Re: Meter und Meilen in der gewerblichen Seefahrt?
Von: HC Ahlmann (hc.ahlmann@gmx.de) [Profil]
Datum: 18.06.2009 10:33
Message-ID: <1j1i0v6.6giklwf4vszcN%hc.ahlmann@gmx.de>
Newsgroup: de.rec.sport.segeln
Datum: 18.06.2009 10:33
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Michael Hess <mhess_de@web.de> wrote: > HC Ahlmann schrieb: > > Michael Hess <mhess_de@web.de> wrote: > Bis dahin mein Reden solange ich nicht Sage das ich die > Merkurseemeile, Erdseemeile oder Jupiterseemeile meine bin ich > aufgeschmissen(ohne angabe des Radius der Kugel) denn alle > Seemeilen sind unterschiedlich lang. Und iwr brauchen diese > Projektion in den 2D-Raum (aka Länge/Distanz) sehr oft! Auch die Projektion in eine ebene Karte kommt ohne globale Festlegung der Seemeile aus. > AAAber das Problem ist.. die Seemeile wird schon lange nciht merh > als Winkelminute definiert sie ist als 1852m festgelegt weil eben > die alte Definition zuviel verschieden Seemeilen ergab. Nach alter Definition war eine Seemeile ein Winkel, genau eine Bogenminute, deren Länge ortsabhängig ist. Damit bleibt das zugrundeliegende Polarkoordinatensystem unangetastet und die Abweichung der Längen gehört als Parameter zur jeweiligen Projektion der Erdoberfläche in eine Karte. Ihre Darstellung als fixe Länge ist fehlerbehaftet (Erdradius, Meßverfahren, Gestaltannahme der Erde), wie im Vergleich der Definition nach Längen zutage tritt, und nicht mehr zwanglos mit dem Polarkoordinatensystem in Einklang zu bringen, 60-mal 1852m ergibt eben nicht überall 1° Breite. Die Korrektur wird aus der Projektion in die tägliche Arbeit verlagert und schafft Mehraufwand und Fehlerquellen ohne erkennbaren Vorteil an Bord. > So ergibt sich ja die Seemeile nach der Traditionellen Definition > (ogenminute) zu einem *mittleren* Wert von 1852,216m, den aber > keiner benutzt. Natuerlich benutzen wir alle den handlicheren > Wert 1852m Es spricht nichts dagegen, das mittlere Länge zu benutzen, aber als Mittel einer abgeleiteten Größe taugt es nicht zur Definition einer Maßeinheit. > Der witz ist doch der, in der Nautik wird zwar die Seemeile als > (grob) 1 Bogenminute gelehrt. Aber später werden Distanzen in sm > Angegebn mit dem Hintergedanken 1sm52m) > Bei der Angabe "Kurs 220 Distanz 200sm" (Orthodroms) wird > stillschweigend Vorausgesetzt das wir auf der Erde sind. Diese nicht widerlegte Alltagserfahrung, auf der Erde zu sein, i.V.m. der Neigung, auf dieser Scheibe alles in Längen messen zu wollen, widerlegt doch nicht, daß Polarkoordinaten das geeignetere System für Ortsbestimmungen auf kugelähnlichen Körper sind. > Dieselbe Angabe auf dem Jupiter unter der Voraussetzung das ich > eben mit der klassischen Definition der sm (ogenminute) und > nicht mit der 1sm52m arbeite könnte mich in grobe bedrängnis > bringen. Als Fred vom Jupiter wird Dir dieser Fehler nicht passieren. Zur Feststellung Deines Standorts auf einer Kugel hilft das Polarkoordinatensystem vergleichsweise schnell und einheitenfrei. > Wenn ich z.B. die Reichweite mit 2500sm_(Erde) für ein betanktes > Schiff angebe, so sind das eben nicht 2500sm_(Jupiter). Das Problem wäre trivial mit einem Dreisatz zu lösen, entsteht aber auch wieder aus dem Bemühen, einen Winkel als Länge darzustellen, weil nicht zwischen Oeientierung auf einer Kugeloberfläche und Leben auf einer Scheibe unterschieden wird. > >> Richtig, warum sind sie denn wohl in der Polarregion nicht > >> Mercatorkarten? Weil dann alles nicht funktionieren würde. > > > > Soll die fehlende Längen- und Flächentreue der Mercator-Projektion dem > > Polarkoordinatensystem zugerechnet werden? Warum nicht eine besser > > geeignete Projektion wie die gnomische wählen? > > Nun die Praktikabilität der MercatorProjektion im kleinen un > mittleren Maßstab ist ja existent das ist IIRC der Grund warum > sie sich durchsetzte. Das gilt aber nicht für die von Dir angeführten Polarregionen. Die Mercatorprojektion versagt dort, weil sie den Pol auf einer Strecke, dem Kartenrand, abbildet; aber das Polarkoordinatensystem ist immer noch eindeutig. Und um damit navigieren zu können, braucht es eine geeignete Projektion, beispielsweise die gnomische oder mittenabstandstreue Azimutalprojektion. [kartesische Vorprägung] > Also in meiner Welt heisst es meist "Bis zur Kreuzung/Ampel/Baum > und dann rechts 500m und sie sind da" was recht kartesisch ist. Nee, das das sind zwei Richtungangaben -erst zur Kreuzung/Ampel/Baum, dann rechts- und eine Entfernungsangabe. Bei einer kartesischen Wegbeschreibung gäbe es nur zwei zueinander rechtwinklige Entfernungsangaben zu bekannten Richtungen, z.B. 783m ostwärts und 237m nordwärts, die nur zufällig auf den vorhandenen Straßen zurückgelegt werden können (Manhattan oder Mannheims Innenstadt mit ihren weitgehend rechtwinkligen, nicht nordorientierten Straßengittern). Ein Koordinatensystem, das mit Richtung zu Kreuzung/Ampel/Baum und der rechts abgehenden Einmündung aufgespannt wird, ist affin. Kartesische Koordinatensysteme haben gegenüber affinen rechtwinklige Achsen und gleiche Einheiten auf beiden. > Aber ich finde wir driften jetzt wirklich weit von der > ursprünglichen Frage ab. Ja, stimmt, gewerbliche Seefahrt ist in diesem Faden über Bogenminuten und Meilen nicht mehr vorgekommen; macht aber nichts, denn 20-Fuß-Container sind auf Segelbooten selten. -- Munterbleiben HC <http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte[ Auf dieses Posting antworten ]
