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Re: Meter und Meilen in der gewerblichen Seefahrt?

Von: Alexander Stielau (aleks@oerks.de) [Profil]
Datum: 17.06.2009 01:04
Message-ID: <slrnh3g97m.sf8.aleks@gnargl.oerks.de>
Newsgroup: de.rec.sport.segeln
Am Wed, 17 Jun 2009 07:06:36 +0900 schrieb Michael Hess:
> Das funktioniert leider nur im Grossen Masstab des alltäglichen
> Lebens... ist aber leider eben wissenschaftlich spätestens
> problematisch aus vielen Gründen.

Nenne einen.

> Schön, das eigentliche Problem ist aber (was ich auch Peter
> verzweifelt zu erklaeren versuche)
> das
> 1) kein Einheitensystem in Stein gemeißelt ist.

Das ist kein Einheitensystem! Du versuchst nur eins daraus zu machen,
weil Du einen Maßstab anlegst, um die Ausdehnung einer Bogenminute in
der Ebene zu begreifen. Eine Bogenminute ist auch auf dem Jupiter oder
auf einem Fußball eine Bogenminute.

> 2) Die Praktikabilität der Seemeile mit der Mercator-projektion
> zusammenhängt wie hier so schön bei der Erklärung der Seemeile
> gesagt wird.

Wo ist da ein Problem?
Navigationskarten sind bis auf in den Polregionen Mercatorkarten.

UTM/Gauß-Krüger ist zwar ein schönes Koordinatensystem, aber es ist
für
Navigation im klassischen Sinne ungeeignet - man kann dort Punkte
machen, aber daraus nicht ablesen, welche Kurs man steuern muß.

> "Nautische Meilen sind in der Seefahrt auch heute noch insofern
> praktisch, als dort oftmals Mercator-Karten zur Navigation
> verwendet werden. Über das Maß eines Breitengrades können so
> schnell Distanzen zweier Positionen in nautischen Meilen bestimmt
> werden. Da Mercator-Karten keine längentreue Abbildung
> darstellen, ist eine solche Vorgehensweise jedoch nur auf
> kleinere Gebiete mit möglichst gleich bleibendem Breitengrad
> anwendbar."

Ja, richtig. Und wo ist das Problem?
Du hast noch nie mit Mercatorkarten navigiert, oder?

> Ihr die hier mich mehr oder minder heftig anmacht, versucht doch
> bitte mal das Integral für eine Kugelvolumen in einem
> XYZ-Koordinaten System (aka Kartesisches) herzuleiten.
> sagt mir Bescheid wie lange ihr braucht um auf das Ergebnis
> V=(4/3)Pi*r^3 zu kommen.

Ich verstehe nicht.

Navigation hat in der Regel das Ziel, Abstand und Kurs von zwei bis mehreren
Punkten auf der Oberfläche herauszufinden (oder man hat eine andere
Unbekannte in der Gleichung).
Das kann man rechnerisch und zeichnerisch lösen.
Von jeher ist das besonders bei kleinen Entfernungen (sagen wir mal
300sm) zeichnerisch meistens einfacher.

Rechnerisch gibt nach kurzem Googlen das hier genug Futter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Orthodrome - die passende Formel konnte
schon mein rechenschwächelnder 3com PalmPilot ohne rot zu werden
durchnudeln.

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