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Trauerarbeit fuer Hacker

Von: Manuel Rodriguez (aa5@gmx.net) [Profil]
Datum: 22.04.2010 21:51
Message-ID: <7630d075-c02f-4022-8821-6fa889a3e9af@g11g2000yqe.googlegroups.com>
Newsgroup: de.org.ccc
Bei "gefühlsinduziertem Lernen" denken die meisten Jugendliche zuerst
natür an Sex. Das Anschauen von Pornobildern am Computer ist die erste
tiefe Erfahrung von Befriedigung. Dabei wird eine rationale Maschine
(der Computer) für ein emotionales Bedürfnis (sexuelle Erregung)
verwendet, was so ursprünglich nicht vorgesehen war. Nicht ohne Grund
sind Pornobilder an Unis und im Berufsleben geächtet -- am Computer
darf man keine Gefühle haben. So die irrige Annahme der Rechenzentrums-
Leiter.
Aber sexuelle Erregung ist nicht das wichtigste Gefühl, dass man
mit Computertechnik verbindet. Die Schattenseiten der Technologie
werden durch das Gefühl der Trauer repräsentiert: innere Leere,
Einsamkeit, Verzweifellung, Ohnmacht. Um damit kalkuliert umzugehen
sollte man frühzeitig mit dem Weinen beginnen. Einsam vor dem Rechner
zu sitzen und dann die Tränen einfach rollen zu lassen ist eine sehr
wertvolle Fähigkeit. Klar, es ist die Light-Version von Selbstmord
begehen; aber dafür behält man die Kontrolle über sein Gefühlsleben
.
Auf Knopfdruck die Heulboje zu aktivieren ist fast noch wichtiger als
eine gutsortierte Pornosammlung auf der Festplatte zu besitzen.
Aber welche Informationen erlauben sich der Depression hinzugeben?
Meist sind es Geschichten über gescheiterte Helden: einsame Hacker
ohne Perspektive, Leute die Rückschläge erlitten, Märchen von
übergroßer Verzweifellung.

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