nntp2http.com
Posting
Suche
Optionen
Hilfe & Kontakt

<2001-10-06> Warnung vor unerwuenschten Nebenwirkungen im Usenet

Von: Hubert Partl (partl@mail.boku.ac.at) [Profil]
Datum: 28.05.2010 00:00
Message-ID: <de-newusers-infos/warnungen/20100528-1@msgid.krell.zikzak.de>
Followup-to: de.newusers.questions
Newsgroup: de.newusers.questions de.newusers.infos
Archive-name: de-newusers/warnungen
Posting-frequency: weekly
Last-modified: 2001-10-06
URL: http://www.kirchwitz.de/~amk/dni/warnungen

Warnung vor unerwuenschten Nebenwirkungen im Usenet
==================================================

Wer mich liest

Bedenken Sie, dass alles, was Sie in eine Usenet-Newsgruppen senden,
eine Veroeffentlichung darstellt und nicht nur von den Personen
gelesen wird, die Sie erreichen wollen, sondern auch von anderen
Personen und Robot-Programmen.

Wer mir antwortet

Sie muessen immer damit rechnen, dass Sie auf eine vernuenftige Frage
oder einen vernuenftigen Diskussionsbeitrag nicht nur vernuenftige
Antworten bekommen, sondern von manchen Leuten auch unrichtige oder
dumme Antworten oder emotionale Beschimpfungen.

Erfahrungsgemaess ist es am besten, solche Antworten einfach zu
ignorieren und den Aerger nicht durch Gegenreaktionen noch zu
verschlimmern. Hingegen kann es hilfreich sein, wenn Sie solche
Personen oder Themen mit dem Filter-Mechanismus Ihres Newsreader-
Programms ("Killfile") automatisch ausblenden und damit fuer Sie selbst
unsichtbar machen.

Es gibt einige psychisch gestoerte Personen, die das Usenet dazu
benutzen, um ihre Komplexe oder Aengste abzureagieren. Nur erfahrene
Psychiater wissen, wie man mit diesen Personen richtig umgeht.

Falsche Adressen

Leider kommt es immer wieder vor, dass jemand absichtlich oder
unabsichtlich einen falschen Namen oder eine falsche Mail-Adresse im
From-Header angibt. Wenn Sie eine besonders laestige Meldung sehen,
muss diese also nicht unbedingt vom angegebenen Autor stammen.
Erfahrene Benutzer koennen solche Faelschungen auf Grund des
Path-Headers erkennen und auf den echten Ursprung zurueckfuehren,
auch solche Luegen haben also "kurze Beine".

Mehr darueber enthaelt
http://www.gerlo.de/falsche-email-adressen.html

Mailbomben

Immer wieder wird die Moeglichkeit diskutiert oder sogar dazu
aufgefordert, sogenannte "Mailbomben" an unliebsame Netz-Teilnehmer zu
senden, d.h. sehr viele oder sehr grosse Dateien an die vermeintliche
Mail-Adresse dieser Person oder Firma zu senden.

Tun Sie das niemals! Wie bei allen terroristischen Aktionen treffen
Mailbomben immer vor allem Unschuldige (in diesem Fall alle Benutzer
des Internet und alle Kunden der beteiligten Internet-Provider), und
sie kommen in vielen Faellen als Bumerang an den Computer des
Absenders zurueck.

Das gleiche gilt fuer den Missbrauch von Mailing-Listen.

Datenbanken

Es gibt einige grosse Datenbanken, in denen alle Usenet-Postings
gesammelt werden, um eine Suche nach Stichworten und Autoren zu
ermoeglichen (z.B. in Dejanews http://groups.google.com/ oder
Altavista http://www.altavista.com/ ). Manche von ihnen speichern die
Usenet-Postings im Sinne einer historischen Welt-Bibliothek auch ueber
sehr lange Zeitraeume hinweg.

Sie muessen also damit rechnen, dass auch noch in vielen Jahren
jedermann ueberpruefen kann, welche Meinungen Sie in welchen
Newsgruppen vertreten haben. Ueberlegen Sie deshalb immer gut, was Sie
ueber Usenet-News veroeffentlichen wollen: "Erst denken, dann senden!"

Bei manchen Suchhilfen kann man die Bekanntgabe mit dem Header
X-No-Archive: yes
verhindern, aber Garantie dafuer gibt es keine.

Anonymes Senden

Fuer Faelle, in denen ein anonymes Versenden von Usenet-Artikeln
unbedingt notwendig ist (z.B. bei Fragen zu persoenlichen,
gesundheitlichen oder seelischen Problemen), gibt es eigene Services,
die eine anonyme Teilnahme an Usenet-Diskussionen (mit sicherer
Verschluesselung der Adresse, an die Sie die Antworten erhalten)
ermoeglichen, siehe z.B. http://www.iks-jena.de/mitarb/lutz/anon/ und
die FAQ in de.answers. Das blosse Verfaelschen der Namens- und
Mail-Adressen-Angaben in Ihrem Newsreader-Programm eignet sich dafuer
nicht (siehe oben).

Adresslisten und Reklame-Mail (UCE, UBE)

Kommerzielle Firmen sind an Adressen-Listen (auch Mail-Adressen-Listen)
von potentiellen Kunden interessiert. Es gibt Unternehmen, die alle
in Usenet-Postings oder auf Web-Pages veroeffentlichten Mail-Adressen
sammeln und verkaufen oder selbst fuer Reklame verwenden. Wenn Sie also
etwas in einer Usenet-Newsgruppe oder auf einer Web-Page veroeffentlichen,
dann muessen Sie damit rechnen, dass Sie in Ihrer Mailbox nicht nur
"echte" Briefe sondern auch irgendwelche Werbesendungen erhalten werden -
so aehnlich wie auch in ihrer normalen Papier-Post.

Erfahrungsgemaess ist es am besten, solche unverlange E-Mail (UCE oder
UBE, unsolicited commercial mail bzw. bulk mail) einfach zu loeschen
und zu ignorieren und nicht darauf zu antworten. Es kann dabei
hilfreich sein, Mail von solchen unerwuenschten Absendern durch den
Filter-Mechanismus Ihres Mail-Programms oder Ihres Internet-Providers
automatisch ungelesen zu loeschen.

Wenn man Beschwerde dagegen einlegen will, muss man die Mail-Header
sehr genau pruefen, um den tatsaechlichen Absender herauszufinden und
nicht Unschuldige zu belaestigen. Siehe auch http://www.abuse.net/

Schutz gegen unverlangte E-Mail (UCE, UBE)

Bei serioesen Adressensammlern hat man eventuell Erfolg, wenn man um
die Loeschung gemaess Datenschutzgesetz bittet. Bei den meisten
Adressensammlern und Werbefirmen ist es aber besser, gar nicht zu
antworten. Manche von Ihnen geben sogar absichtlich an: "Wenn Sie
diese Werbung nicht mehr erhalten wollen, senden Sie uns eine Antwort
mit dem Wort REMOVE." Wenn Sie das tun, dann haben Sie der Firma damit
bewiesen, dass Ihre Mail-Adresse gueltig und aktiv ist und daher in
Zukunft sogar bevorzugt fuer andere Werbeaktionen verwendet wird.

Am besten ist es, Sie bitten Ihren Provider, geeignete Massnahmen zu
Ihrem Schutz gegen unerwuenschte Mail einzurichten (Filter, "Teer-
gruben" oder dergleichen, siehe http://www.sendmail.org/antispam.html
und http://www.iks-jena.de/mitarb/lutz/usenet/teergrube.html und
andere Quellen).

Manche Leute glauben, sich gegen unverlangte Mail dadurch schuetzen zu
koennen, dass sie ihre Usenet-Postings mit einer ungueltigen oder
gefaelschten Mail-Adresse absenden. Dies ist aber keinesfalls
empfehlenswert. Einerseits bewirken Sie damit eine unerwuenschte
Zusatzbelastung des Netzes und der System-Administratoren durch die
entstehenden Mail-Fehlermeldungen, und andererseits werden Sie dann
nicht nur weniger unerwuenschte Werbung, sondern auch weniger
erwuenschte Antworten bekommen. Mehr darueber enthaelt
http://www.gerlo.de/falsche-email-adressen.html

Letzten Endes ist es eine Alles-oder-nichts-Frage:
Sie koennen nur entweder veroeffentlichen oder geheim bleiben.

Fallen Sie nicht auf Tricks herein

Bevor Sie auf einen Usenet-Artikel reagieren, ueberlegen Sie, ob er
vielleicht humorvoll oder satirisch gemeint war, und das nicht nur
rund um den 1. April. Wenn z.B. jemand den Unix-Befehl "rm -rf *"
empfiehlt, fuehren Sie ihn bitte trotzdem nicht aus (Sie wuerden damit
alle Ihre Files loeschen). Aehnliches gilt fuer den Rat, ein Programm
auf dem FTP-Server 127.0.0.1 zu suchen (das ist naemlich Ihr eigener
Computer), und fuer Artikel von bekannten Spassvoegeln in der Tradition
von Herrn "Kibo".

Umgekehrt sollten Sie selbst, um alle Missverstaendnisse zu vermeiden,
immer mit dem Smiley-Symbol :-) kennzeichnen, wenn Sie etwas humorvoll
oder sarkastisch meinen.

Auch auf die vielen schon seit Urzeiten ueber das Netz geisternden
Kettenbriefe von David Rhodes ("make money fast") und Craig Shergold
(der laengst nicht mehr im Spital liegt) und Warnungen vor gar nicht
existierenden Computer-Mail-Viren ("good times") und aehnlichen
Nonsense sowie auf Provokationen ("Trolls"), Werbe- und Reklame-
sendungen sollten Sie nicht reagieren (siehe auch oben).

Manchmal verwenden Leute das Usenet leider auch fuer unfaire Tricks.
Hier ein paar typische Beispiele mit Hinweisen zur Vermeidung:

1. Jemand schreibt: "Bitte machen Sie meinem Freund, der morgen
Geburtstag hat, eine Freude und senden Sie ihm Geburtstagsgruesse
an seine Mail-Adresse xxx@yyy." Bitte, befolgen Sie das nicht:
Selbst wenn nur ein Hundertstel der Usenet-Leser diesen Rat
befolgt, bekommt der arme Mensch viele tausend Mails in seine
Mailbox und vielleicht sogar einen System-Absturz wegen zu voller
Disk ("Mailbomb").

2. Jemand schreibt eine absichtlich dumme Frage (z.B. "Wie kann ich
Logout machen?") und verwendet als Subject ein haeufig verwendetes
Wort oder einen Stern. Wenn Sie das in Ihr Kill-File einfuegen, um
von dieser dummen Frage verschont zu werden, bekommen Sie gar
keine Postings mit diesem Wort im Subject oder (wenn der Stern als
"Wildcard" interpretiert wird) ueberhaupt keine Usenet-News mehr
zu sehen.

3. Jemand schreibt eine absichtlich provokante Meldung und fuegt in
den Followup-to-Header die Test-Gruppe alt.test ein. Wenn Sie
darauf antworten, wird das als weltweiter Test interpretiert und
Sie bekommen viele Test-Ergebnisse in Ihre Mailbox. Kontrollieren
Sie deshalb vor dem Absenden immer den Inhalt der Newsgroups-
Header-Zeile.

Natuerlich werden Sie selbst niemals solche Tricks anwenden, das
koennte naemlich zur Sperre Ihrer Benutzungs-Bewilligung oder sogar
des gesamten Netz-Zugangs Ihrer Organisation fuehren!

Bedenken Sie, dass die Benimmregeln des taeglichen Lebens und die
nationalen und internationlen Gesetze bei der Benutzung von Usenet und
Internet genauso gelten wie in allen anderen Faellen.

Bitte,
helfen Sie mit, dass das Usenet trotz der staendigen Ausweitung auf
neue Mitglieder das bleibt, was es ist:
eine nuetzliche, hilfreiche und freundschaftliche menschliche
Gemeinschaft!

Hubert Partl, BOKU Wien


[ Auf dieses Posting antworten ]