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Re: Aufnahme von Brahms, "Ein Deutsches Requiem" gesucht

Von: Michael Jacobi (jacobi.enterprises@t-online.de) [Profil]
Datum: 28.06.2008 20:52
Message-ID: <g4619h$l30$01$1@news.t-online.com>
Newsgroup: de.rec.musik.klassik
Nautilus wrote:

> In article <g42s6r$km7$02$1@news.t-online.com>,
>  Michael Jacobi <Jacobi.Enterprises@t-online.de> wrote:
>
>> Ein MUSS, weil beinahe schon von Kuriositätenwert, ist auch Klemperers
>> EMI-Aufnahme: meines Wissens die mit Abstand langsamste auf dem Markt
>
> Keineswegs.

...womit Du offenbar Recht hast, wenn die Angaben auf der von Rene
geposteten Seite stimmen.

http://www.klassik-prisma.de/Deut.Requiem.htm


> Es gab oder gibt eine mit Giulini (DG, ich glaube mit dem
> VPO sowie Bonney und Schmidt als Solisten), die noch langsamer ist.

Die hatte ich mal kurz, und ich erinnere mich, dass sie mir überhaupt nicht
zusagte. Deutlicher erinnere ich mich an Giulinis m.E. ganz *furchtbare*
Version des *Mozartschen* Requiems - Mozarts steht eigentlich nur auf dem
Cover, zu hören ist Puccini... ;-)

> Auch Kempe (Grümmer, Fischer-Dieskau (?)) ist wenigstens in manchen
> Sätzen langsamer als Klemperer, übrigens ohne dass das für das Dt.
> Requiem zum Problem würde.

Laut Klassik-Prisma (Tabelle am Ende der Seite) stammt die langsamste
Aufnahme von Celibidache (während die frühere Klemperer-Einspielung sogar zu
den schnellsten gehört).

> Achtung, noch mal zum Mitschreiben: Dass Klemperer in allen seinen
> Live- oder Studio-Aufnahmen prinzipiell der Langsamste unter den
> Dirigenten war, ist ein Schmarren.

Von "allen" Aufnahmen oder von "prinzipiell" war auch nicht die Rede.
Ein
Irrtum meinerseits bleibt's dennoch, und ich vermute mal, dass mich die
schiere Wucht der Klemperer-Aufnahme diese als langsamer empfinden lässt,
als sie tatsächlich ist.

>
>> und
>> von einer tiefsinnsgeschwängerten Wucht
>
> Klemperers Studioaufnahme ist nicht mehr und nicht weniger als ein
> Gegenpol zu Herreweghes Aufnahme: mehr Pathos, vermutlich größerer
> Chor und größeres Orchester als Herreweghe, große Gesten, wo
> Herreweghe lyrisch ist usw.

Eben.

> Die beiden Aufnahmen ergänzen sich IMO sehr gut.

Nun ja - natürlich reden wir letztlich immer über sehr persönliche
Werturteile. Und nach meinem Dafürhalten hat nun mal ein Sänger, der sich
beim "Herr, lehre doch mich" in Heldenpose aufplustert (bzw. ein Dirigent,
der solches zulässt oder fordert) schlicht den Sinn des Textes nicht
verstanden. Schließlich heißt es "Herr" und nicht
"Assassino"... ;-)


Gruß

Michael


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