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Re: Airline Flugplan

Von: tobias benjamin koehler (tbk.uncia@gmail.com) [Profil]
Datum: 24.06.2008 19:43
Message-ID: <4861325D.2060800@gmail.com>
Newsgroup: de.rec.luftfahrt
Tobias Schnell schrieb:

> Auch wenn gerade im SWR3-TopThema wieder erzählt wurde, dass nur ein
> voller Flieger einer Airline richtig Geld bringt: Das Ziel beim Yield
> Management ist sicher nicht, die Maschine bis auf den letzten Platz zu
> füllen, sondern den generierten Umsatz (=die Summe der von allen
> Fluggästen eines Fluges gezahlten Ticketpreise) des Fluges zu
> maximieren.

Umsatz maximieren sollte nicht reichen; der profit muss maximiert werden.
Ein reisender mehr bedeutet mehr energieverbrauch und weniger
luftfracht, die ggf. stattdessen mitgenommen werden könnte. (Die
zusätzlichen handgriffe aller am flug beteiligter personen, die "sowieso
da sind", weil das personal auf 100% auslastung hin beschäftigt wird,
sind dagegen nicht quantifizierbar.)
Der flugpreis sollte also zu den mehrkosten, die der fluggast
verursacht, in bezug gesetzt werden. Bei "1-Euro-Flügen" bringt der
passagier die kosten bestimmt nicht rein.

> Also, ist es nun besser, kurz vor Abflug die Preise zu senken oder zu
> erhöhen? Wenn man sich das Pricing in der Praxis betrachtet, wohl eher
> letzteres.

Wenn es überhaupt zahlungskräftige "sofort-fliegen-müsser" gibt.
Deren
anzahl ist auch begrenzt.

> Ich bin mir sicher, dass sich bei den Carriern Heerscharen von Leuten
> damit beschäftigen, jedem einzelnen Passagier einen Flugpreis
> möglichst nahe an der persönlichen Schmerzgrenze abzuknöpfen.

Das sicher. Manche fluglinien haben recht transparent verschiedene
preisniveaux, die auch kommuniziert werden, und der reihe nach von
billig nach teuer verkauft werden (es sei denn, jemand möchte
umbuchbarkeit und nimmt deshalb freiwillig den teureren preis, aber bei
den preisunterschieden ist es in dem fall manchmal billiger, ein
billigticket verfallen zu lassen).

Niki Lauda hat mal gesagt, dass bei jedem flug 10% der plätze zum
billigsten tarif verkauft werden. An voraussagbar sehr beliebten
terminen müssten aber eigentlich gar keine billigtickets verkauft
werden, weil es genug leute gibt, die gar nicht zu anderen terminen
fliegen können ....

tobias

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