Re: Eigenverantwortung
Von: Reiner Schischke (reiner.schischke@free.fr) [Profil]
Datum: 14.07.2008 19:24
Message-ID: <487b8bcc$0$4655$426a74cc@news.free.fr>
Newsgroup: de.rec.alpinismus
Datum: 14.07.2008 19:24
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Thomas Koller wrote: >> Es mag sein, dass sich Naturbegeisterte sportlich bewegen. Ich schrieb >> aber eher von den Freizeit- und Profisportlern, denen die Natur eher >> als Kulisse für ihr primäres Ziel "wettbewerblich Sport treiben" dient. > > Natürlich gibt es solche Leute. Aber nicht alle Freizeit- oder Profisportler > sind so, wie du hier schreibst. Ich schrieb nicht "alle", sondern "von den ..., denen...". Das schließt eben nicht implizit alle kategorisch ein. Damit es klar ist, ich beschreibe keine pauschalen, sondern spezielle Verhaltensweisen, die ich auch benannte. >> Ich klettere auch, fahre leidlich Ski, jogge und springe Fallschirm. > > Soll heissen, du bist auch einer jener "Idioten"? > Oder sinds halt doch nicht alle so? Zumindest versuche ich mich umsichtig zu verhalten und nicht grenzwertig. Ich gebe aber zu, dass ich speziell beim Springen schon mal in eine Situation kam, die ich mir hinterher richtig durch den Kopf gehen lassen musste. Da ich bei mir unklaren Sizuationen aber eher dazu neige, nicht zu springen oder nicht zu klettern, habe ich zwar auch schon dämliche Kommentare zu hören bekommen, aber bin bis heute noch bei bester Gesundheit, ohne nur zu Hause auf dem Sofa zu sitzen. >> Scheinbar klappt es mit der Selbstverantwortung nicht so ganz. > > Das ist halt das Problem mit der Selbstverantwortung. Aber wenn mans > da nicht lernt, wo sonst? Stimmt, es scheint die Mentalität vorzuherrschen, für möglichst vieles zuständig, aber nicht verantwortlich zu sein. Das mit der Selbstverantwortung ist aber wirklich ein heikles Thema für sich. Wem anscheinend schon die Angst für sich abgeht, der sollte wenigstens an seine/ihre Lieben denken. > Nein, ich meinte, auch in der Halle kann was passieren, nicht nur in > der Natur. Selbstverantwortung beginnt nicht erst in der Natur. Klar, ich denke aber an die Situation an der Zugspitze, die eben nicht so leicht zu organisieren ist, wie in einer Halle. Es ist schon etwas anderes, wenn, wie letzte Woche, das Wetter umschlägt oder ein Haken in der Halle nicht kontrolliert wird. > Wobei man es imho auch nicht übertreiben soll. Das Leben ist zwar > lebensgefährlich, aber deshalb darauf verzichten ist auch keine Lösung. > Ohne Risiko auch kein Gewinn. Wie in der Beyerischen Anendschau heute zu sehen, war aber von Gewinn eh nicht viel zu sehen,- nur Risiko pur. Selbst die angekommenen Läufer waren fertig, rannten bei Frosttemparaturen in kurzen Hosen und Hemdchen, rutschen über vereiste Grate und mussten oben angekommen teilweise auch ärztlich versorgt werden. Nebenbei, von 4 Rettungshubschraubern konnten 2 witterungsbedingt gar nicht fliegen. Die Piloten hatten wohl eine anders geartete Vorstellung von Verantwortung. No risc, no fun stand wohl nicht in ihrer Agenda. > Das ist die Frage. Muss hier der Veranstalter wirklich Kindermädchen > spielen und die Ausrüstung der Teilnehmer kontrollieren? Oder ist > es doch in erster Linie Selbstverantwortung? Zumindest hatte er die Zielankunft schon 500m nach unten verlegen müssen und die Läufer anscheinend auf ihre dürftige Bekleidung hingewiesen. Für die angereisten Läufer reichte dies anscheinend nicht. Nun gut, ich denke, alle waren erwachsen. > Auch das seh ich nicht als so eindeutig gegeben. Hat der Veranstalter die > Teilnehmer in Lebensgefahr gebracht? Wenn ja, wie? Weil er nicht > Kindermädchen gespielt hat? Wie es bisher bekannt wurde, hatte der Veranstalter gewarnt, ob es ausreichte, mag man diskutieren. Wenn ich das nochmal mit der Tour de France vergleiche, dann kann man auch trefflich darüber streiten, ob man den Fahrern überlassen sollte, wie sie ihre Leistung erreichen. Auch dort beissen einige letztendlich ins Gras. Schwund ist immer kann aber nicht jedes Argument für Dummheit ersticken. >> Auch diejenigen, die sich selber in Gefahr bringen, können sich auch >> nicht aus der Verantwortung ihren Angehörigen gegenüber harsus stehlen >> (leider tun sie es trotzdem). > > Nein, können sie nicht. Ich glaub aber auch nicht dass sie es einfach so > tun. Zumindest nicht die Mehrheit. Ich will und möchte es auch nicht glauben. Trotzdem spricht die Realität manchmal dagegen. Zum Glück ist ein Teil dagegen immun. Reiner[ Auf dieses Posting antworten ]
