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Antisemitismus als politische Waffe

Von: Schorsch (bartelq77@yahoo.com) [Profil]
Datum: 11.08.2006 13:37
Message-ID: <1155296247.933180.303380@75g2000cwc.googlegroups.com>
Followup-to: de.sci.geschichte, de.soc.politik.misc, de.alt.soc.verschwoerung, at.gesellschaft.politik, de.soc.weltanschauung.misc
Newsgroup: de.soc.politik.misc de.sci.geschichte
<quote> Israels Krieg im Nahen Osten
Wider die ideologische Kontrolle
Norman G. Finkelstein und sein unfreiwilliger, hochaktueller Kommentar
zu Israels neuem Krieg - Eine Betrachtung zu seinem 2006 in deutsch
erschienenen Buch 'Antisemitismus als politische Waffe', 2.8.2006

Norman G. Finkelstein
Antisemitismus als politische Waffe. Israel, Amerika und der Mißbrauch
der Geschichte
Piper-Verlag München 2006
388 Seiten; 19,90 Euro
ISBN 3-492-04861-7

An den Beginn der Überlegungen zu Norman G. Finkelsteins Buch seien
zwei Zitate gestellt.

1 "Gewiß, wäre es mit historischer Gerechtigkeit zugegangen, hätte
der Staat der Juden in Deutschland gegründet werden müssen, am besten
in Schleswig-Holstein, das etwas kleiner als das heutige Israel ist...
Es wäre eine halbwegs angemessene Entschädigung für den Raubzug im
Osten gewesen und nebenbei auch das größte Mahnmal gegen das
Vergessen... 'Warum sollen wir für die Verbrechen anderer bezahlen?'
fragen die Araber - aus ihrer Sicht vollkommen zu Recht. Warum sollen
sie auf einen Teil ihres Landes verzichten, weil die Deutschen vor
über sechzig Jahren der Wahnidee verfallen sind, Europa judenrein zu
machen?"

2 "Wir fragen Euch: wenn ihr in der Tat dieses große Verbrechen
begangen habt, warum soll dann das unterdrückte Volk der
Palästinenser dafür bezahlen? [...] Wenn ihr dieses Verbrechen
begangen habt, solltet ihr selber dafür bezahlen. Unser Angebot war
und ist das folgende: Wenn ihr dieses Verbrechen begangen habt, ist es
nur angemessen, wenn ihr ihnen ein Stück eures Landes zur Verfügung
stellt..."

Das zweite Zitat ist formuliert aus der Sicht derer, die von den
Verbrechen der Nazis indirekt betroffen sind, das erste aus der Sicht
eines Menschen, dessen Land für die Verbrechen der Nazis
verantwortlich ist.

Das zweite Zitat stammt aus der aktuellen politischen
Auseinandersetzung um das Verhalten des Staats Israel gegenüber der
palästinensischen Bevölkerung, das erste aus der Rezension eines
Buches, das sich wie das von Norman G. Finkelstein mit Israel und
'Antisemitismus' befaßt.

Das zweite Zitat hat zu immensen Protesten beigetragen, die in der
Forderung gipfelten, das Land, aus dem der Autor stammt, aus den
Vereinten Nationen auszuschließen. Das erste hat keinerlei
vergleichbare Proteste hervorgerufen, denn es stammt aus einem Text,
der alles in allem ein 'Freispruch für Israel' und dessen Vertreibung
der palästinensischen Bevolkerung darstellen soll und in die perverse
Einschätzung mündet, Israel sei heute mehr Täter als Opfer, und das
sei auch gut und richtig so, denn es mache schließlich "mehr Spaß
Täter statt Opfer zu sein".

Das zweite Zitat stammt von Irans Staatspräsident Mahmud
Ahmadinedschad aus seiner Rede vom 14.12.2005. Das erste entstammt
einer Rezension des Spiegel-Kolumnisten Henryk M. Broder in der
'Jüdischen Allgemeinen' vom 17.3.2005. Es könnte sehr gut - wie auch
das des iranischen Staatspräsidenten - Teil einer Würdigung des
Buches von Norman G. Finkelstein sein, ist es aber nicht. Denn das
Zitat macht sehr plastisch deutlich, wie es Deutschland nach dem Krieg
gelungen ist, sich aus der Verantwortung zu stehlen und das Problem der
Juden in weiter Ferne zu entsorgen und Menschen aufzubürden, die für
das Verbrechen der Nationalsozialisten keinerlei Schuld trifft - macht
also deutlich, wie Deutschland nach dem Verbrechen an Juden und vielen
anderen das Verbrechen an den Palästinensern vorbereiten half: das
Verbrechen nach dem Verbrechen.

Tatsächlich stammt das erste Zitat aus Broders wohlwollender
Besprechung des Buches 'Plädoyer für Israel' von Alan Dershowitz,
Rechtsanwalt und Professor an der Harvard-Universität, auf den Norman
G. Finkelstein in seinem Buch 'Antisemitismus als politische Waffe'
detailiert eingeht und den er als einen Funktionär Israels entlarvt,
der völkerrechtliche Vereinbarungen für nicht bindend erklärt, der
für 'politische Liquidierungen' und Kollektivstrafen, etwa die
'automatische Zerstörung' palästinensischer Dörfer nach einem
Terroranschlag plädiert, der die Zerstörung von Wohnhäusern als
'durch und durch moralisch' empfiehlt, der dafür plädiert,
Verdächtigen eine Nadel unter die Fingernägel zu schieben, um damit
für den 'größtmöglichen Schmerz' zu sorgen und der für ethnische
Säuberungen plädiert, auch wenn die 'nicht immer freiwillig'
ablaufen.

"Wer Israel antastet, bringt damit unweigerlich einen göttlichen Fluch
auf sich. Wer Israel segnet, wird von Gott im Gegenzug dafür mit Segen
belohnt... Das Heil kommt aus den Juden... Wer euch (d.h. Israel)
antastet, tastet meinen Augapfel an." Diese aus der Bibel abgeleitete
bzw. entnommene Reinwaschung Israels finden wir nicht in
'Antisemitismus als politische Waffe', sondern bei Roger Liebi, der die
Auseinandersetzungen im Nahen Osten 'im Licht der Bibel' als Erfüllung
von deren Prophezeiungen zu interpretieren sucht. Mit derart religiös
verbrämten Betrachtungen behelligt uns Norman G. Finkelstein zum
Glück nicht.

"Gottes Handeln an Israel ist als Beispiel und Vorbild für die Völker
zu verstehen. Auch der Anspruch des modernen Staates Israel auf das
Land gründet sich auf die Bibel: 'Das Land der Verheißung dem Volk
der Erwählung!' Gott hat nach der Bibel Israel zum 'Licht der Völker
gemacht." Auch diese Thesen macht sich Norman G. Finkelstein zum Glück
nicht zu eigen. Er kommt nicht auf die Idee, Rechte aus einem Text
abzuleiten, den jemand vor mehreren tausend Jahren verfaßt hat, um
damit die ideologische Basis für das Denken und die Selbstwahrnehmung
einer Gruppe von Menschen zu schaffen. Diese Thesen vom 'auserwählten'
Volk und seinem Recht auf das 'verheißene' Land stammen von Ernst
Schrupp.

"Israel ist heute ein Symbol für Anderssein und Differenz. Das
Gegenkonzept ist die faschistisch durchsetzte Homogenität...
Anerkennung und Verteidigung des jüdischen Staates oder islamistische
Barberei - dies ist der 'Wendepunkt', vor dem die Menschheit im
gegenwärtigen Moment der Geschichte steht." Auch dies ist zum Glück
kein Zitat von Norman G. Finkelstein. In dieses irreale, von extremem
Gut-Böse-Denken geprägte, die Realität verkehrende Weltbild
versteigt sich Matthias Küntzel in 'Djihad und Judenhaß', der dem so
genannten antideutschen Spektrum zuzurechnen ist und der sich mit
seiner Aussage in eklatanten Widerspruch zu namhaften Israelis wie dem
Träger des Aachener Friedesnpreises Reuven Moskovitz begibt, der in
der Ideologie, wie sie in Israel vorherrscht, dieselben Denkstrukturen
sieht, wie sie typisch sind für den Faschismus, der Probleme nur durch
Gewalt meint lösen zu können.

"Der weltweit auflebende manifeste Antisemitismus, der sich zunehmend
auch körperlich gegen Juden richtet, zeigt, wie gefährlich
Verschwörungstheorien sind. Denn sie nähren diesen Antisemitismus, so
wie sie von ihm zehren... Seit dem 11. September 2001 haben
antisemitische Verschwörungstheorien Konjunktur... An der Frage, ob es
auf längere Sicht einen Platz für Juden in der Welt gibt, wird sich
erweisen, wie menschlich diese Gesellschaft wirklich ist." Auch dies
ist zum Glück kein Zitat von Norman G. Finkelstein. Es stammt vielmehr
aus einem Buch, das die in Richtung Krieg gegen den Iran treibenden
Israel-Lobbyisten von 'Honestly Concerned' empfehlen, ein Buch des
RBB-Journalisten Tobias Jaecker mit dem Titel 'Antisemitische
Verschwörungstheorien nach dem 11. September'.

Was die Betrachtungen von Roger Liebi, Ernst Schrupp, Matthias Küntzel
und Tobias Jaecker gemeinsam haben, ist deren Absicht, Israel als Maß
aller Dinge zu bewerten und essentielle Kritik an den vom Staat Israel
begangenen Verbrechen abzuwehren oder zumindest von ihnen abzulenken.
Der 1953 in New York als Sohn von Holocaust-Überlebenden geborene
Politikwissenschaftler Prof. Norman G. Finkelstein setzt dem seine
Perspektive mit wohltuender Klarkeit entgegen. Er hat kein Interesse
daran, Verwirrung zu stiften, mit Begriffen wie 'Antisemitismus' und
'Verschwörungstheorie' das Denken zu blockieren und zu vermengen, was
nichts miteinander zu tun hat. Auf die Situation der Deutschen bezogen
formuliert er:

"Die Sühne für vergangene Verbrechen darf niemals zur Duldung
aktueller Verbrechen führen. Die moralische Herausforderung, die sich
daraus für die Deutschen ergibt, könnte nicht größer sein. Sie
besteht darin, einerseits der Verantwortung gerecht zu werden, die
ihnen aus den Verbrechen des 'Dritten Reichs' gegen das jüdische Volk
erwächst, es andererseits aber auch nicht zuzulassen, daß ihnen
aufgrund dieses schrecklichen Vermächtnisses das Recht abgesprochen
wird, aktuelle Verbrechen anzuprangern, nur weil diese von einem Staat
begangen werden, der sich als jüdisch definiert. Sich dieser
Herausforderung zu stellen, ist in Wahrheit die würdigste Form der
Holocaust-Erinnerung." (S.20)

Norman G. Finkelstein sieht neben den im Nahen Osten unter dem Vorwand
der Terrorbekämpfung begangenen Verbrechen den weltweit unter Berufung
auf den 11. September im Rahmen des so genannten 'Kriegs gegen den
Terror' ausgeübten Kriegsterror und den damit verbundenen,
verheerenden Verfall der erkämpften moralischen Wertvorstellungen:

"Der israelisch-palästinensische Konflikt [wirkt] für die ganze
Menschheit vergiftend... Was sich... seit dem 11. September 2001
geändert hat, ist, daß die USA und Israel es nunmehr darauf anlegen,
die während der letzten hundert Jahre bei der Entwicklung von Völker-
und Menschenrecht erzielten Fortschritte mit vereinten Kräften
rückgängig zu machen." (S.20/21)

Norman G. Finkelstein nennt die Verbrechen Israels beim Namen. Er
stellt sich der Tendenz entgegen, sie biblisch, juristisch oder
sonstwie zu verbrämen. "Das von Israel in den besetzten Gebieten unter
dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung geschaffene Schreckensregime"
bedeute "Entführungen, illegale Haft, systematische Folter, die
willkürliche Anwendung von Gewalt, Luftangriffe auf wehrlose Städte
und so weiter..." (S.21) So faßt er zusammen, was er im zweiten Teil
seines Buches ausführlich belegt. Die Palästinenser seien 1948 wie
seinerzeit die amerikanische Ur-Bevölkerung einer "ethnischen
Säuberung zum Opfer gefallen". Für ihn ist das, was 1948 geschah,
keine Fügung Gottes, keine Erfüllung der Prophezeihungen der Bibel
und auch kein sonstwie zu beschönigender Vorgang. Er führt aus:

"Wie bereits erwähnt, besteht heute ein wissenschaftlicher Konsens
darüber, daß die Palästinenser im Jahr 1948 Opfer einer ethnischen
Säuberung geworden sind. Benny Morris, israelischer Historiker...,
ist... zu der folgenden Auffassung gelangt: Moralisch betrachtet sei
diese ethnische Säuberung - wie im übrigen auch die 'Vernichtung' der
amerikanischen Ureinwohner - eine gute Sache gewesen; juristisch
betrachtet stehe den Palästinensern keinerlei Rückkehrrecht zu; und
politisch betrachtet habe Israels großer Fehler 1948 einzig und allein
darin bestanden, daß die Zionisten 'die Vertreibung nicht in
größerem Umfang durchgeführt und das gesamte Land - also ganz Israel
bis hin zum Jordan - [von Palästinensern] gesäubert haben'. Wie
widerwärtig Morris' Auffassung in moralischer Hinsicht auch immer ist,
man kann ihm nicht vorwerfen, falsche Schlüsse aus den Fakten gezogen
zu haben." (S.27/28)

Kernstück der Betrachtungen von Norman G. Finkelstein sind die
Aspekte, wie sie mit dem Titel des Buches 'Antisemitismus als
politische Waffe' umschrieben sind. Es sind Betrachtungen, die gerade
in einer Zeit, in der Israel - gedeckt durch die USA - in eínen
offenen Krieg eingetreten ist, von höchster Aktualität und Brisanz
sind:

"Um den Blick auf die Wirklichkeit zu verstellen, müssen
Ablenkungsmanöver durchgeführt, müssen Tatsachen verdreht werden.
Diese künstlichen Kontroversen speisen sich... aus... der
Mystifizierung der historischen Ursachen des Konflikts, ...aus der
Beschwörung des Antisemitismus und des Holocaust..." (S.30)

"Diese in schöner Regelmäßigkeit neu inszenierte, bis ins kleinste
Detail durchkomponierte Oper, die den Zuschauern medienwirksam die
erschreckenden Ausmaße des weltweiten Antisemitismus vor Augen führen
soll, verfolgt nicht den Zweck, Antisemitismus zu bekämpfen. Vielmehr
dient die Aufführung dieser Oper immer wieder und in erster Linie
dazu, das historische Leid der Juden auszubeuten, um Israel gegen
jedwede Kritik immun zu machen. Immer wenn Israel durch verstärkten
internationalen Druck dazu gebracht werden soll, sich als Gegenleistung
für die Anerkennung duch die arabischen Nachbarstaaten aus besetzten
arabischen Gebieten zurückzuziehen, ist es höchste Zeit für eine
Neuinszenierung des 'neuen Antisemitismus'." (S.53/54)

"Wer Israel kritisiert, soll als verkappter Antisemit erscheinen, und
die wahre Situation soll auf den Kopf gestellt werden. Unter der
'gegenwärtigen Belagerung'... leiden demnach nicht etwa die
Palästinenser; die Opferrolle kommt allein Israel (und Juden) zu."
(S.72)

"Diejenigen, die Israel auch dann noch kritisieren, wenn sich das Land
an das Völkerrecht hält, können wir mit Fug und Recht als
Antisemiten bezeichnen. Doch diejenigen als Antisemiten abzustempeln,
die Israel wegen seiner Völkerechtsverletzungen kritisieren, ist
blanker Zynismus." (S.20)

"Die schlimmsten Feinde im Kampf gegen den wahren Antisemitismus sind
jedoch die Philosemiten. Das macht sich vor allem in Europa bemerkbar.
Weil die Philosemiten glauben, aus Rücksicht auf das historische Leid
des jüdischen Volks die Augen vor den israelischen Verbrechen
verschließen zu müssen, versetzen sie Israel in die Lage, seinen
mörderischen Weg unbehelligt weiterzugehen. Was sie dabei übersehen
ist, daß genau das Antisemitismus schürt und schließlich auf die
Selbstzerstörung Israels hinausläuft. Daß Philosemiten auch
hinsichtlich der Machenschaften der amerikanisch-jüdischen Eliten gern
beide Augen zudrücken, hat sich ebenfalls als katastrophal erwiesen.
Wie schon gesagt, genießen die jüdischen Eliten in den Vereinigten
Staaten enormen Wohlstand. Die Kombination aus wirtschaftlicher und
politischer Macht hat bei ihnen, was nicht weiter verwunderlich ist,
ein Gefühl jüdischer Überlegenheit entstehen lassen. Diese
jüdischen Eliten hüllen sich in den Deckmantel des Holocaust,
inszenieren sich als Opfer... und tun jede Kritik als neuerliche
Manifestation des 'Antisemitismus' ab. Aus dieser Brühe, zu deren
Zutaten ungeheure Macht, chauvinistische Arroganz, eine vorgetäuschte
(oder eingebildete) Opferrolle und schließlich die Gewißheit gehört,
daß Kritik aufgrund des Holocaust ausbleibt, aus dieser Brühe
schöpfen amerikanisch-jüdische Eliten eine beängstigende
Rücksichtslosigkeit und Skrupellosigkeit. Neben Israel sind es vor
allem diese Eliten, die dafür sorgen, daß der Antisemitismus in der
heutigen Welt neue Nahrung bekommt. Um diese Leute herumzuscharwenzeln
ist keine Lösung. Sich ihnen in den Weg zu stellen schon." (S.139)

Was Norman G. Finkelstein hier in erster Linie auf die USA bezogen
formuliert, sollten wir auch speziell in Deutschland beherzigen. Auch
wir sollten uns den Leuten der USA-Israel-Lobby, die weite Teile
unserer Gesellschaft und speziell der Medien durchsetzt, in den Weg
stellen. Wir sollten es nicht ohne scharfe Proteste abgehen lassen,
wenn beispielsweise der Zentralrat der Juden in Deutschland in
anmaßender Weise im Namen aller Juden den unter fadenscheinigen
Gründen begonnenen Krieg Israels gegen die palästinensische
Bevölkerung im Gaza-Streifen und gegen die Bevölkerung des Libanon zu
legitimieren sucht und den Versuch unternimmt, Israel (und die USA) von
der 'Verantwortung für die aktuelle Situation' freizusprechen, ein
Morden, das US-Außenministerin Condoleezza Rice am 21.7.2006 zynisch
als die 'Geburtswehen eines neuen Nahen Ostens' bezeichnet.

Es wundert nicht, wenn die von USA-Israel-Lobbyisten durchsetzten und
ideologisch kontrollierten Medien das Buch 'Antisemitismus als
politische Waffe' entweder ignorieren oder darüber herziehen und wie
die 'Frankfurter Rundschau' das Buch als Versuch werten, bei dem der
Autor sich verheddert, oder wie die 'taz' die darin dargelegten
Betrachtungen als 'schlicht' abwertet und den politischen Gewinn des
Buchs als gering abtut, das zudem das Wesen des Judenhasses verkenne.
Das alles wundert in der Tat nicht, denn Norman G. Finkelstein erkennt:
"Der Vorwurf, die Medien schürten den neuen Antisemitismus, wird
benutzt, um den ohnehin schon äußerst geringen Anteil der
Berichterstattung, der es schafft, sich der ideologischen Kontrolle zu
entziehen, auch noch loszuwerden." (S.73)

Diese ideologische Kontrolle müssen wir als solche erkennen, um sie
dann bekämpfen zu können. Das gilt insbesondere in einer Zeit, in der
der mit Hilfe des 11. September initiierte Krieg, auf Betreiben der
USA-Israel-Lobby sich immer weiter auszuweiten droht und zu einer die
Menschheit bedrohenden Gefahr wird. Auf diese Weise ist Norman G.
Finkelsteins Buch in der aktuellen Situation, in der der geplante Krieg
gemäß der Strategie-Betrachtungen 'A Clean Break' von 1996 und
'Rebuilding America's Defenses' vom September 2000 um einen
wesentlichen Schritt ausgeweitet wird, ein ganz wichtiger Anstoß, der
dazu beitragen kann, die Welt zur Besinnung zu bringen. Denn er hilft
uns, eine falsche Scham abzulegen und zu verurteilen, was zu
verurteilen dringlichstes Gebot ist. </quote>
http://www.arbeiterfotografie.de/galerie/kein-krieg/hintergrund/index-israe
l-0005.html


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