Re: Meter und Meilen in der gewerblichen Seefahrt?
Von: Michael Hess (mhess_de@web.de) [Profil]
Datum: 18.06.2009 00:56
Message-ID: <79takpF1nbbv1U1@mid.individual.net>
Newsgroup: de.rec.sport.segeln
Datum: 18.06.2009 00:56
Message-ID: <79takpF1nbbv1U1@mid.individual.net>
Newsgroup: de.rec.sport.segeln
HC Ahlmann schrieb: > Michael Hess <mhess_de@web.de> wrote: > >> Alexander Stielau schrieb: >>> Am Wed, 17 Jun 2009 07:06:36 +0900 schrieb Michael Hess: > >>>> Das funktioniert leider nur im Grossen Masstab des alltäglichen >>>> Lebens... ist aber leider eben wissenschaftlich spätestens >>>> problematisch aus vielen Gründen. >>> Nenne einen. >> Korrektursekunde/Minute/stunde >> Schaltjahr > > Das ist kein überzeugender Grund, denn mit keinem Einheitensystem ist > dieses Argument auszuräumen: > >> Das ist eben die Krux die Erde ist kein Uhrwerk wo sich alles schön >> aufteilt. > > >> Ja klar ist eine Bogenminute überall eine Bogenminute (solange ich mich im >> Euklidischen Raum bewege und Einstein artig außen vor lasse ;-) ) aber sie >> ist eben nicht überall 1852m lang und das ist die Länge auf der die >> nautische Meile (aka Seemeile) definiert wurde. >> >> Und damit ist die nautische Meile Bestandteil eines Einheitensystems. so >> wie das CGS oder SI System. > > Es ist ein Fehler, ein Winkelmaß zwecks Integration in ein > Einheitensystem auf ein Längenmaß zurückzuführen, denn es funktioniert > nur bei bestimmten Voraussetzungen wie konstantem Radius (oder bekannter > Radiusfunktion). Nur weil der Erdradius nicht angegeben wird, weil Länge > und Breite auf der Erdoberfläche reichen, ist er nicht zu > vernachlässigen. Eine Definition, die dies außer Acht läßt, taugt > mangels Allgemeingültigkeit nicht und wird eine Fehlerberechnung > mitgeschleift, taugt sie nicht mangels Praxistauglichkeit. Bis dahin mein Reden solange ich nicht Sage das ich die Merkurseemeile, Erdseemeile oder Jupiterseemeile meine bin ich aufgeschmissen(ohne angabe des Radius der Kugel) denn alle Seemeilen sind unterschiedlich lang. Und iwr brauchen diese Projektion in den 2D-Raum (aka Länge/Distanz) sehr oft! > Das Polarkoordinatensystem mit der Seemeile als Bogenminute funktioniert > auch auf Merkur und Jupiter. AAAber das Problem ist.. die Seemeile wird schon lange nciht merh als Winkelminute definiert sie ist als 1852m festgelegt weil eben die alte Definition zuviel verschieden Seemeilen ergab. So ergibt sich ja die Seemeile nach der Traditionellen Definition (ogenminute) zu einem *mittleren* Wert von 1852,216m, den aber keiner benutzt. Natuerlich benutzen wir alle den handlicheren Wert 1852m Leider finde ich keine besser Zusammenfassung http://de.wikipedia.org/wiki/Seemeile#Geschichte "Aufgrund der Erdabplattung misst eine Meridianminute der geographischen Breite jedoch am Äquator 1842,90 m, an den Polen aber 1861,57 m. Hingegen ergibt sich für eine vom Erdmittelpunkt aus gemessene Bogenminute am Äquator eine Bogenlänge von 1855,31 m. An den Polen verkürzt sich diese Bogenlänge wegen des geringeren Polradius' auf 1849,12 m." "So wurde bis 1929 von Großbritannien für das Maß der Seemeile zur Länge der englischen Meile eine Länge von genau 800 englischen Fuß hinzugezählt (insgesamt 6080 Fuß), woraus sich das Maß von 1853,18 Metern für die englische Admiralty Mile ergab. In den USA galt bis 1954 als Maß der Seemeile die U.S. nautical mile, die mit 6080,20 feet festgelegt war, was umgerechnet einer Länge von 1853,24 Metern entspricht. International übergreifend, wurde das Maß der International Nautical Mile 1929 auf der „Internationalen Hydrographischen Konferenz“ in Monaco auf 1.852,01 m festgelegt. Abweichend hiervon geben jedoch DIN 1301-1 und die unten erwähnte Broschüre des BIPM an, dass damals der Wert 1852 m für die „international nautical mile“ angenommen wurde. Das Admiralty Manual of Navigation (1964) unterscheidet zwischen der nautischen Meile und der Seemeile: die nautische Meile ist eine standardisierte, feste Länge [1852 m]; die Seemeile ist die Länge, die einer Bogenminute gemessen entlang des Meridians in der geographischen Breite der jeweiligen Position entspricht und ist daher variabel, etwa zwischen 1843 m und 1862 m." Der witz ist doch der, in der Nautik wird zwar die Seemeile als (grob) 1 Bogenminute gelehrt. Aber später werden Distanzen in sm Angegebn mit dem Hintergedanken 1sm52m) Bei der Angabe "Kurs 220 Distanz 200sm" (Orthodroms) wird stillschweigend Vorausgesetzt das wir auf der Erde sind. Dieselbe Angabe auf dem Jupiter unter der Voraussetzung das ich eben mit der klassischen Definition der sm (ogenminute) und nicht mit der 1sm52m arbeite könnte mich in grobe bedrängnis bringen. Wenn ich z.B. die Reichweite mit 2500sm_(Erde) für ein betanktes Schiff angebe, so sind das eben nicht 2500sm_(Jupiter). >> Richtig, warum sind sie denn wohl in der Polarregion nicht >> Mercatorkarten? Weil dann alles nicht funktionieren würde. > > Soll die fehlende Längen- und Flächentreue der Mercator-Projektion dem > Polarkoordinatensystem zugerechnet werden? Warum nicht eine besser > geeignete Projektion wie die gnomische wählen? Nun die Praktikabilität der MercatorProjektion im kleinen un mittleren Maßstab ist ja existent das ist IIRC der Grund warum sie sich durchsetzte. > >> Ja stimmt, wenn man die Karte richtig den Anweisungen gemäß nutzt. Drücke >> jemanden Unwissenden ne Seekarte in die Hand und du erlebst >> Überraschungen. > > Drücke jemandem eine Karte mit Gauß-Krüger-Netz und eine Tabelle mit > Hoch- und Rechtswerten in die Hand und du erlebst Überraschungen > (Streifen, 500-km-Konstante). Isch weiss... Schau dir viele Karten an die hier (Japan habe sie aber auch oft in Deutschland schon gesehen) Geschäfte anbieten um sie zu finden, das sind meist die kurvenfrein Karten wo alle Strassen "gerade" sind dann bekomme ich oft Schreikrämpfe. Weil da werden manchmal kleine Strassen einfach weggelassen. Das ist in einem Land wo Strassen oft keine Namen (und somit Schilder) haben extrem Behindert. Aber ich schweife ab >> Es geht darum das sich sphärische Geometrie, wie sie für "Globen" gilt >> ganz böse mit dem normalen Verständnis des Menschen beisst, der ist >> nämlich kartesisch vorgeprägt. > > Beleg für die Behauptung? Ich bezweifle diese Vorprägung, denn fragt man > jemanden nach dem Weg, gibt es Schulterzucken oder eine Richtungs- und > Entfernungsangabe, aber nicht zwei rechtwinklige Entfernungsangaben. Also in meiner Welt heisst es meist "Bis zur Kreuzung/Ampel/Baum und dann rechts 500m und sie sind da" was recht kartesisch ist. Nur extrem selten bekommt man ein "ja also in die Richtung (aka Winkel) 700m Luftlinie (aka Vektor)" als Antwort. Und nur Ausbilder beim Bund sagen "Diese Richtung 5km in X Minuten sehen wir uns da!". Aber unsere Welten mögen different sein. Aber ich finde wir driften jetzt wirklich weit von der ursprünglichen Frage ab. Servus, Michael -- 34Deg. 52' 25.04'' N; 135Deg. 39' 38.92'' E "Gott gebe mir die Kraft zu ändern, was ich kann. Das Unvermögen zu akzeptieren was ich nicht kann und die Unfähigkeit den Unterschied zu erkennen!" (Calvin)[ Auf dieses Posting antworten ]
Antworten
- mhess (18.06.2009 01:01)
- Edgar Warnecke (18.06.2009 06:25)
- mhess (18.06.2009 06:00)
- Wolfgang Allinger (18.06.2009 23:17)
- HC Ahlmann (18.06.2009 10:33)
- Jakob Achterndiek (18.06.2009 10:43)
- mhess (18.06.2009 12:38)
