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Re: Goldner Schnitt?

X-FaceVon: Arnulf Sopp (arnulf@maaaddin.de) [Profil]
Datum: 02.07.2008 00:40
Message-ID: <1ju8vjok9gkp0.dlg@news.hacktory.de>
Newsgroup: de.rec.kunst.misc
Am Tue, 01 Jul 2008 16:45:56 +0200 schrieb Stefan Weinzierl:

> Für unser Beispiel ergibt "21" verdreifacht "63". Ergibt
sich
> z.B."62", ist meine berechnete Ziffernfolge sicher irgendwie
> fehlerhaft.

Das erschließt sich mir jetzt nicht, muss es aber auch nicht (bitte
nicht erklären!). Wennste mich fragst, haste einfach falsch
verdreifacht. Aber Schwamm drüber.

> Auf hundert Werte bezogen (0-99) ergibt sich also ein Verhältnis
> von... 32 zu 68.
> Auch beim goldnen Schnitt ist das Verhältnis auch nur ungefähr 1/3
> zu 2/3.

Das wäre genau 0,5. Da ist aber schon ein Unterschied. Bei Wikipedia
nachzulesen: Das Teilungsverhältnis beim GS ist ca. 1,618. Hier
interessiert der reziproke Wert von etwa 0,618, weil Du andersrum
dividierst. In Deinem Beispiel ergibt sich jedoch ca. 0,47. Das ist
nicht vergleichbar.

> Deswegen zunächst vorab einmal meine Frage, inwieweit trifft
> überhaupt meine Rechentransformation den goldenen Schnitt?

Eigentlich gar nicht, wie man sieht.

> Trotzdem würde es mich schon interessieren, ob es Ansätze gibt, den
> Goldenen Schnitt nicht nur auf Proportionen sondern auch auf
> Verteilungen von Farben, Ornamenten etc. anzuwenden.

Hier ist Wikipedia sehr gesprächig. Gerade verweilte ich dort ein
wenig, weil es interessant ist.

> Daraus könnten sich meiner Meinung nach  künstlerisch ganz
> interessante Möglichkeiten ergeben. Man könnte z.B. so 100 oder
> 10.000 Kästchen irgendwie nach der Art von Vasarely ... gruppieren,

Vasarely, Bill usw. in Ehren, aber das Thema ist irgendwie
ausgelutscht. Als es neu war, war es kreativ, aber heute kann man
damit bestenfalls noch ein Mathe-Schulbuch illustrieren. Malewitsch
mit seinem schwarzen Quadrat auf weißem Grund (oder war es
umgekehrt?) war revolutionär, heute ist jedes ähnliche Bild nur noch
langweilig.

Man sollte den Goldenen Schnitt auch nicht überschätzen. Er wird auch
"harmonische Teilung" genannt, weil wir diese Proportion so
empfinden, aber kein Kunstwerk genügt diesem Verhältnis wirklich - es
sei denn, der Künstler habe es zuerst berechnet. Der Goldene Schnitt
ist schön, aber ein paar Zentimeter daneben auch.

--
Tschüs!

Arnulf

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