nntp2http.com
Posting
Suche
Optionen
Hilfe & Kontakt

Kritik: X-Men 3

Von: Andreas Edler (andreas@filmfacts.de) [Profil]
Datum: 06.06.2006 08:06
Message-ID: <zeKdnS6mK7_7hhjZRVnysw@giganews.com>
Followup-to: de.rec.film.misc
Newsgroup: de.rec.film.kritiken
>                          X-Men 3
>       gesehen: 25.05.2006 (Kinoplex - Bad Oeynhausen)

Comics lesen ist nicht so mein Steckepferd, auch wenn ich etliche
Batmans hier im Regal stehen habe - ist halt die Ausnahme.
Comic-Verfilmungen mag ich allerdings aus irgendeinem Grund ganz gerne.
Muß wohl an den (zumeist) Superhelden liegen ;-) Und hier taten sich in
der Vergangenheit die beiden "X-Men" Teile in besonderer Weise hervor.
Kein Wunder, dass ich auf Teil III ziemlich gespannt war.

>                         Zum Inhalt ...

Die Mutanten reagieren sehr unterschiedlich auf die Ankündigung der
Regierung, dass "endlich" eine Heilung ihrer "Krankheit" möglich
ist.
Professor Xavier (Patrick Stewart) ist wie immer gemäßigt und möcht
e mit
den Menschen über das Medikament reden, Magneto (Ian McKellen) sieht di
e
Sache erwartungsgemäß - und wie sich herausstellt korrekterweise - et
was
dramatischer. Er vermutet hinter der Entwicklung den Versuch die
Mutanten zu bekämpfen und auszurotten.

Während Xavier mit Dr. Hank McCoy (Kelsey Grammer) alias "Beast"
versucht auf diplomatischer Ebene zu kommunizieren, schart Magneto eine
Rebellenarmee aus Mutanten um sich und plant die Herstellerfirma des
Heilmittels zu stürmen. Unerwartete Unterstützung bekommt er von Phö
nix
(Famke Janssen), der auferstandenen Dr. Jean Grey, die aber ihre Kräfte
nicht mehr unter Kontrolle hat und zur Gefahr für alle wird ...

>                              Hmm ...

In 2000 und 2003 schickte Bryan Singer die X-Men auf die Leinwand und
schaffte es trotz reichlich Action den Superhelden ein Leben zu geben
und neben Hau-Drauf auch Gefühle und Entwicklungen zu zeigen. Im ersten
Teil weniger Action und mehr Charakter, im zweiten weniger Charakter,
dafür mehr krachen lassen.

Für das zweite Sequel hatte Singer stand Singer nicht mehr zur Verfüg
ung
und Brett Ratner ("Rush Hour I + II", "Roter Drache") nahm die
Zügel in
die Hand. Und offensichtlich hatte er keine Ambitionen die Figuren noch
weiter mit Leben zu füllen. Ohne Teil 1 und 2 steht man zwar nicht auf
verlorenem Posten - dazu wird einfach fast gar nichts aus den
Vorgängerteilen aufgegriffen - aber trotzdem sind ein paar Beziehungen
untereinander einfacher zu verstehen.

Schade eigentlich, gerade das hat mir bisher so gut gefallen. Sei's
drum. Gibt's halt Geballer. Und das ist ganz nett gemacht. Über
Special-Effects sollte man in Produktionen dieser Größenordnung
eigentlich nichts Negatives schreiben können und "The Last Stand" macht
hier auch keine Ausnahme. Alles Stand der Technik, routiniert,
offensichtlich, aber nicht nervig oder peinlich. Manche der
Mutantenfähigketen wurden zu wenig gezeigt oder erklärt. Da war noch
einiges an Potential, welches zu Gunsten der Action geopfert wurde -
oder aber der Laufzeit.

Die Geschichte an sich ist alles andere als innovativ. Wobei der
Grundgedanke der Heilung sehr viel hergegeben hätte. Aber die Einzige,
die da ansatzweise Nachdenklichkeit zeigt ist Rogue (Anna Paquin) und
das sind vielleicht 2 Minuten im Film. Ansonsten scheint es keinen der
Mutanten auch nur ansatzweise tangiert zu haben, dass da eine Lösung de
r
Andersartigkeit geschaffen wurde. Die Hauptcharaktere hatten damit
allerdings wohl auch nie so richtig Probleme.

Besonders verschenkt wurde "Phoenix" alias Dr. Jean Grey (Famke
Janssen). Nicht nur dass sie eindeutig das attraktivste Mitglied der
X-Men ist, wurde ihre Auferstehung nur als Effektheischerei genutzt. Im
Verlauf durfte Frau Janssen düster gucken und für den - absolut genia
len
- Showdown sorgen. Da hätte ich mir mehr gewünscht.

Darstellerisch gibt's keine Ausfälle. Ian McKellen und Stewart liefern
wahrscheinlich nur Fingerübungen ab (wobei ich Magnetos Narrenkappe
immer noch absolut albern finde - das macht die Figur komplett kaputt),
Halle Berry und Hugh Jackman steigern sich von Teil zu Teil, werden aber
vom Drehbuch nicht mit genug Stoff zum schauspielern versorgt.
Allenfalls Jackman darf seinem Wolverine Sensibilität spendieren. Storm
kullert mit den Augen, macht Blitze und eine gute Figur und das war's.
Bei den "Bösen" gibt's gar überhaupt keine Mimen. Da wird nur
grimassiert. Wieder schade eigentlich.

Insgesamt ein handwerklich solider, unterhaltsamer und für sich gesehen
sicher guter Film. Die beiden Vorgänger haben die Messlatte jedoch ein
wenig höher gelegt, so dass "Das letzte Gefecht" womöglich
enttäusc
hend
wirkt. Geht man unbefangen und ohne Erwartungen in's Kino, macht man
aber nix falsch und wird gut unterhalten!

Andreas
--
ICQ:4133249                                 |  http://www.filmfacts.de
--------------------------------------------|   http://www.filmring.de
There's always a bigger fish                |       http://www.drfm.de


__________ NOD32 1.1566 (20060530) Information __________

Diese E-Mail wurde vom NOD32 antivirus system geprüft
http://www.nod32.com



__________ NOD32 1.1566 (20060530) Information __________

Diese E-Mail wurde vom NOD32 antivirus system geprüft
http://www.nod32.com




[ Auf dieses Posting antworten ]