Gefaehrliches Wissen, Die Funktion des Schluckaufs
Von: Richard Mathar (mathar@amer.strw.leidenuniv.nl) [Profil]
Datum: 27.06.2008 22:07
Message-ID: <86c9f$4865486d$84e5e00d$1618@news2.tudelft.nl>
Newsgroup: de.sci.alternativ
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Gefaehrliches Wissen (Wim Helsen, <a href="http://www.depers.nl">DePers</a>, 15 Nov 2007, aus dem NL) Der Schluckauf ist ein abnormales, unwillkuerliches Zusammenziehen des Zwerchfells nach einer Reizung eben dieses Zwerchfells. Man kann den Schluckauf bekommen nach zu vielem Essen, oder wenn man nach Luft schnappt, aber auch wenn man Hunger hat. Schluckauf kann verursacht werden durch Besaufen, zu schnelles Atmen oder durch einzelne Medikamente. Was der Schluckauf ist und was ihn verursacht, hat man inzwischen herausgefunden. Aber was ist die Funktion des Schluckaufs? Wozu dient er? Darauf hat die Wissenschaft noch keine Antwort. Die Hypothese des Oesterreichischen Speiseroehrenarztes und Schluckaufspezialiasten Wolfgang Waldheim umschreibt den Nutzen des Schluckaufgeraesches wie folgt: "Unter Einfluss des besagten Reizes erinnert sich unser Koerper daran, dass er einmal Fisch war und im Wassser lebte. Den evolutionaeren Uebergang den wir vom Wassertier zum Landtier vollzogen ging mit einer Menge Schlucken, Schnappen und Schuetteln einher. In einer Art von ritueller Erinnerung an diese muehevolle Periode unseres Bestehens, beginnt unser Koerper zur passenden Zeit ehrbietig zu hicksen. Durch den Schluckauf soll kein Koerper vergessen, wie viele unschuldige Schlachtopfer es unter unseren nach Luft schnappenden Vorvaetern gegeben hat. Soweit die Funktion. Wenn meine Behauptung stimmt, dann soll der Schluckauf verschwinden, wenn ein hicksender Mensch wieder in das Wasser eingetaucht wird. Dies bleibt in einem Experiment festzustellen." Am Sonntag dem 16 September 2001 um sieben Uhr morgens nahmen zehn maennliche Pruefpersonen in der Badehose am Beckenrand des staedtischen Schimmbades von Salzburg Platz. Jedem von ihnen wurden je zwei Flaschen Jaegermeister zur Verfuegung gestellt, die sie auf ihren nuechternen Magen hineinkippen mussten, bis sie zu hicksen begannen. Schon hicksend wuerden sie dann durch mehrere lokale Rettungskraefte untergetaucht werden bis der Schluckauf vorbei war. Wenn alle zehn auf diese Weise ihren Schluckauf losgeworden waeren, sollte Waldheim seine Vermutung als bewiesen ansehen. Ein freigiebiges Ausschenken nahm seinen Anfang. Leider bekamen allerdings nur drei der Prueflinge einen Schluckauf. Drei weitere begannen oesterreichische Marschlieder zu singen, einer machte sogar enthusiastische Annaeherungsversuche gegen die kurzberockte Assistentin des Professors, ein weiterer provozierte einen Bademeister indem er immerwaehrend an dessen Schnurbart zog, einer erbrach sich im Kinderschwimmbecken und schlief dann auf dem Sprungbrett ein. Nun musste das Experiment weitergefuehrt werden, denn um halb acht wuerde das Schwimmbad seine Tueren fuer den gewohnten Publikumsverkehr oeffnen. Die drei mit Schluckauf wurden deshalb in aller Eile ins Wasser geschmissen und eine Zeit lang untergetaucht durch Rettungsdienstler, waehrend Wolfgang Waldheim ihre Reaktionen vom Rande des Schwimmbades beobachtete. Da wurde er freilich im Scharmuetzel zwischen dem Bademeister und dem Bartzieher gestossen. Durch diesen Schrecken bekam nun auch der Professor den Schluckauf, und darum hielten die pflichtbewussten Retter nun auch ihn unter Wasser. Nun war niemand mehr uebrig, den Rettern das Zeichen zu geben wann die Hicksenden wieder zur Oberflaeche kommen durften, mit der Folge dass die drei Versuchspersonen mit Schluckauf und der Professor ungesund lange untergetaucht blieben. Als das Schwimmbad um halb acht seine Tueren oeffnete, trafen die fruehen Wasserliebhaber es dann doch in einem ungewohnten Zustand an: sie sahen sieben betrunkene Maenner, davon drei singend, einer schlafend, einer sich erbrechend, einer blutend und einer weinend in den Armen einer kurzberockten Frau. Ferner auch einen Bademeister mit einem halben Bart, und im Schwimmbad eine Hand voll bestuerzter Retter und vier ertrunkene Menschen, darunter einer in seiner Kleidung. Den armen Rettern wurde dies nicht krumm genommen, da sie nur Befehlen gefolgt waren, und dies nimmt man in Oesterreich nicht schnell uebel. Darueber hinaus waren drei der vier Gestorbenen Trinker, und daran war nicht viel verloren. Wolfgang Waldheim, zum Schluss, konnte seine Behauptung posthum als bewiesen ansehen, denn bei jedem der untergetauchten Schluckauf-Besitzer war der Schluckauf letztendlich verschwunden. RJM[ Auf dieses Posting antworten ]
