nntp2http.com
Posting
Suche
Optionen
Hilfe & Kontakt

BM-Segeln im Kalten

Von: Ignatios Souvatzis (u502sou@beverly.kleinbus.org) [Profil]
Datum: 15.10.2009 14:00
Message-ID: <slrnhde3m6.up.u502sou@marie.beverly.kleinbus.org>
Newsgroup: de.rec.sport.segeln
Die Dürre scheint, wenn auch nicht vorbei, so zumindest zeitweise
unterbrochen zu sein, und die Furt am Hafenausgang wurde ohne
Reittier unbenutzbar (112cm am Pegel OW). Trotz des kalten Wetters
wagten wir uns gestern - in passend aufgemotzten Kälteschutzanzügen
- aufs Wasser, da wir früh Feierabend machen konnten.

14:58 Bonn HBf, 15:12 an Oberwinter Bf, 15:25 an Club, 16:05 Motor
aus hinter dem Hafenausgang.

Bei 2-3 Bft aus ungefähr Nord ging es relativ zügig den Rhein hoch.
Probleme bereitete die Schifffahrt. Es ist erstaunlich, wie unsichtbar
die Außenkurve bei Unkel ist, wenn man sich am Oberwinterer Ufer
zwischen Pegel und Rampen befindet... merke: was auch immer du
hinter der Unkeler Kante zu Tal hervorkommen siehst, kommt auch
irgendwann aus dem toten Winkel wieder heraus, und ja, das kann so
lang dauern. Immer schön mitzählen, und nicht glauben, dass du dich
verzählt hast. Die Alternative wäre eine gute Webcam auf der Unkeler
Promenade sowie ein wasserdichter und stoßfester tragbarer Rechner
mit Funk- Netzzugang auf dem Boot.

Kurz: wir mussten erstmal am Wind zurück, um den dritten im Bunde
vorbei zu lassen, und dann noch ein Stückchen, weil wir dann nicht
mehr an dem zu Berg fahrenden Schubverband vorbeikamen und auf den
auch noch warten mußten.

Dank des leicht westlichen Windes kamen wir problemlos um die
südliche Unkeler Ecke herum. Auf dem geraden Stück dahinter -
zwischen Remagen (lu) und Erpel (ru) - war wieder interessantes zu
sehen. Talwärts die Ecke aus Richtung Linz/Kripp, jenseits der
ehemaligen Brücke, wurde etwas sichtbar, was an einen seitlich
gekoppelten Schubverband erinnerte. Oder doch zwei getrennte Schiffe?
Hm, in der Entfernung konnte ich nur ein rotierendes Radar erahnen...
Am Ende waren es doch zwei Schiffe, die die ganzen 1.5 km von der
Kurve bis zur Unkeler Kurve, wo wir sie beobachten konnten, parallel
auf gleicher Höhe fuhren. Wohl dem, der Kanal 10 senden und empfangen
kann.

Wir passierten den Erpeler Fähranleger und mussten dann aber vor
Erpel weiter am Ufer fahren, da zwei weitere Talfahrer hintereinander
kamen - trotz des Abstandes hatte mir auch der zweite schon zu weit
gedreht, um bei dem momentan schwachen Wind vor ihm noch den Rhein
zu queren. Wir kamen allerdings auch kaum noch vorwärts, blieben
sozusagen ein paar Meter oberhalb der Brücke bei Rhein-km 632.8
hängen - exakt dort kommt ja die ganze Rheinströmung der Außenkurve
an.

Beim Zurückkreuzen ab 17:47 wurde es wieder etwas spannend.
Rechtzeitig vor einem neuen Talfahrer waren wir gerade auf die
Erpeler Seite gewechselt und hatten ihn vorbeigelassen, als zunächst
zwei Bergfahrer unterhalb zu sehen waren - Blaue Tafel bei ihnen
wie beim Talfahrer gesetzt. Also mit dem Restwind schnell nach
Remagen 'rüber, denn sonst wären wir bei wenig Wind im flachen
Wasser der Kurve außerhalb des Fahrwassers den Wellen nahezu
antriebslos ausgesetzt gewesen.  In der Außenkurve kamen wir gut
an den insgesamt dann vier Schiffen vorbei (es kam noch ein Bergfahrer
dazu, ebenfalls auf der Unkeler/Erpeler Seite) und hatten zum Schluß
einen schönen langen Anlieger, der uns noch gut an den roten Unkeler
Tonnen vorbeibrachte. Anschließend hielten wir uns mit kurzen
Holeschlägen auf der Oberwinterer Seite außerhalb der grünen Tonnen,
steuerten dann großzügig hinter dem Damm die dortigen Steg an und
starteten den Motor. Der Wind war soweit eingeschlafen, dass wir
ihm - zumindest in der Abdeckung im Hafen - davonfuhren und so ohne
Zeitverlust die Segel bergen konnten. Fest am Steg um 18:42.

-is
--
seal your e-mail: http://www.gnupg.org/

[ Auf dieses Posting antworten ]