lebenden Araber, da es ja zwei Staaten für zwei Völker geben soll und nicht etwa einen für die Araber und einen für Juden und Araber. Dabei handelt es sich um keine nachvollziehbaren Forderungen sondern um eine Unterwerfungserklärung und einer solchen werden die Araber nie zustimmen. Genau deshalb ist die aktuelle Solana-Erklärung richtig. Die Weltgemeinschaft, die heute in der UNO besser repräsentiert ist als damals, als 1947 eine kleine Minderheit uns mit dem Teilungsplan für Palästina diesen Dauerkonflikt einbrockte, sollte beide Seiten zu einem vernünftigen Frieden zwingen, die Araber aber auch die Juden. Dazu gehört der vollständige Abzug der jüdischen Siedler aus der Westbank genauso wie die internationalisierung von Jerusalem. Dazu gehört auch die internationale Garantie für die weitere Existenz Israels in den 1947 zugesagten Grenzen, die mit Hilfe von UN-Blauhelmen zu sicherh wäre. mueding[ Auf dieses Posting antworten ]
