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Re: Zurück aus Bergisch-Afghanistan...

Von: robert (no-spam@no-spam-no-spam.invalid) [Profil]
Datum: 19.08.2008 11:01
Message-ID: <g8e256$omr$1@news.albasani.net>
Newsgroup: de.rec.fahrrad
Jörg 'Yadgar' Bleimann wrote:
> High!
>
> Da habe ich mich doch tatsächlich mal durchgerungen, eine kleine
> (schätzungsweise 45 km, genau kann ich es nicht sagen, weil mein
> Bocas-Tacho (bäh!) inzwischen wohl endgültig
hinüber ist...) Tour von
> Köln-Niehl (für Berghanen: Qal'a-ye Nil, eine
linksrheinische Exklave)
> nach Dur Kotal (für Nicht-Berghanen: Dürscheid) und
zurück zu kurbeln...
>
> Zuvor gab es vier Scheiben Vollkornbrot mit Ei, unterwegs
> 50:50-Apfelsaft-Wasser-Mix und in Dur Kotal in der örtlichen Chai
Khana
> (vulgo Dürscheider Grill) einen großen Teller gemischten
Salat (ohne
> Thunfisch). Anstrengungsmäßig war es nicht
übermäßig strapaziös
> (insgesamt vielleicht 200 Höhenmeter, von denen allerdings nur der
> Höhenrücken bei Spitze, die Wasserscheide zwischen
Strunder Tal und
> Dürschbach-/Sülztal halbwegs steil ist)... trotzdem
hatte ich hinterher
> massiv Kohldampf, so dass ich mir doch noch drei Tomatenbrote (wiederum
> dieses Aldi-Vollkornbrot) mit Zwiebeln schmieren musste - eine Folge
> mangelnder Kondition? Oder könnte mein Stoffwechsel
grundsätzlich derart
> verpeilt sein, dass ich bei körperlicher Anstrengung gar nicht anders
> kann, als meinen Kalorienverbrauch überzukompensieren (wie ich es 
in
> den vergangenen 15 Jahren schon oft auch auf größeren Touren
beobachtet
> habe)?
>

Das dürfte (inkl. Grundumsatz) ja noch recht pari sein.
Interessanter ist eigentlich die Befindlichkeit bei und nach der
Fahrt.

Geht es Dir um negative Kalorien und/oder richtiges Training der
Fettverbrennung (das wesentliche an "Kondition","Fitness"), so
kann man gerade für so kürzere Fahrten einfach mal
unzimperlich
ohne Kalorien vorgefuttert zu haben, losfahren. Z.B. sogar Abends
nüchtern - "statt" Abendessen eine Rundfahrt. Dann gibts
vielleicht nur Tomatensaftzeugs o.ä. für die Vitalstoffe.
Schon
nach z.B. 3..6 km (langsam) kommt dann trotzdem irgendwoher
Energie. Letztlich aus den Fettspeichern. Und man kann dann recht
normal bzw. eigentlich mit einem ganz anderen und eigentlich
besseren Grundgefühl fahren. Man fühlt irgendwann viel
tiefere
Reserven. Für den "Notfall" hat man vielleicht Bananen dabei.

Wenn man jedesmal vorher Kalorien einfüllt, dann läuft der
Körper
immer recht seicht aus der unmittelbaren Verdauung (die auch noch
viel Energie wegfrisst) und aus dem kurz-/mittelfristigen Speicher
Glykogen. Der Fettstoffwechsel springt dann gerade auf so noch
recht kleinen Belastungen ~1000kcal kaum an - und das Hungergefühl
(zwischendurch und danach) hängt dann auch zu sehr und klamm an
den Blutzucker/Glykogen-Leveln. Ständiger kurzatmiger Knabberzwang
und Leiderei. Dieser ständige seichte Betriebsmodus bringt dann
auch insgesamt seichte "Fitness" und Befindlichkeit. Der
häufigste
Fehler. Der Zivilisationsmensch hat allzuängstlich zu wenig
Vertrauen in seine Reserven. Man könnte schliesslich im Notfall
tagelang ohne Essen ...
Sportler trainieren deshalb richtigerweise eher auf Low-Carb.
Richtig satt Kohlenhydrate *vorher* gibts dann nur bei
Wettkampfsituation. Dann addieren sich die "Fett-Fitness" und die
"billige" KH-Versorgung.

Werden also vorher KH reduziert, hat man oft sogar nachher nicht
unmittelbar KH-"Kohldampf", da einfach der Fettstoffwechsel auf
hohem Level läuft.


Zu "Stoffwechsel verpeilt" bzw. besser der Grundsituation des
Körpers:
Vorraussetzung sollte natürlich immer sein, dass der
Mineral&Vitalstoff-Haushalt des Körpers ausgeglichen ist, bzw. man
mittel/langfristige Reserven hat -  was beim Zivilisationsmensch
typischerweise selten der Fall ist mit seiner raffinierten,
ausgemergelten, ausgekochten Nahrung mit ein paar
Alibi-Saltblättchen und einem Tomatentupfer auf die leere Pasta
und den Weisszucker...
Vgl.
http://groups.google.de/group/de.rec.fahrrad/msg/0eb37d292d1f3b30
Da geht dann auch viel Überappetit und Schlappheit auf das Konto
von fehlenden Vitalstoffdepots. Spezifisches Kennzeichen dieses
fatalen Grundzustandes (im Unterschied zu o.g. seichtem
Energiestoffwechsel/bloß energetische Schlappheit) sind vor allem
Spannungszustände: Schmerzen/"Kater"/Kaputheit der
Muskeln&Gelenke, langsame Regeneration, hoher Blutdruck/Puls, ...

Noch niemand geschadet hat eine 1-wöchige
Pflanzenstoff/Entsäuerungs-Kur, wobei man z.B. allen (Heiss)Hunger
zunächst mit richtig echtem Gemüse (frisch,-saft,-suppe,..)
absättigt bevor es (Vollwert-)Kalorien&Protein-Träger
gibt und die
Level von Zell-Kalium, Zink & 10000 wieder auf halbwegs
normalisierte Werte kommen.


Grüsse
Robert


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