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Re: nach Schottland segeln

Von: Tobias Crefeld (tc-jus@myway.de) [Profil]
Datum: 25.06.2009 21:02
Message-ID: <B3WaZsyKxVB@tc-jus.myway.de>
Newsgroup: de.rec.sport.segeln
Hei ner  Rist haus meinte:

(Schottland)
> wie sind denn eigentlich Ankergrund und -tiefe? Wieviel Kette muss ich
> noch anschaffen?

Viel Kraut, gelegentlich Fels, eher selten Sand. Weite Flachstellen zum
freien Ankern sind selten, 5..6 m WT bei 2..3 m Tidenhub eher die Regel.
In engen Ankerbuchten (die Regel) kann man gelegentlich auch mit ein paar
sportlichen Exkursionen Landleinen an Felsen ausbringen. Wir haben diese
Landfeste dann meist dem Hauptanker vermurt.

Bei einem 31-ft.-Charterboot hatten wir 60m Kette und zwei vermurte Anker
(CQR + Stockanker mit 6 m Kettenvorlauf), was sich in 4 Wochen bewährt
hatte. Der CQR solo ging gleich in der zweiten Nacht auf Wanderschaft.

Bei einem 49-ft.Boot mit 80 m Kette haben wir auch vemurt geankert, CQR +
Danforth mit 10 m Kettenvorlauf. Hat auch gehalten.

Leinen statt Ketten habe ich bei keinem Boot gesehen. Zweitanker sind bei
den Einheimischen nur bei längerer Liegezeit üblich, aber mehr als einmal
habe ich dafür auch Boote auf dem "Trockenen" gesehen. Sieht man dort
meist etwas lockerer, solange niemand an Bord ist - alles ne Frage der
Versicherung...

In "Häfen" werden zunehmend Muringbojen ausgelegt. Die sind nach meiner
Beobachtung alle sehr zuverlässig, wenn auch gelegentlich recht kurz
angebunden, was bei Schwell für unruhiges Liegen sorgt.
Ansonsten verbreiten sich langsam auch im Norden die Schwimmstege, sind in
den Hebriden aber immer noch die Ausnahme. Piers sind in der Regel für
Fähren reserviert und mit dem Tidenhub ist das ja auch nicht immer so
prickelnd mit den Entern einer 3m hohen Pier.
Dinghi mit ausreichend Freibord ist dementsprechend Pflicht.
--
Gruss,
Tobias.


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