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Manfred von Richthofen: Der rote Baron

Von: secura (secura@domainregistry.de) [Profil]
Datum: 27.04.2008 23:00
Message-ID: <487bca00-b201-41ad-a634-758c7f9ec939@s50g2000hsb.googlegroups.com>
Newsgroup: de.rec.luftfahrt
Der neue Filme "Der rote Baron" hat wieder die Aufmerksamkeit auf
Manfred von Richthofen gezogen.

Manfred Albrecht Freiherr von Richthofen wurde am 2. Mai 1892 in
Breslau als zweites von vier Kindern geboren. Seine Eltern waren der
Kavallerieoffizier Albrecht Freiherr von Richthofen (1859-1920) und
dessen Frau Kunigunde, geb. von Schickfus und Neudorff (1868-1962). Er
war ein Nachfahre des berühmten preußischen Feldmarschalls Leopold von
Anhalt-Dessau. Manfreds Geschwister waren die Brüder Lothar
(1894-1922), und Bolko (1903–1971) sowie seine Schwester Elisabeth
genannt Ilse (1890–1963).

Im Alter von neun Jahren zog er mit seiner Familie nach Schweidnitz.
Der Junge interessierte sich sehr für die Jagd und das Reiten. Nach
dem Besuch der Kadettenanstalt Wahlstatt trat er 1911 in das 1.
westpreußische Ulanen-Regiment Kaiser Alexander III. von Russland ein.

Zum Beginn des Ersten Weltkrieges war von Richthofen als
Patrouillenführer an der Ost- und Westfront eingesetzt. Um dem nach
dem Erstarren der Fronten einsetzenden Grabenkrieg zu entkommen,
ersuchte er 1915 um Versetzung zur Fliegertruppe. Anfangs diente er
als Beobachter in der Brieftauben-Abteilung-Ostende, der ersten
deutschen Bomberformation. Später ließ er sich zum Flugzeugführer
ausbilden. Im September 1916 kam er schließlich zur Jagdstaffel
(Jasta) 2, die unter dem Kommando von Oswald Boelcke stand. Seinen
ersten Abschuss erzielte er am 17. September 1916 über Cambrai.

Von Richthofen war ein geschickter Taktiker, der die von seinem Lehrer
Boelcke aufgestellten Grundsätze (Dicta Boelcke) genau beachtete und
vor einem Kampf meist alle Vorteile auf seine Seite brachte. Am 23.
November 1916 traf die Jasta 2 über Le Sars auf die Staffel des
bekannten britischen Fliegers Lanoe Hawker. Im Verlauf des Kampfes
entwickelte sich ein Kurvenkampf zwischen Richthofen, der einen
Albatros D.II-Doppeldecker flog, und Hawker in seinem Airco D.H.2. Der
Westwind trieb die Gegner über deutsches Gebiet, weshalb Hawker
schließlich den Kampf abzubrechen und auf alliiertes Gebiet
zurückzukehren versuchte. Von Richthofens Albatros war das schnellere
Flugzeug, deshalb konnte er den im Zickzack fliehenden Gegner
abschießen, wobei Hawker ums Leben kam.

Nach seinem 18. Luftsieg erhielt von Richthofen den Orden Pour le
Mérite, die höchste preußische Tapferkeitsauszeichnung.

Im Januar 1917 wurde von Richthofen die Führung der Jagdstaffel 11
übertragen. Diese Staffel wurde bald als „Fliegender Zirkus“ bekannt,
da die Männer ihre Flugzeuge bunt anstrichen, wobei Richthofen die
Farbe Rot bevorzugte.

Nach dem Tode von Max Immelmann am 18. Juni 1916 und Oswald Boelcke am
28. Oktober 1916 war Manfred von Richthofen der mit Abstand
erfolgreichste deutsche Jagdflieger. Es ist umstritten, ob die Briten
dem Flieger, dem der Abschuß oder die Gefangennahme Richthofens
gelang, das Victoria-Kreuz, Beförderung, ein eigenes Flugzeug als
Geschenk, 5000 Pfund Sterling und einen besonderen Preis der
Flugzeugfabrik, deren Flugzeug er benutzte, als Belohnung zusicherten.
Es gilt weiters als unklar, ob der deutschen oder englischen
Propagandaabteilung die Erfindung eines „Anti-Richthofen-Geschwaders“
zuzuschreiben ist, welches nie existiert hat.

In den Monaten, als Richthofen die Jasta 11 anführte, entwickelte sie
sich zu einer Eliteeinheit. Er selbst schoss über 20 britische
Flugzeuge ab, und auch seine Männer erzielten sehr hohe
Abschusszahlen. Diese Staffel hatte großen Anteil daran, dass die
Briten den April 1917 als „Blutigen April“ (bloody april) bezeichnen.
Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Piloten des Royal Flying
Corps und des Royal Naval Air Service war von 295 Stunden auf 92
Stunden gefallen.

Im Juni 1917 wurde das Jagdgeschwader 1 aus den Jagdstaffeln 4, 6, 10
und 11 aufgestellt. Alle vier Staffeln operierten unter dem Kommando
Manfred von Richthofens. Im Juli 1917 wurde er während eines
Luftkampfes schwer am Kopf verwundet und musste, kurzzeitig erblindet,
notlanden. Von dieser Verwundung sollte er sich nicht mehr erholen.

Am 21. April 1918 hob der Rote Baron mit einem Fokker-Dr.I-Dreidecker
und neun anderen Fliegern vom Flugplatz Cappy ab. An diesem Tag
verwickelte sich die Gruppe in einen Luftkampf mit den Sopwith Camels
der No. 209 Squadron RAF, angeführt von dem Kanadier Arthur Roy Brown.
Als sich der junge Leutnant Wilfrid May vom Kampfgeschehen entfernte,
jagte von Richthofen ihm nach. Brown sah, dass May in Schwierigkeiten
war, setzte sich hinter von Richthofen und schoss aus großer
Entfernung einige Feuerstöße, die wahrscheinlich fehl gingen. Während
von Richthofen May über die englischen Linien verfolgte, wurde er von
drei australischen MG-Schützen beschossen. Von einer Kugel tödlich
getroffen, stürzte von Richthofen nahe der australischen Stellung aus
niedriger Höhe ab.

Die tödliche Kugel war von rechts in den Oberkörper eingedrungen. Sie
hatte Lunge, Leber und Herz verletzt, bis sie schließlich verdreht auf
der linken Seite ausgetreten war, wo sie in von Richthofens
Fliegerweste stecken blieb. Obwohl lange Zeit Brown als Sieger über
Richthofen galt, ist es aufgrund der Ballistik wahrscheinlich, dass
die Kugel von einem der MG-Schützen abgefeuert wurde. Zwei Software-
Entwickler für Flugsimulatoren, ein Ballistik-Fachmann, ein
Gerichtsmediziner, ein Laser-Experte, ein Scharfschütze und ein
Historiker konnten nach vielfachen Untersuchungen und
Nachinszenierungen darlegen, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit der
australische MG-Schütze Sergeant Cedric Popkin war,[1] der Manfred von
Richthofen abschoss. Neuere Forschungen von amerikanischen
Neuropsychologen lassen vermuten, dass Richthofen aufgrund der am 6.
Juli 1917 erlittenen Kopfverletzung ein posttraumatisches Syndrom
erlitten hat. Gegen ärztlichen Rat war er schon nach 40
Krankheitstagen wieder im Einsatz. Die Schädigung des vorderen
Hirnlappens bewirkte ein „fixierendes Verhalten“, welches dazu geführt

haben könnte, dass der „Jäger“ nicht von seiner „Beute“ lassen k
onnte,
obwohl diese schon tief hinter die eigene Front geflohen war.

Das Buch "Manfred von Richthofen: Der rote Baron" enthält eine
Filmographie, eine Biographie sowie Richthofens Autobiogaphie. So
entsteht eine rundes Bild von dem Flieger.

Manfred von Richthofen: Der rote Baron, ISBN: 3837019306
EAN: 9783837019308
Libri: 1658751
April 2008 - kartoniert - 220 Seiten
Preis: 29,95 EURO
Filmographie - Biographie - Autobiographie.
Paperback.

Marc Mueller
http://www.domainregistry.de/der-rote-baron.html

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