Re: Vinyl ist naeher am Masterband
Von: Andreas Hünnebeck (acmh@gmx.de) [Profil]
Datum: 13.05.2008 01:55
Message-ID: <68s3lsF2uul2aU1@mid.individual.net>
Newsgroup: de.rec.musik.hifi
Datum: 13.05.2008 01:55
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Thobias Schreiner schrieb: > Andreas Hünnebeck <acmh@gmx.de>: > >> Wieder einer mehr, der das Shannontheorem nicht verstanden hat. Das sieht >> man jedenfalls an seinem Artikel "Zeitauflösung in der Musikproduktion": >> http://www.studio-magazin.de/Leseproben/Zeitaufloesung.pdf > > irgendwie war ich heute zu ungeduldig. Könntest Du möglicherweise > vieleicht eine kurze Zusammenfassung der zentralen Thesen Den Artikel musst Du schon selber lesen. > und Deine Widerlegungen derselben posten? Es ist theoretisch soweit (fast) alles richtig, aber der Knackpunkt ist die zeitliche Auflösung von 22 us bei 44 kHz. Die zeitliche Auflösung spielt beim Ohr nur eine Rolle, soweit es das Richtungshören betrifft. Dabei ist jedoch nur der minimale mögliche Zeitunterschiend zwischen den Kanälen (bei Stereo) interessant, und der ist um Größenordnungen geringer - jedenfalls auch bei 44/16 weitaus geringer als das menschliche Ohr wahrnehmem kann. Letzteres haben viele Leute nicht verstanden, der Autor anscheinend auch nicht. Was ich weiterhin ankreide: Der Autor behauptet, daß der Mensch trotz anerkannter oberer Hörschwelle von 20 kHz Signale höherer Frequenz "irgendwie" wahrnehmen würde. Er spricht sogar von "neueren wissenschaft- lichen Untersuchungen", die das belegen würden. Allerdings nennt er diese nicht. Soweit ich mich damit auseinandergesetzt habe, gibt es solche ernsthaften wissenschaftlichen Untersuchungen nicht, und die, die es gegeben hat, sind als fehlerhaft widerlegt worden. Siehe dazu Paper 5401 von der 7. AES-Convention, wo die japanischen Wissenschaftler Ashihara Kaoru und Kiryu Shogo (beide ETL) anhand verschiedenen Experimente nachgewiesen haben, daß das tatsächliche Hören von Klangunterschieden höherfrequenter Signale (größer 20 kHz, hier waren es 31.5 kHz) nur auf niederfrequente Intermodulationsprodukte (hier beim verwendeten Lautsprechersystem) zurückzuführen ist. Diese Intermodulationsprodukte ließen sich im Spektrum (mit einem Mikrofon aufgenommen) auch nachweisen und waren im Originalsignal selbstverständlich nicht vorhanden. Der Mastering Ingenieur Bob Katz schreibt in seinem Buch "Mastering Audio - the art and the science" (2. Auflage, Seite 251ff), daß Klangunterschiede zwischen 44/16 und 96/24 nur auf den Resamplingprozeß (bzw. das verwendete Lowpassfilter) zurückzuführen sind. Er hat dazu mehrfach Hörtests, auch mit Kollegen, gemacht. Tschau Andreas -- Andreas Hünnebeck | email: acmh@gmx.de ----- privat ---- | www : http://www.huennebeck-online.de PGP-Key: http://www.huennebeck-online.de/public_keys/pgp_andreas.asc GPG-Key: http://www.huennebeck-online.de/public_keys/andreas.asc[ Auf dieses Posting antworten ]
