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Re: was wäre?

Von: Claudia Kastl (ckastl@t-online.de) [Profil]
Datum: 20.05.2008 15:02
Message-ID: <g0ui57$eur$03$1@news.t-online.com>
Newsgroup: de.rec.kunst.misc
"Josef Mühlbacher" <josef_muehlbacher@utanet.at> schrieb im
Newsbeitrag
news:g0u9p4$35q$1@newsreader2.utanet.at...
>
> Du magst in deiner Einschätzung der Realitäten recht haben, auf diesem
> Planeten sind Ungerechtigkeiten zuhauf vorhanden. Ziehe also los und
> ändere diesen Zustand mit deinen Möglichkeiten.
> Ich sehe aber noch immer nicht die Notwendigkeit deswegen auf Kunst zu
> verzichten oder sie hintan zu stellen. Das eine schließt das andere doch
> nicht aus.

Richtig!
Und es geht auch keineswegs darum gute Leistungen nicht als solche zu
erkennen, zu fördern und zu würdigen. Mir geht es alleine darum die nicht
ganz heilige, also eher scheinheilige Allianz von Geld, Macht und
uneingeschränkten Einfluss vieler gepushter Leistungen zu kritisieren. In
diesem Sinne passt auch die Vermengung Soziales mit Kunst. Sind wir mal
ehrlich: Welches Bild kann wirklich 80 Millionen wert sein? Bzw. welcher
Namen kann in Proportionen honoriert werden die die Ernährungssituation in
manchen Ländern über Jahrzehnte sichern könnte?
>
>>> Ansporn?
>>
>> Natürlich Ansporn:) Jede Nation lässt sich klingende Namen eine Menge
>> kosten. Sinn der Museen ist es zu zeigen, dass dem so ist, ganz nebenbei
>> sind sie auch noch Dokuzentren der Wertschätzung  der Kultur befreundeter
>> Nationen.  Das geht nicht ohne Namen.            Aber Namen kommen nicht
>> von Nichts - Sie müssen GEMACHT werden.
>> machtlos-achtlos-
>> MACHT
>> LOS!!!!
>
> Schönes Wortspiel, aber was ist in diesem Zusammenhang Macht?

Macht ist eigentlich alles in diesem Zusammenspiel. Denn ein klingender Name
bedeutet Macht- auch posthum- Macht bedeutet Einfluss- auch posthum-
Einfluss bedeutet Vorbildfunktion- auch posthum- und so wird ewig
fortgeschrieben im Guten wie im Schlechten:)))

> Mein Ansinnen war es, zu hinterfragen ob Bilder, Objekte etc. für sich
> allein gestellt die Bedeutung behalten die wir ihnen beimessen wenn wir
> sie Namen zuordnen.

s.o. Sie würden, wenn nicht der unheilvolle Faktor Namen-Geldwert-Macht oft
überproportional betont dazukäme.

> Ob der zB. Rembrandt, der sich als Nichtrembrandt entpuppt ein anderes
> Bild wird, ob die Konstruktion von Rauschenberg wieder zu Müll wird wenn
> nicht Rauschenberg druntersteht, die aufgeblasene Hose von Franz West nur
> eine aufgeblasene Hose ist.

Na ja, kommt darauf an was sonst noch darin steckt (GGG)

> Es ging mir um die geschaffenen Dinge, nicht um eine menschenwürdigere
> Politik, die zugegebenermaßen nicht unwichtig ist, meiner Meinung nach
> aber hier eher eine sekundäre Rolle einnimmt.

Apropos Diäten - es ist angekommen (GGG)

> Der/die BetrachterIn von Kunstobjekten ist ein Mensch, bar jeglichen
> sozialen Status, womt ich nicht Bildung meine sondern die Hirarchie in der
> vorwiegend wirtschaftlich geprägten Gesellschaft. Der Harz4 geschädigte
> hat sein Denken genauso wie der fette Konzernboß. Der eine sieht das, der
> andere jenes im gleichen Ding. Auge - Hirn - Schlußfolgern.

Na eh!
Nur der Harz4Bürger will unbedingt dahin wo der van Goghkäufer seine
Museumsräume gerade ausstaffiert. Dumm aber wer will es verdenken?
Alles gleichmachen? Aber nein, nur ein bisschen mehr Goldstaub auch auf die
rieseln lassen, die ihre Mama damit pflegen und nicht einen goldenen
Wasserhahn galvanisieren wollen.
Ein Links, ein Rechts, ein Fallengelassen ist auch nicht die Erlösung, aber
ein bisschen mehr Anstand im Umgang mit Sozialen Problemen wäre der
Knackpunkt.

Gruß
Claudia



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