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Stahlwerkstoff gesucht

Von: Achim Grabinski (jgrabinski@web.de) [Profil]
Datum: 28.10.2009 12:05
Message-ID: <hc9a3t$j6n$03$1@news.t-online.com>
Newsgroup: de.sci.ing.misc
Moin,

mal eine Frage an die Stahl-Experten (mein Werkstoffkundeschein ist schon 30
Jahre her...): Gesucht ist ein Stahl für Glockenklöppel. Seit vielen
Jahrzehnten werden Klöppel aus St37 hergestellt, aber seit ein paar Jahren
macht man sich Gedanken, ob das nicht zu optimieren wäre. Die Festigkeit
spielt überhaupt keine Rolle, weil Klöppel über ihr Trägheitsmoment
bemessen
werden, was bei St37 praktisch immer dazu führt, dass hinsichtlich der
Zugschwellfestigkeit eine mindestens fünffache Sicherheit besteht. Klöppel
werden immer aus einem Stück geschmiedet, so dass die 1. Forderung eine sehr
gute Schmiedbarkeit ist. Die 2. Forderung ist eine möglichst geringe Härte,
denn ein zu harter Klöppel schädigt die Glocke. Die Härte der Glockenbronze
ist natürlich legierungsabhängig, kann aber zu rund 180 HB angenommen
werden. Infolge des Gebrauchs des Klöppels (ständiges Anschlagen) erhöht
sich dessen Härte an den Anschlagstellen bis auf das 2,5-fache des
ursprünglichen Zustands, und da kann man sich gut vorstellen, dass ein
Klöppel nach mehrjährigem Gebrauch mit z. B. 350 HB die Glocke an ihrem
Stoßpunkt schwächt und langfristig schädigt. Von verschiedenen Seiten sind
1.0491 (S275NL) - was ich aber nicht so recht glauben mag -, und 1.0425
(P265GH) vorgeschlagen worden. Was meinen die Experten dazu? Sollen wir doch
bei 1.0038 (S235JR) bleiben?

Gruß, Achim.


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