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Kritik: Crank

Von: Andreas Edler (andreas@filmfacts.de) [Profil]
Datum: 16.10.2006 18:57
Message-ID: <o6GdneWMmrB_JK7YRVnyjA@giganews.com>
Followup-to: de.rec.film.misc
Newsgroup: de.rec.film.kritiken
>                              Crank
>        gesehen: 02.10.2006 (Kinoplex - Bad Oeynhausen)

"The Transporter" war damals eine ziemliche Überraschung in der Sneak.
Harte Action, ein absolut cooler Hauptdarsteller Jason Statham und eine
gar nicht mal so platte Story. Dabei waren unglaublichen Actionsequenzen
bei aller Übertreibung trotzdem halbwegs glaubwürdig. Der zweite Teil
war unvermeidbar und setze in Punkto Action noch einen drauf - wurde
dabei aber reichlich hanebüchen. Nun gibt Statham erneut einen
knallharten Typen. Der Trailer zu "Crank" machte auf jeden Fall den Mund
wässrig ...

>                            Zum Inhalt ...

Chev Chelios (Jason Statham) hat genug von seinem Job, will hinschmeiße
n
und mit seiner Freundin Eve (Amy Smart) einfach weg und ein neues Leben
anfangen. Für jeden Anderen ungewöhnlich aber machbar. Bei Chev ist d
as
etwas anderes, er ist Profikiller. Da steigt an nicht einfach aus! Für
seinen eigentlich letzten Auftrag bekommt er ausgerechnet die
Retourkutsche. Den Mord an Don Kim (Keone Young) bezahlt Chev mit seinem
Leben. Allerdings ist der "Bejiing Cocktail" welcher im injiziert wurde
ein schleichendes Gift. Eine Stunde bleibt ihm ... die er nutzen wird,
sich zu rächen!

Das Gift kann nur dadurch in seiner Wirkung verzögert werden, indem
Chelios Adrenalinschübe bekommt. Bei seiner Jagd auf seinen Killer
bieten sich ihm dazu reichlich Gelegenheiten - und wo sie sich nicht
bieten, provoziert er sie. So kommt er langsam dahinter, dass nicht nur
sein Mörder ein Interesse an seinem Tod hat ...

>                               Hmm ...

Deuka Anna! Das ging schon gleich gut los. In Ego-Shooter Perspektive
sieht der Zuschauer Chev aus seinem Schlafzimmer torkeln, bis dieser im
feudalen Wohnzimmer die erklärende Botschaft entdeckt. Ab da lassen Mar
k
Neveldine und Brian Taylor keine Zeit zum Erholen mehr. Chelios braucht
Adrenalin und bekommt es und der Zuschauer ist mit der Kamera immer
dicht dran.

Mit interessanten Zeitraffereffekten, Verzerrungen, Blenden und einem
oft sehr groben Bild gelingt eine rasante Optik. Und wo dieses Gezuppel
in anderen Filmen bemüht und pseudo-hipp daher kommt, macht es hier
richtig Spaß zu zusehen. Vor allen Dingen, da dieser Film endlich mal
keinen coolen Spruch bringt um zu zeigen wie wenig Ernst man sich nimmt.
"Crank" nimmt sich Ernst und Statham sorgt mit seiner Physis und seinem
stoischen Blick dafür, dass das sogar ordentlich rüber kommt.

Auch die weiteren (Neben)Rollen sind adäquat besetzt, bekommen aber
längst nicht soviel Zeit sich zu profilieren. Amy Smart gibt ein süß
es
blondes Dummchen, ein paar böse Bösewichter und zwei schmierige Freun
de
dürfen auch noch Vorlagen geben. Wobei mir gerade bei letzteren Dwight
Yoakam als Doc Miles Spaß gemacht hat. Schön trocken.

Trocken ist auch Chelios' Einstellung. Trocken und kompromisslos schläg
t
er sich zu seinem Mörder durch. Und die Kamera hält drauf. Für ganz
zart
besaitete ist "Crank" nicht gedreht worden. Und da der Film wohl klein
genug ist, konnte man auch auf die nur durch Schnitte zu erreichende
16er Einstufung verzichten. Gut so.

Ein sehr feiner, harter, kleiner Actionfilm mit einem unglaublich
präsenten Hauptdarsteller. Statham ist der kommende Actionstar - und
noch dazu ein authentischer. Bei Schwarzenegger sah das einhändige
Gattling-Gun Geballer zwar cool aus, aber geglaubt hat ihm das ja nun
niemand. Statham nimmt man seine Action ab!

Angucken, definitiv!

Andreas
--
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