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Fragen zu Ursache und Wirkung

Von: seelophone@gmail.com [Profil]
Datum: 22.10.2008 04:06
Message-ID: <df29d31d-e042-4bdd-b128-6c4ce69c709f@b31g2000prb.googlegroups.com>
Newsgroup: de.org.mensa
Ich frag mal was ihr Superhirne davon haltet:

Wie ich bezüglich des freien Willens auf http://de.wikipedia.org/wiki/Fre
ier_Wille
gelesen habe, ist ein bewusst werden von Handlungsalternativen
Voraussetzung. Allerdings würde man ein umgehendes Entgegnen ja auch
nicht nicht gewollt nennen.
Man entscheidet sich zwischen Handlungsalternativen im eigenen Kopf,
allerdings besagen Lewin's Feldtheorie und der Alltag, dass in der
Kausalkette konstante Personenfaktoren und Situationsfaktoren
vorrangig sind. Ein Personenfaktor geht aber durch die Bevölkerung
eines Landes während die Dimension der Handlungsalternativen, welche
zur Auswahl stehen, sich durch die selbe Person in der gleichen
Situation bewegen. Ausserdem werden im ersten Fall auch die
Situationen variiert.
Wo liegt mein Missverständnis?
Dazu sei noch der strenge Determinismus berücksichtigt. Wie auch der
Beitrag zum freien Willen in Wikipedia besagt, gibt es kausal gesehen
streng genommen in einer einzigen Situation für eine Person nur eine
Möglichkeit zu handeln. Wenn ich die Situation als Faktor sehe, nehme
ich sie, denke ich, schon zumindest als so dünn an, dass sie nur ein
Verhalten zulässt. Anders ist es beim Wort Entscheidungssituation oder
nicht das darauffolgende Verhalten bzw. die ihm vorangehende Kognition
berücksichtigend. Das möchte ich geklärt haben.
Wenn jeder Situation je eine Handlungsmöglichkeit folgt, wozu dann die
Bewusstwerdung subjektiver pseudomöglicher Handlungsalternativen als
Voraussetzung für das temporäre Ich als Ursache?

Eine Aussage ist dann richtig, wenn sie in allen möglichen Welten
(Modalwelten) zutrifft. Eine Aussage ist dann möglich, wenn sie in
einigen Modalwelten zutrifft.
Demnach ist es mit der Wahrscheinlichkeit genauso. Allerdings ist das
Ausrechnen von Wahrscheinlichkeiten von den besessenen Informationen
abhängig.
Dementsprechend ist es im Gegensatz zur Identifikation einer Ursache
variabel. Die beiden sollten aber im Prinzip vereinbar sind.

Es stellt sich im Hinblick auf die Konzeption der Modalwelten ein
anderes Problem: Es fragt sich, wenn man an das sehr grosse Spektrum
an Situationen denkt, ob es überhaupt in Folge des Urknalls zu genau
jener Zeit zu allen Situationen kommen könnte, die man generell im
Laufe der Zeit eingeprägt hat (und natürlich auch allen oder zumindest
den meisten Personen, wegen P x S).
Wenn man jedoch nur die eine Situation und die eine Person vorstellt,
um dem Konzept der subjektiven Handlungsalternativen Rechnung zu
tragen, stellt sich die Frage, warum die Kategorie des Urknalls gerade
so dünn sein soll, dass die Person beide bewussten
Handlungsalternativen den beiden Modalwelten zufolge ausdrückt. Warum
sollen es nicht unbegrenzt viele sein? Und dann wäre es ja in
unbegrenzt vielen Fällen nicht die gleiche Person, sondern irgendein
Ereignis bzw. irgendeine Person.

Ein Begriff kann trotz dessen, dass er mit Begriffen die gleichsam
jenes Bestimmte verursachen unter einem Oberbegriff zusammengefasst
sind, als Ursache gelten, nicht?
Die Frage ist einerseits wie viele Eigenschaften einer Sache bzw. des
Menschen mindestens notwendig (hängt von ihrer generellen Relevanz der
Eigenschaften ab) sind, damit man sagen kann, der Mensch war neben der
Situation ein Faktor bzw. damit man sich sprachlich überhaupt auf
"Kerstin" beziehen kann und andererseits wie gross der Anteil einer
bzw. mehrerer Dimension zu sein hat, welcher neben Situation die
gleiche Verursachung folgen lässt, damit man sagen kann, der Mensch
ist ein Faktor.

Was ist eigentlich ein Grund? Als Grund wird meistens eine, höchstens
zwei positive Folgen eines Verhaltens angegeben, also der Zweck als
geistiger Vermittler aber andererseits auch situative Reize die vor
diesem Vermittler stehen, dann werden aber oberflächlich die
konstanten internalen Faktoren "vergessen". Was mir aufgefallen ist
ist dass es um den Zweck geht, andererseits wird oft expliziert, es
gehe nicht um das Mittel als erstmals mögliche Erklärung noch vor dem
Zweck. Aber wieso? Der Zweck ist dann Grund für das Mittel und das
Mittel Grund für das Verhalten.

Es war jedenfalls Lewin's Feldtheorie die besagte, temp. internale
Faktoren würden neben konstanten Personenfaktoren die Person
ausmachen, Umweltreize kämen in der Gleichung noch dazu. Aber eine
Konzeption eines temporären Selbst als Faktor dem nächsten temporären
Selbst vorrangig, welches dann als singulärer Vermittler das Verhalten
hervorruft, ist eigentlich problematisch. Es fragt sich dann auch
gleich, welche der vorstellbaren temporären internalen Faktoren
anderer Menschen zum Vergleich herangezogen werden sollen.

Letztlich stellt sich auch noch die Frage zur Vereinbarkeit des
logischen Begriffs der hinreichenden Bedingung mit dem der Ursache.
Die meisten A haben B zur Folge. Damit steht streng genommen fest,
dass A nicht die Ursache von B sein kann. Wird aber oft so
versprachlicht. Was aber meiner Meinung nach schon wichtig ist, denn
wenn ich eine
100-prozentige Ursache habe, dann ist da, fern ab jeder tiefgründigen
Philosophie (was ja ein Problem ist) kein Risiko. Zudem müssten alle
nicht A im Rückschluss mit nicht B verbunden sein, sofern A eine
notwendige Bedingung ist, also die einzige Ursache.

Diese Abbildung des kausalen Bedingungskomplexes zu "Tür öffnet sich"
im
Wikipedia-Beitrag zum freien Willen ist falsch, nicht? Alle drei
Bedingungen zeigen auf die Verursachung, dennoch sind alle drei
aufeinanderfolgend und nicht auf der selben Ebene.

Befreit mich endlich;-)


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