Re: Eigenverantwortung
Von: Reiner Schischke (reiner.schischke@free.fr) [Profil]
Datum: 14.07.2008 13:55
Message-ID: <487b3ebc$0$10415$426a74cc@news.free.fr>
Newsgroup: de.rec.alpinismus
Datum: 14.07.2008 13:55
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Thomas Koller wrote: > Das seh ich nicht so. Mag zwar für einige Exemplare gelten, aber vor allem > im Breitensport ist gerade bei den alpinen Sportarten die Natur und > Umgebung auch sehr entscheidend für die Motivation, natürlich nicht nur. Es mag sein, dass sich Naturbegeisterte sportlich bewegen. Ich schrieb aber eher von den Freizeit- und Profisportlern, denen die Natur eher als Kulisse für ihr primäres Ziel "wettbewerblich Sport treiben" dient. Ich klettere auch, fahre leidlich Ski, jogge und springe Fallschirm. Speziell beim Joggen geniesse ich den Wald und die Umgebung. > Bei Wettbewerbssportlern ist natürlich das Ergebnis entscheidender als > bei Hobbysportlern, aber bei vielen durchaus nicht das einzige Ziel. > Man sollte nicht von ein paar Extrembeispielen auf alle schliessen. Das im Artikel genannte Beispiel, auf das dieser Thread Bezug nimmt, ist aber ein Extrembeispiel. > In dem konkreten Fall wohl nicht. Das dürften eher Hobbysportler gewesen > sein, die sich überschätzt haben. Aber natürlich kommt sowas auch bei > Profis vor. Warum sollten auch Hobbysportler so viel vernünftiger sein > als die Profis. Weil sie die Chance haben, sich weniger um ihren Verdienst beim Sport kümmern zu müssen und sich ihrer Umgebung widmen könnten. Sie sind eben keine Profis, sondern Freizeit (AKA Hobby)-Sportler. Es gibt dann eh nix zu verdienen, ausser Erkenntnis. > Dumm natürlich, wenn sich jemand von Vorbildern > zu was unüberlegten inspirieren lässt, aber letztlich ist jeder für > sich selbst verantwortlich. Jemand, der die Tour de France fährt und sein Blut per EPO staut, kann wenigstens auf einen einträglichen Gewinn hoffen. Die Freizeitradler, die sich ihre Vorbilder bei dieser Tour suchen und auch biochemisch auf Vordermann bringen, sind einfach nur gestört. Scheinbar klappt es mit der Selbstverantwortung nicht so ganz. > Selbst da kann was passieren, auch wenn dort der Betreiber natürlich bis > zu einem gewissen Grad Aufsichtspflicht hat. Natürlich kann etwas in der Natur passieren. Unser Leben ist der Natur egal, wir aber sollten wissen, dass die Natur für uns lebensgefährlich sein kann und uns so weit wie möglich entsprechend verhalten. Wenn der Veranstalter des Extremrennens aber schon vorher sagt, dass die Witterungsverhältnisse nicht in Ordnung sind, haben mindestens zwei Instanzen der sich "intelligent" nennenden Spezies Mensch versagt. Der Veranstalter, der trotzdem starten ließ, ohne anscheiend die Ausrüstung zu kontrollieren. Dann die "Sportler", denen ihr Ehrgeiz die Nutzung ihres Verstandes untersagte. Die Natur trifft keine Schuld, alles schien vorher bekannt zu sein. > Ich hoffe aber nicht, dass man den tragischen Fall zum Anlass nimmt, > Sportveranstaltungen in freier Natur generell zu verbieten, oder mit > übertriebenen Haftungsauflagen quasi unmöglich macht. Haftung nutzt dir hinterher sowieso nix, sie kann auch nicht wiederbeleben. Wer aber andere wissentlich in Lebensgefahr bringt, ist zumindest verantwortlich. Auch diejenigen, die sich selber in Gefahr bringen, können sich auch nicht aus der Verantwortung ihren Angehörigen gegenüber harsus stehlen (leider tun sie es trotzdem). Haftungsauflagen, Klagen und Versicherungen sind leider ein Symptom unserer Zeit. Leidererstzen sie nicht das eigentlich Fehlende: das Verantwortungsgefühl. Zumal es Politiker und andere Vorbildpersonen auch nicht mehrheitlich mehr besitzen, stattdessen vorgeschützte Vergesslichkeit und vorgetäuschtes Unwissen. Mein Fallschirmsprunglehrer, Dieter Leinfelder, sagte immer: "Use your brain". Das brachte es für mich auf den Punkt. Reiner[ Auf dieses Posting antworten ]
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- Thomas Koller (14.07.2008 14:58)
