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Re: Meter und Meilen in der gewerblichen Seefahrt?

Von: HC Ahlmann (hc.ahlmann@gmx.de) [Profil]
Datum: 17.06.2009 18:30
Message-ID: <1j1g65g.wmwn4m15jloebN%hc.ahlmann@gmx.de>
Newsgroup: de.rec.sport.segeln
Michael Hess <mhess_de@web.de> wrote:

> Alexander Stielau schrieb:
> > Am Wed, 17 Jun 2009 07:06:36 +0900 schrieb Michael Hess:

> >> Das funktioniert leider nur im Grossen Masstab des alltäglichen
> >> Lebens... ist aber leider eben wissenschaftlich spätestens
> >> problematisch aus vielen Gründen.
> >
> > Nenne einen.
>
> Korrektursekunde/Minute/stunde
> Schaltjahr

Das ist kein überzeugender Grund, denn mit keinem Einheitensystem ist
dieses Argument auszuräumen:

> Das ist eben die Krux die Erde ist kein Uhrwerk wo sich alles schön
> aufteilt.


> Ja klar ist eine Bogenminute überall eine Bogenminute (solange ich mich im
> Euklidischen Raum bewege und Einstein artig außen vor lasse ;-) ) aber sie
> ist eben nicht überall 1852m lang und das ist die Länge auf der die
> nautische Meile (aka Seemeile) definiert wurde.
>
> Und damit ist die nautische Meile Bestandteil eines Einheitensystems. so
> wie das CGS oder SI System.

Es ist ein Fehler, ein Winkelmaß zwecks Integration in ein
Einheitensystem auf ein Längenmaß zurückzuführen, denn es
funktioniert
nur bei bestimmten Voraussetzungen wie konstantem Radius (oder bekannter
Radiusfunktion). Nur weil der Erdradius nicht angegeben wird, weil Länge
und Breite auf der Erdoberfläche reichen, ist er nicht zu
vernachlässigen. Eine Definition, die dies außer Acht läßt, taugt
mangels Allgemeingültigkeit nicht und wird eine Fehlerberechnung
mitgeschleift, taugt sie nicht mangels Praxistauglichkeit.
Das Polarkoordinatensystem mit der Seemeile als Bogenminute funktioniert
auch auf Merkur und Jupiter.

> Richtig, warum sind sie denn wohl in der Polarregion nicht
> Mercatorkarten? Weil dann alles nicht funktionieren würde.

Soll die fehlende Längen- und Flächentreue der Mercator-Projektion dem
Polarkoordinatensystem zugerechnet werden? Warum nicht eine besser
geeignete Projektion wie die gnomische wählen?

> Ja stimmt, wenn man die Karte richtig den Anweisungen gemäß nutzt.
Drücke
> jemanden Unwissenden ne Seekarte in die Hand und du erlebst
> Überraschungen.

Drücke jemandem eine Karte mit Gauß-Krüger-Netz und eine Tabelle mit
Hoch- und Rechtswerten in die Hand und du erlebst Überraschungen
(Streifen, 500-km-Konstante).

> Es geht darum das sich sphärische Geometrie, wie sie für
"Globen" gilt
> ganz böse mit dem normalen Verständnis des Menschen beisst, der ist
> nämlich kartesisch vorgeprägt.

Beleg für die Behauptung? Ich bezweifle diese Vorprägung, denn fragt man
jemanden nach dem Weg, gibt es Schulterzucken oder eine Richtungs- und
Entfernungsangabe, aber nicht zwei rechtwinklige Entfernungsangaben.
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte

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