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Dynamisches Sichern

Von: Dieter Britz (britz@chem.au.dk) [Profil]
Datum: 09.06.2008 11:35
Message-ID: <g2itoi$g1p$1@news.net.uni-c.dk>
Newsgroup: de.rec.alpinismus
Angelique Presse <angelique@nurfuerspam.de> writes:

>>> David Kastrup wrote:
>>
>>> Bei "größeren Stürzen"
läßt man doch nicht Seil durchlaufen.  Da ist die
>>> Gefahr eines Bodensturzes auch so schon groß genug.
>>
>> Hm, ich hab hier einen angehenden Bergführer im Bekanntenkreis,
der
>> das durchaus anders sieht. Der hat letztens mit seinem Mitbewohner
>> sogar extra dynamisches Sichern geübt und diesem demonstriert,
daß im
>> Falle statischer Sicherung der Ruck ganz enorm werden kann.

>Selbstverständlich.  Und wenn der Fallende in
Rücklage fällt, dann wird
>man da auch Rücksicht drauf nehmen müssen, um ihm
nicht das Rückgrat zu
>brechen.  Aber bei normaler Sturzlage ist die Dynamik des Seils das, was
>reicht.  Und man kann das auch kaum Einüben, weil
Dynamik, die
>tatsächlich den Fangsturz verringern soll, erst einsetzen kann, wenn
das
>Seil schon auf Körpergewichtsspannung ist.  Und bei
Übungsstürzen ist ab
>dem Zeitpunkt nicht mehr was los.

>Mit Durchlaufenlassen hat man da auch viel zu wenig Kontrolle.  Die
>Dynamik durch Körpersicherung (also die Wahl dessen, wie weit man sich
>gegen den Seilzug wehrt oder wirft oder nachgibt) ist da erheblich
>zuverlässiger als das Rumgebastel mit Durchrutschenlassen.
 Tatsächlich
>lassen die meisten Sicherungsgeräte prinzipbedingt sowieso bei 2-3kN
>Seil durchrutschen und machen die Sicherung dynamisch, in einem Bereich,
>der eben deutlich mehr Sinn macht als das, was mit der Hand und dem
>Timing kontrollierbar wäre.

>> Klar sind die nicht meterweit ins Seil gesprungen, aber man hat den
>> Unterschied angeblich ganz deutlich gemerkt.

>Sicher.  Merken tust Du einen Unterschied von 10N.

>> In allen anderen Fällen ist das laut Aussage dieses Bekannten
(und der
>> hat echt Ahnung) die sinnvollere Methode.


Ich habe diese Themas mal aus dem anderen getrennt. Der Dachdecker
hat schon lange nicht mehr geschrieben, ist wohl zufrieden (oder im
Krankenhaus).

Aber das andere Thema hat sich ja in ein neues umgewandelt, was für
uns interessant ist. Ich bin einig mit David Kastrup. Da ist soviel
Dynamik in der Sicherung, dass man nicht noch mehr reintun sollte,
und das Material (Seil, Geschirr usw) ist alles so genormt, dass es
alle Fälle aushält. Also ob Felsen oder Hallenwand
(besonders bei
den ersten Metern!) den Fall minimal halten durch kräftiges Bremsen.

Bez. den ersten Metern, sehe ich in unserem Klub erfahrene Leute
das Seil recht locker halten, auch nach dem ersten und zweiten
Einhängen. Ich mache sie darauf aufmerksam dass, wenn der Kletternde
da fallen sollte, fällt er garantiert bis zum Boden, wenn da das
geringste Schlappseil ist. Die setzen darauf, dass er ja nicht fällt...

Aber Thomas, du bist sehr auf extra Dynamik erpicht - also sag uns,
wie du das machst?
--
Dieter Britz (britz<at>chem.au.dk)

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