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Kritik: 7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug

Von: Andreas Edler (andreas@filmfacts.de) [Profil]
Datum: 12.11.2006 11:54
Message-ID: <otCdnWA_tsruYMvYnZ2dnUVZ8sKdnZ2d@giganews.com>
Followup-to: de.rec.film.misc
Newsgroup: de.rec.film.kritiken
>             7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug
>        gesehen am: 26.10.2006 (Kinoplex - Bad Oeynhausen)


Der erste Teil war schon nicht der Bringer. Ottos Witze - früher habe
ich mich gekringelt - reizen maximal zu einem müden Lächeln und deuts
che
Komödianten ... naja ... sollen sie Komödie machen, aber nicht auf ei
nem
Haufen. Sei's drum, wenn ich nicht gucke, kann ich auch nicht drüber
lästern ;-) Und ein bißchen neugierig war ich dann doch ...

>                          Zum Inhalt ...

Schneewittchen (Cosma Shiva Hagen) hat ein kleines Problem. Ihr
Haushofmeister Spliss (Hans Werner Olm) hat für eine Haarextension den
kleinen Prinz an das Böse, dessen Namen niemand kennt, vermacht. Nieman
d
ist nicht ganz korrekt, denn Zwerg Bubi (Otto Walkes) hat
Rumpelstilzchen (Axel Neumann) im Wald beobachtet und weiß nun wie er
heißt. Wie dem auch sei, Schneewittchen darf ihren kleinen Sohn nur dan
n
behalten, wenn sie den Namen von Rumpelstilzchen rauskriegt. Nur wie?

In ihrer Not besinnt sie sich auf ihre alten Freunde, die 7 Zwerge. Doch
die haben sich nach einer Finte des Rumpelstilzchens vor Jahren
getrennt. Nur Bubi wohnt noch im Wald hinter den 7 Bergen - wo er von
Schneewittchen besucht wird. Ohne zu wissen, dass Bubi den Namen kennt,
beauftragt sie ihn, danach zu suchen und darum die 7 Zwerge wieder
zusammen zu trommeln. Dies ist schnell geschehen und gemeinsam macht man
sich auf die Suche nach dem verlorenen Namen ...

>                              Hmm ...

Viele Köche verderben den Brei. So sagt man - und ich glaube, da ist ei
n
bißchen was dran. Die Elite der deutschen Comedy-Szene traf sich nach 2
Jahren erneut um weiter Abenteuer der 7 Zwerge sehr frei nach den
klassischen Märchen für die Leinwand aufzubereiten. Wie beim ersten T
eil
führte auch hier wieder Sven Unterwaldt Jr. Regie, nachdem er sich im
letzten Jahr ebenfalls an einem deutschen Sagenstoff - nämlich
"Siegfried" vergriffen hat.

Die Geschichte ist tatsächlich weitgehend losgelöst von den Märchen
zu
sehen und verwendet nur die Figuren und einzelne kleine Elemente, um
einzelne Sketche in ein klappriges Korsett zu pressen. Auf eine
durchgängige Handlung mit ansatzweise Spannung wie's weiter geht (sowas
gehört durchaus auch in eine Komödie - selbst wenn es Slapstick ist)
können Unterwaldt und sein Ensemble offensichtlich verzichten.

Jeder der Comedians bekommt seinen passenden Part und spult darin das
aus dem Fernsehen schon bekannte Programm ab. Mit den Variationen für
Märchen selbstverständlich. Das ist stellenweise sogar ganz amüsant
,
ermüdet aber auf Dauer, weil es einfach nichts Neues ist. Im Gegenteil,
manche der Darsteller können offensichtlich gar nichts. Rüdiger Hoffm
an
zum Beispiel ist mir ganz symphatisch ... trotzdem kann ich sein "Ich
weiß gar nicht, ob sie es schon wussten ..." langsam über. Genauso wi
e
das affektierte Gekasper der alten Hagen, die Tochter ist die einzige,
die in dem Film nicht rumkaspert und sammelt damit sogar Bonuspunkte
abseits ihres Äußeren.

Maaadin Schneider, Ralf Schmitz, auch der ansonsten geschätzte
Hans-Werner Olm bringen nichts anderes als sonst auch. Einigen der
Mitspielenden kann ich so schon nicht auf den Pelz gucken, aufgrund der
völligen Abwesenheit von Witzigkeit bei ihren Darbietungen. Hier gepaar
t
mit ungelenken Grimassen wird es doppelt schlimm. Und ganz oben drauf
sitzt der alternde Otto, der sich wahrscheinlich denkt "Never change a
running system" und seine Gags aus den 70er Jahren inkl. Hamstergickern
abspult.

Die Welt hat sich jedoch weiter gedreht und das Publikum, das damals
noch gelacht hat - ich ja auch! - hat sich satt gesehen und gehört an
einer "Kur in Bad Sägewerk" oder "Tante Kiefer und ihre Fichten".
Zumindest das Publikum in meinem Alter. Es waren überraschend viele
ältere Semester im Kino, bei denen ich mir wirklich keinen anderen Grun
d
für den Kinobesuch vorstellen konnte, als eben den alten Recken der
Fernsehkomiker auf der Leinwand zu sehen. Ich weiß nicht, ob sie sich
innerlich amüsiert haben - lautes Lachen konnte ich jedenfalls nicht
ausmachen.

"Die 7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug" ist ein Rohrkrepierer
allererster Kajüte. Ich habe mich lange nicht so über einen Kinobesuc
h
geärgert - wohl auch, weil ich etwas selektierter die Lichtspielhäuse
r
besuche. Die begleitenden Umstände beginnen mich mit fortschreitendem
Alter schlicht mehr und mehr zu nerven. Raubkopiererspots, gelangweilte
Mitarbeiter und pekige Bestuhlung machen mir manchen Besuch im Kino
mies. Wenn dann auch noch das Kinoplex 40 Minuten Werbung vor so einem
miesen Film zeigt, überlege ich mir den nächsten Trip ins Kino sehr
genau.

Andreas
--
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