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Re: Kiron 2.0/28mm und 2.0/24mm

Von: Helmut Faugel (helmut.faugel@ipp.mpg.de) [Profil]
Datum: 06.11.2006 11:29
Message-ID: <ein2qf$d5q$1@gwdu112.gwdg.de>
Newsgroup: de.rec.fotografie
Dieter Lefeling schrieb:
> handerle@klosterneuburg.net schrieb:
>>das 24 mm-Objektiv verzeichnet praktisch nicht und vignettiert kaum.
>
> Also, ich habe noch kein 2/24 gesehen, das bei offener Blende nicht
> deutlich vignettieren wuerde. Abgeblendet ist das keine Kunst. <8)
>
> Allerdings bin ich ebenfalls immer wieder erstaunt, wie wenig selbst
> deutliche Vignettierung in realen "bildmaessigen" Aufnahmen auffallen
> kann. Soll heissen: wenn man *nicht* den blauen Himmel oder eine gleich-
> maessig ausgeleuchtete weisse Wand bildfuellend aufnimmt.

Blauer Himmel ist ohnehin ganz böse da die Helligkeit alles
andere als gleichmäßig ist.

> Mal zum Vergleich:
> Bei Canon hatte den (mit Ausnahme zweier optisch sehr einfach zu korri-
> gierender Typen) vor 30 Jahren praktisch jedes Weitwinkel, ohne dass man
> darum viel Worte gemacht haette. War selbstverstaendlich. Und bei licht-
> starken Weitwinkeln war das sowieso absoluter Standard. Nur - sowas
> kostet eben Geld. Wenn ein 2/24 oder 2/28 vom Fremdhersteller weniger
> kostet als ein Original-2,8er gleicher Brennweite, kann man sich denken,
> dass irgendwo gespart werden muss.
>
>> Bei Blende 2 ist es recht weich.
>
> Okay, auch teurere Objektive werden bei Abblendung sichtbar besser.
> Allerdings habe ich manchmal den Eindruck, dass es sich bei diesen 2/24
> und 2/28 Objektiven eher um "aufgebohrte 2,8er" handelt.

Aufgebohrt ganz sicher nicht, und auch in Sachen Vignettierung
wird's zu Originalobjektiven wenig Unterschiede geben, auch
dort gab man sich beim 2/24 und 2/28 mit Filterdurchmessern
von 49 - 55 mm zufrieden.

> Der optische
> Aufwand bei einem Weitwinkel mit doch recht hoher Lichtstaerke ist
> eigentlich gegenueber einem 2,8er merklich hoeher.

An der Anzahl der Linsen würde ich diesen Umstand nicht festmachen,
die Konstruktion einer Nahbereichskorrektur verursacht uU. gerade
den vermeindlich höheren Aufwand der sich in ein bis zwei Linsen
mehr niederschlägt.

So schön die Nahbereichskorrektur auch ist um zB. die Bildebnung
hinzubekommen so nachteilig kann sie sich auf die Verzeichnung
auswirken.

> Besonders dann, wenn
> das Teil dann bei Offenblende auch noch Leistung zeigen soll:
>
> Von Vivitar gab es zwei sehr aehnliche Objektive mit gleichen Kenndaten,
> die ebenfalls von Kiron gebaut wurden. Und zuuufaelligerweise ebenfalls
> 8/8-Konstruktionen. <8) Leistungsmaessig kamen diese bei Offenblende
> gemaess MTF-Messung der "Photographie" von 1981 nicht an ein sagenwirmal
> Canon oder Olympus 2/24 heran. Deren Mehrpreis bleibt halt doch irgendwo
> haengen.

Ein Vergleich der 2/28 wäre auch noch interessant, denn nach
meinen Erfahrungen ist zB. das Olympus 2/28 eine richtige
Gurke: Vignettierung und Schärfeabfall zum Rand sind da auf
dem Niveau des Canon EF 3,5-4,5/28-70 II bei 28 mm und offener
Blende und das ist wahrlich nichts berühmtes. Die chromatische
Queraberration ist sogar noch stärker und selbst auf Diafilm
leicht erkennbar.


--
Helmut Faugel

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