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Re: An Rezepte halten oder nicht (was: Sinn einer NG)

Von: K.U.Schmidt@online.de (k.u.schmidt@online.de) [Profil]
Datum: 16.09.2008 00:07
Message-ID: <7193dd33-4445-484d-942d-dee0a4f87ee0@25g2000hsx.googlegroups.com>
Newsgroup: de.rec.mampf
Hallo Jürgen,

On 15 Sep., 19:49, Jürgen Dollinger <juergen-
usenet2...@magrathea.ulm.ccc.de> wrote:
> Rene Gagnaux <rg_02_n...@renegagnaux.com> wrote:
> > Andreas Neste <andreas.ne...@gmx.de> wrote:
> >>Deshalb ist es meiner Meinung
> >>nach nicht wirklich hilfreich sich beim Zubereiten von Speisen stur an
> >>Vorgaben zu halten. Mehr als ein Anhaltspunkt kann m.E. ein noch so
> >>genaues Rezept meist kaum sein.
>
> Kommt IHMO schon sehr auf das Rezept an. Es gibt welche wo man
> gleich merkt, dass es einem so nicht schmecken wuerde

Das war und ist für mich mittlerweile oft ein Argument, gerade dieses
Rezept zu testen (außer es würde jetzt Tonnen von Fenchel oder
frischem Koriander enthalten :-)). Meine Erfahrung bei solchen
Rezepten - mit scheinbar nicht zusammenpassenden Zutaten - ist
ungefähr fifty-fifty. Manches ist wirklich ungenießbar, anderes
schmeckt okay bis gut und so ca. 20 % sind eine echt positive
Überraschung. Nun gehört es in meinen Alltag viele Rezepte zu testen,
ist etwas anderes als wenn man "nur" für sich bzw. die Familie kocht -
das ist in keiner Weise abwertend gemeint. Ich koche ab und zu für
meine Nichten und da achte ich auch sehr darauf, dass ich keine
Experimente mache ;-).
Aber ansonsten kann es schon spannend sein, mal ein scheinbar ganz
abwegiges Rezept zu testen oder auch mal selbst was auszuprobieren.
Neulich hatte ich Zwetschgen, Steinpilze übrig, und wollte schon seit
langem einen Nudelteig mit Kakao zubereiten. Also habe ich Cannelloni
aus Kakao-Nudelteig mit Steinpilzen und Zwetschgen gefüllt. Hat
supergut geschmeckt (nicht nur mir ...).

> Was ich viel schlimmer finde ist, dass die Tatsache, dass sich viele
> nicht an Rezepte halten als Ausrede dafuer benutzt wird wenn das Rezept
> nichts taugt, weil die eine Haelfte der Zutaten uebrig bleibt und eine
> andere ploetzlich aus dem Nichts auftaucht.

Full ack. Mehr als einmal in meinen Kochkursen erlebt. Wobei mich das
nur nervt, wenn dann dem Rezept respektive mir die Schuld zugeschoben
wird, wenn es nicht schmeckt. Es besteht bei dieser Kochvariante
allerdings auch die Möglichkeit, dass was ganz anderes rauskommt, und
auch gut bis sensationell schmeckt.

Allerdings kommt es da meiner Meinung nach auch darauf an, wie viel
Erfahrung jemand beim Kochen hat. Anfängern rate ich schon eher dazu,
dass sie Rezepte befolgen, um Grundkenntnisse zu erwerben. Ist schon
mehr Wissen vorhanden, ermutige ich eher dazu, dass auch mal
ausprobiert wird. Denn was kann denn schon groß schief gehen, außer
dass einem das Essen mal nicht so wahnsinnig gut schmeckt.
Bei den Vielkochern bzw. erfahrenen Köchen, sehe ich es da bezüglich
experimentieren wieder die Gefahr, dass man sich auch auf ganz
bestimme Sachen "einschießen" kann. Bestimmte Gewürze, die man
besonders mag, oder besondere Zubereitungsarten und andere damit außen
vor lässt. Das ist z.B. auch bei einigen Fernsehköchen der Fall - mal
das abgedroschen Beispiel von Schuhbeck mit seinem Ingwer außen vor
gelassen (wobei das Interessante daran war, dass mir erst durch ihn
auffiel, dass auch ich fast schon automatisch meinen Gerichten Ingwer
zugefügt habe :-)). Da ist es dann IMO ganz gut, wenn man mal stur
nach einem anderen, scheinbar ausgefallenen Rezept kocht.

Viele Grüße,

Karina

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