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Re: Gussform ausfüllen mit Thermiteisen?

Von: Stephan Feinen (stephan@feinen.com) [Profil]
Datum: 01.07.2008 16:36
Message-ID: <uy74lvfgn.fsf@feinen.com>
Newsgroup: de.sci.chemie
"Leo Meyer" <leomeyer@gmx.de> writes:

> 1. Ist das Thermiteisen tatsächlich so flüssig, dass es auf einer
Fläche
> zerrinnt, oder könnte sich eher ein "Eisenhaufen" bilden? Die
Gussform hat
> ja Umgebungstemperatur; würde sich das Eisen zu schnell abkühlen oder ist
> diese Sorge unbegründet?

Das Eisen hat ca.2500 Grad und ist heiß genug, kalte Eisenbahnschienen
soweit aufzuheizen, daß sie mit dem flüssigen Eisen verschweißen...
Zum ordentlichen Gießen sollte das reichen.

> 2. Wie sollte das Gefäß für die Thermitmischung am besten aussehen?
Ich
> könnte mir eine Art Trichter vorstellen, aus dem das flüssige Eisen nach
der
> Reaktion herauslaufen kann; das Thermit würde dann oben gezündet. Oder
wäre
> eine Schöpfkelle besser, in der sich das Eisen sammelt, so dass man es in
> die Gussform gießen kann?

Beim klassischen Vorführversuch nimmt man einen Tonblumentopf, legt eine
kleine Metallplatte (z.B. Kupfermünze) auf das Loch im Boden. Dann füllt
man die Thermitmischung vorsichtig in den Topf und zündet oben an.
Das Thermit reagiert ab und das flüssige Eisen schmilzt die Münze durch.
Danach läuft das Eisen unten aus dem Topf heraus in die Schweißstelle.

Vorsicht! Wenn der Topf nicht vollkommen in Ordnung ist, kann er platzen
und dann läuft das Eisen überall hin. Bei der Bahn nimmt man ein
Gefäß
aus Schamotte. Das wäre ideal aber da kommt man wohl nicht so einfach dran.

Eine andere Frage ist, ob das so erzeugte Eisen als Werkstoff (Härte,
Korrosionsstabilität) geeignet ist...

gruß
stephan
--
"If gharstely creatures from before the Dawna Time starts wavin' at you
from under your bed, jus' you don't come complainin' to me,"
-- Gaspode the wonder dog
(Terry Pratchett, Moving Pictures)

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