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Kritik: Mission: Impossible 3

Von: Andreas Edler (andreas@filmfacts.de) [Profil]
Datum: 09.05.2006 04:15
Message-ID: <eL6dnYSV99fDZsLZnZ2dnUVZ8qKdnZ2d@giganews.com>
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>                       Mission: Impossible 3
>           gesehen: 04.05.2006 (Kinoplex - Bad Oeynhausen)

Seit Monaten bekommt man im Kino den M:I:3 Trailer vorgesetzt und ich
war trotzdem kein bißchen gespannt. Der erste Teil war Klasse, aber Joh
n
Woos Aufguss hat mir den Spaß an Ethan Hunt so dermaßen verhagelt, da
ss
Teil 3 beinahe an mir vorbei gegangen wäre. Wie dem auch sei, lauer
Donnerstagabend, nix anderes vor, ab ins Kino.

>                             Zum Inhalt ...

Ethan Hunt (Tom Cruise) hat seinen eigentlichen Job als Agent bei den
"Impossible Mission Forces" an den Nagel gehängt und verdingt sich - da
s
allerdings immer noch bei demselben Verein - als Ausbilder des
Nachwuchses. Nebenbei versucht er noch, seine Verlobte Julia (Michelle
Monaghan) zu ehelichen.

Als seine alte Crew allerdings zusammengestellt wird, um eine ehemalige
Schülerin Hunts zu retten, ist er wieder mit von der Partie. Die Aktion
ist ein mittleres Desaster, die Agentin stirbt und es stellt sich
heraus, dass Multi-Gauner Owen Davian (Philip Seymour Hoffman) dahinter
steckt und es auf Hunt abgesehen hat ...

>                                Hmm ...

Vor 10 Jahren schickte Brian De Palma den damals noch jugendlichen Tom
Cruise als Top-Agent in der Welt herum. Das war spannend, toll skizziert
und klasse gefilmt. 4 Jahre später brachte Taubenzüchter John Woo das
Sequel in die Lichtspielhäuser, verzichtete fast vollständig auf eine
Charaktere, stellte die Action massiv in den Vorder- und verbannte die
Physik in den Hintergrund und nervte damit die Kinogänger.

6 Jahre später scheint genug Gras über die Sache gewachsen zu sein, u
m
einen dritten Teil ins Kino zu bringen. Als Regisseur wurde J.J. Abrams
verpflichtet, der u.a. bei "Lost" und "Alias"feder- und
regieführend
beteiligt war. Eigentlich eine gute Wahl. Wenngleich das Drehbuch wohl
nicht aus einem Guß kommt.

Und das merkt man bei Gucken. Realistischer soll's sein, mehr Tiefe,
mehr Handlung, mehr erster Teil. Prima dachte ich und wartete ... und
wartete ... und wartete. Krach, Bumm, Peng. Alles schick gemacht, alles
ansehnlich, aber was bitte war das für eine Handlung? Die
Holzhammerliebesepisode, die ungefähr so glaubwürdig war, wie Chuck
Norris beim Eiskunstlauf? Der Cruise mag ja mit Katie Holmes dicke sein,
aber nicht mit Michelle Monaghan. Kerl, war das gestelzt.

Und dann das Gerede um diese Hasenpfote. Wenn man schon auf Teufel komm
raus einen McGuffin haben möchte, dann doch bitte einen richtigen und
nicht sowas offensichtlich nebensächlich drauf rumreiten - und schon ga
r
nicht zeigen. Völlig unspannend, warum Ethan Hunt nun hinter dem Ding
her war. Schrieb ich oben nicht noch was von Team? Jau, stimmt. Geht
hier schon fast unter - natürlich hetzten auch Hunts Vasallen wie z.B.
der unvermeidliche Luther (Ving Rhames) hinter dem nicht näher
definierten Ding her. Und tatsächlich ist Rhames der einzige Charakter,
dem ich ein wenig Unterhaltungswert abgewinnen konnte. Der Rest ist
wirklich Füllsel um die Zeit von einer Explosion bis zum nächsten Spr
ung
von oder auf irgendwas zu überbrücken und die Kulissen nicht so leer
aussehen zu lassen.

Mann, Mann, Mann, Philip Seymour Hoffman hat 'nen Oscar für "Capote"
bekommen. Hat er ein Jahr später schon alles verlernt oder war einfach
nur das Buch so albern? Wenigstens stand er da dem Hauptdarsteller in
nichts nach. Tom Cruise kann wirklich nicht gut schauspielern. Hölzern,
unglaubwürdig und teilweise schon nervig, wenn er versucht Gefühle zu
zeigen. Was er kann ist, an Mauern hoch rennen, an Seilen runter fallen
oder mit vollautomatischen Pistolen rumballern. Obwohl das Christian
Bale in "Equilibrium" besser konnte - als ich den vorhin mal wieder
guckte, kam mir der Gedanke, dass Bale womöglich ein ganz guter Hunt
sein könnte. Aber der Drops ist ja nun gelutscht.

Hört sich nach einem komplett vergeigten Kinoabend an? Naja, nicht ganz.
Action gab's ja reichlich und wenn man mal die ganzen stupiden Dialoge
weg lässt und nicht versucht hinter der grobmaschigen Handlung
irgendeinen Sinn zu suchen oder zu überlegen wo nun gerade dieser
Ausrüstungsgegenstand wieder herkommt, dann sind die einzelnen Sequenze
n
tatsächlich sehr gut anzuschauen. Allerdings habe ich mir von Abrams
nach "Lost" *deutlich* mehr versprochen.

Trotzdem dürfte eine weitere Fortsetzung so gut wie sicher sein. Dann
vielleicht mit Tim Burton als Regisseur? Der holt ja auch aus Puppen
noch reichlich Emotionen raus!

Andreas
--
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