Re: Katastrophenvoraussagen 06/2008 (Erdbeben,Vulkanismus)
Von: Stephan Feinen (stephan@feinen.com) [Profil]
Datum: 02.07.2008 16:02
Message-ID: <utzf8v0xe.fsf@feinen.com>
Newsgroup: de.sci.astronomie
Datum: 02.07.2008 16:02
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Rüdiger Thomas <th_sch@hotmail.de> writes: >> Hier die Liste des USGS (US Geological Service) für die letzten Tage (M6.0+) >> >> M 6.7, east of the South Sandwich Islands >> Montag, 30. Juni 2008 08:17 >> June 30, 2008 06:17:43 GMT >> >> M 6.0, Primor'ye, Russia >> Sonntag, 29. Juni 2008 22:53 >> June 29, 2008 20:53:03 GMT >> ... >> Welches der Ereignisse soll es denn gewesen sein? ... > > Exakt diese beiden Beben lagen in meinem Voraussageintervall und > liegen dabei beide auch unter denselben Kräftevektoren, unter welchen > sich die Erde hinwegdrehte, womit sie, bezüglich derselben > Kräfteeinflüsse, miteinander in Verbindung stehen. Moment, das eine Beben war im Pazifik und das andere mitten in Russland. Wenn du so weit auseinanderliegende Ereignisse korrelierst, mußt du auch nachweisen können, daß beide Beben die gleiche Ursache hatten. Du kannst also _schlüssig_ nachweisen, daß keine lokalen tektonischen Ursachen für diese beiden Beben in Frage kommen, sondern sie durch eine gemeinsame äußere Einwirkung ausgelöst wurden oder anders gefragt: Wie stellst du sicher, daß das aufgetretene Erdbeben aufgrund der von dir beschriebenen Mechanismen entstanden ist und nicht ein "normales" Erdbeben ist. Solange du diesen Nachweis nicht führen kannst, bzw. deine Vorhersagen nicht um mindestens eine Größenordnung genauer werden UND den Ort des Bebens zumindest grob beinhalten, ist das alles nicht viel wert. Wie trennst du deine Effekte von den Auswirkungen normaler Gezeitenkräfte? > Wie ich erwartet habe, was du aber offenkundig - mangels Erkenntnis - > nicht erwarten konntest, hat es am 01.07.2009 kein Beben größer oder > gleich M 6.0 gegeben. Und weil ich keines anhand meiner Thesen > erkennen konnte, habe ich in meinem Vorhersagelisting für Juli (in > diesem Forum) für diesen Zeitraum auch kein Beben angegeben; statt > dessen habe ich aber _KEIN_ Beben für den 01.07. angegeben - und liege > damit richtig! Ähem, du hast das jetzt nachweisbar für genau wieviele Fälle gemacht? Ein Treffer bei diesen Bedingungen ist reiner Zufall. > Ziehe mal die regionalen Nachbeben ab, dann wirst du erkennen, daß > Primärbeben, um die es eigentlich geht, weil sie unerwartet eintreffen > und den meisten Schaden anrichten; daher komme ich für Juli, z.B., > gerade mal auf etwa 8 Tage mit Erdbeben mit M >=6.0! Definiere Nachbeben. Nur weil zwei Beben zeitlich nahe bei einander liegen (auch im gleichen Gebiet), ist das zweite nicht automatisch ein Nachbeben. Wie weit die Ereignisse wirklich zuammenhängen, kann dir nur ein Geologe sagen. "Nur für den Juli" zählt nicht. Das sind statistische Messungen, bei denen du eine Menge Ereignisse hintereinander messen mußt. Und dann siehst du, daß im Jahresmittel ca. ein größeres Beben in zwei Tagen auftritt. Natürlich kommen die dann nicht alle zwei Tage. Das ist wie beim Würfeln, wo man auch schon mal 5 Sechsen hintereinander würfelt, obwohl sie nur jedes sechste Mal auftreten sollten. Hast du mal eine Poisson-Verteilung gemacht unter der Annahme, daß ca. 200 Beben mit M6.0+ im Jahr völlig zufällig eintreten? Gegen diese Wahrscheinlichkeiten mußt du deine Theorie bestätigen. Du mußt also für ein ganzes Jahr Vorhersagen (durchaus Tag für Tag) machen und dann prüfen, ob deine Vorhersagen signifikante Trefferzahlen erreichen, also weit über den statistisch zu erwartenden Treffern liegen. Treffer bedeutet dabei: Zum angegebenen Zeitpunkt finden Erdbeben in exakt der vorhergesagten Anzahl und Stärke im vorhergesagten Gebiet statt. Jede Abweichung ist ein Nichttreffer. Die Vorhersage muß entsprechend präzise (also in Zeitpunkt, Anzahl, Stärke und Lage) sein. Noch besser wäre eine Serie von mehreren Tagen an einem Stück. Damit trennt man sehr schnell Zufall von deterministischen Ereignissen. Eine Würfelserie von 5 Sechsern sagst du kaum voraus, aber wenn deine Theorie funktioniert, könntest du für fünf Tage hintereinander sicher vorhersagen, wann welche Erdbeben auftreten. Dein schwankender "Ätherdruck" muß sich auch sonst mechanisch äußern. Es sollte also möglich sein, Vorhersagen über andere makroskopische Ereignisse zu treffen, die dann auch mit deiner Erdbebenvorhersage korrelieren. Was ist z.B. mit Luftdruckschwankungen, Gezeitenhöhen, Bahnschwankungen? > Und þRauschen", womit du, deinen Äußerungen zufolge, wohl eher die > Interaktionen der Ströme in dem Organ, zwischen deinen beiden Ohren, > meinst, sehe ich überhaupt nicht: Jedes Erdbeben hat eine Ursache und > ich behaupte vorweg, daß ich bald dazu in der Lage sein werde, auch > geringere Magnituden als Fernwirkungen zu interpretieren. Zudem mache > ich, für mich intern, auch gelegentlich Voraussagen über potentielle > Epizentren, wobei ich bereits gute Erfolge verzeichne... Natürlich hat jedes Erdbeben eine Ursache. Bis zum Beweis des Gegenteils halte ich mich an den guten Herrn Ockham und sein Rasiermesser und gehe davon aus, daß die bisherigen geologischen Modelle das Problem genausogut beschreiben, ohne auf esoterische Konstrukte wie den (unbewiesenen) Äther ausweichen zu müssen. Aber den Sarg einer "neuen Äthertheorie" machen wir hier besser nicht mehr auf... gruß stephan -- "You can't find a hermit to teach you herming, because of course that rather spoils the whole thing." -- (Terry Pratchett, Small Gods)[ Auf dieses Posting antworten ]
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- Rüdiger_Thomas (02.07.2008 17:26)
- Stephan Feinen (04.07.2008 16:44)
- Rüdiger_Thomas (05.07.2008 15:38)
- Stephan Feinen (08.07.2008 11:45)
