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<2009-11-10> Hinweise fuer Google-Poster

Von: Michael Dahms (michael.dahms@gkss.de) [Profil]
Datum: 28.05.2010 00:00
Message-ID: <de-newusers-infos/google-poster/20100528-1@msgid.krell.zikzak.de>
Followup-to: de.comm.provider.usenet
Newsgroup: de.comm.provider.usenet de.newusers.questions de.newusers.infos
Archive-name: de-newusers/google-poster
Posting-frequency: weekly
Last-modified: 2009-11-10
URL: http://www.fh-flensburg.de/wt/usenet/Hinweise_fuer_Google-Poster.txt
URL: http://www.kirchwitz.de/~amk/dni/google-poster

Hinweis: Der folgende Text ist bevorzugt für Leute geschrieben, die neu
im Usenet sind und seit kurzem über Google posten. Er mag aber auch für
erfahrene Netizen interessante Informationen enthalten.

(Änderungen gegenüber der letzten Version: Punkt 6. überarbeitet)

Lieber Google-Poster,

schön, daß Du das Usenet gefunden hast. Du postest offensichlich über
Google. groups.google.de oder groups.google.com ist ein Archiv, das
Postings aus dem allergrößten Teil des Usenet sammelt. Vielleicht hast Du
noch gar nicht gemerkt, daß Du im Usenet gelandet bist, sondern denkst,
Du befindest Dich in einem Webforum. Dem ist nicht so. Das ist unter
anderem daran zu merken, daß Du eine Gruppe unter de.* nicht einfach so
bei Google einrichten kannst. Wie die Einrichtung funktioniert, kannst
Du durch Lesen von de.admin.infos herausbekommen. Vorher solltest Du aber
aufmerksam de.newusers.infos lesen.

Das Posten über Google hat für Dich und die anderen Leute im Usenet ein
paar Nachteile, die im folgenden aufgezählt werden:

1. Für einige Leser ist der Anteil nicht lesenswerter Postings (um es
mal so auszudrücken), die über Google kommen, so groß, daß sie alle
Google-Postings filtern. Das liegt auch daran, daß Google gern
benutzt wird, um Werbe-Postings o.ä. zu verbreiten. Deswegen hat
Google die Gesamtzahl an Postings, die pro Tag von einem Nutzer sowohl
insgesamt als auch in eine einzelne Gruppe abgesendet werden können,
limitiert. Die Grenze liegt in der Größenordnung 10-20.

2. Google stellt moderierte Gruppen nicht sofort auf moderiert um. Im
Moment ist davon aber keine Gruppe betroffen.

3. Das Sammeln der Postings erfolgt im Vergleich zu anderen Usenet-
Providern relativ langsam. Antworten auf eins Deiner Postings wirst
Du im Vergleich zu anderen Netizens erst einige Minuten später sehen.

4. Bei Google läßt sich die Verschlüsselungsmethode 'ROT13' nicht
unmittelbar dekodieren. Mit Seiten wie http://www.rot13.de läßt sich
das Problem aber umgehen.

5. Google erzeugt selbst durch fehlerhaftes Decodieren und Entfalten
ursprünglich korrekt codierter und gefoldeter Subjects mit Sonderzeichen
scheinbare Subjectänderungen. Scheinbare Subjectänderung durch fehler-
hafte Umlautkodierung bzw. fehlerhaften Zeilenumbruch im Subject
(kodierte Umlaute im Subject führen intern zu besonders langen
Subject-Zeilen) ist so häufig, daß es am sichersten ist, bei selbst
angefangenen Threads auf Umlaute im Subject zu verzichten - das sollte
man auch tun, wenn man über einen Newsreader am Usenet teilnimmt.

Wenn Du IE benutzt, sollte "Ansicht > Codierung > Automatische
Auswahl" immer aktiviert sein. Andernfalls kann es passieren, daß
Deine Postings fehlerhaft codiert werden.

6. Wenn man mal ins Fettnäpfchen getreten ist und ein Posting rückgängig
machen will, macht man dies normalerweise mit der Cancel-Funktion des
Newsreaders. Bei Google geht das, wenn man einen Google Groups-Account
hat. Man muß eingeloggt und für die betreffende Gruppe angemeldet sein.
Dann reicht ein einfacher Klick auf den "Remove/Entfernen"-Link in den
"Options/Optionen anzeigen" des eigenen Postings (gleiche Mailadresse)
aus, um das Posting zu entfernen. Das Posting ist dann (nachdem man
seinen Löschwunsch bestätigt hat) auch sofort weg.

7. Mittels "path preloading" erreichen eine Reihe von Artikeln Google gar
nicht. Auf diese Artikel kann man nicht antworten.

8. Viele Netizens finden Postings, die als Absender nur eine E-Mail-Adresse
tragen, ziemlich blöd. Nicht zuletzt stören die daraus resultierenden
Einleitungszeilen wie "<someone@example.org> schrieb:" - als ob die
E-Mail-Adresse irgendwas geschrieben hätte.

Du solltest stattdessen Deinen richtigen Namen als "Nickname" angeben.
Einen "Nickname" kann man nur auswählen, wenn man "Mitglied" der
Gruppe
ist, ansonsten steht nur die E-Mail-Adresse im "From:". Einer Gruppe kann
man unter <http://groups.google.com/group/<Gruppe>/subscribe> beitreten.
Unter <http://groups.google.com/groups/mysubs> kann zudem der Nickname
für alle abonnierten Gruppen auf einmal geändert werden.

9. Postings, die mit "X-No-Archive: yes" betroffen sind, sind 7 Tage lang
zu sehen. Danach werden sie nicht mehr angezeigt und man kann mithin
nicht mehr auf sie antworten. Es steht bei der Nachricht:

Hinweis: Der Autor dieser Nachricht hat angefordert, dass sie nicht
archiviert werden soll. Diese Nachricht wird aus den Gruppen entfernt
in x Tage (Datum/Uhrzeit).

Wenn Du selbst in die erste Zeile des Textes "X-No-Archive: Yes" schreibst,
geht Google mit dem Posting in der oben beschriebenen Weise um. Der Beitrag
verschwindet dann aber nicht aus dem Netz, sondern wird von Google nicht mehr
angezeigt. Die Leute, die "richtigen" Newszugang haben - siehe Empfehlung,
sehen ihn dennoch.

Auf diese Weise fehlt Google Groups eine Reihe von Artikeln (immerhin etwa
sieben Prozent aller Artikel in de.*, Stand 2003/2004, vgl.
<http://www.iicm.edu/thesis/mpirker.pdf> S. 36).

Außerdem können Autoren ihre Artikel nachträglich entfernen lassen (vgl.
6.).

Schließlich behält sich Google vor, Artikel aus rechtlichen Gründen nicht
anzuzeigen.

10. Google löscht im Betreff führenden Text zwischen zwei eckigen Klammern
(inklusive der Klammern). Wer mit Google auf ein Posting antworten möchte,
sollte deshalb oberhalb des Artikels auf den Link "Optionen anzeigen"
klicken, dann auf "Original anzeigen" und durch Anschauen der Originalansicht
überprüfen, ob der Betreff durch ein sog. /tag/ gekennzeichnet ist und dann
den alten Zustand der Betreffzeile manuell wiederherstellen.

11. Es gibt bei Google ein paar (sog. nicht jugendfreie) Gruppen, die nur gefunden
werden, wenn man sie kennt. Ein Beispiel dafür ist de.soc.subkultur.bdsm.
Unter http://groups.google.de/groups/dir?qÞ.soc.subkultur wird die Gruppe
nicht aufgeführt, aber http://groups.google.de/group/de.soc.subkultur.bdsm
zeigt, daß es die Gruppe gibt.

12. Bei Google ist es nicht möglich, manuell eine Signatur ("-- ")
anzugeben.

13. Bei eingeschaltetem Javascript erzeugt Google Einleitungszeilen der Form
"On 12 Apr., 13:55, Karl Mustermann <karl.must...@example.com> wrote:",
also eine verstümmelte Mailadresse. Wenn Google im laufenden Text etwas
findet, was für eine Mailadresse gehalten werden kann, wird es ebenfalls
verstümmelt.

Empfehlung:

Damit Du das Usenet optimal nutzen kannst, solltest Du Dir also einen
Newsreader installieren  - den für Dich passenden findest Du mit
<http://www.thomas-huehn.de/usenet/newsreaderFAQ.txt>, und Du mußt Dir
dann einen Newsserver suchen, da es nicht möglich ist, auf Google mit
einem Newsreader zuzugreifen. Die Liste von Usenet-Servern im deutsch-
sprachigen Raum findest Du mit <http://newsserverliste.cord.de>.
Wer unbedingt über das Web posten muß, sollte sich einmal
<http://www.newsoffice.de> anschauen. Zum generellen Newslesen ist ein
Webinterface grundsätzlich nur sehr bedingt geeignet, da es langsamer
als ein Newsreader ist und ihm der größte Teil der Darstellungs- und
Filteroptionen eines Newsreaders abgeht.

Viel Spaß im Usenet!

Michael Dahms, mit Dank an Hinweise von Gunther Schmidt, Boris 'pi'
Piwinger, Michael Scheer, Thomas Hühn, Steve Tell, Stefan Ram, Patrick
Schaaf, Marc Haber, Martin Theodor Ludwig, Patrick Borer, Armin Ehrbar,
Swen Sauerwald, Philip Newton, Matthias Wallner, Kari Bonanza, Wolf Ivo
Lademann, Thomas Rachel, Karsten Huppert, Peter Tobias, Oliver Ding,
Michael Heydekamp, Andreas Kohlbach, Raimund Nisius, Bernd Gramlich,
Joachim Pimiskern, Victor Kafke, Kai-Martin Knaak, Ernst Strasser, Sven
Paulus, Uwe Premer, Christian Janoff, Niels Bock, Matthias Fuhrmann,
Martin Schnitkemper, Michael Beiß, David Seppi, Andreas Keppler, Frank
Kalder, Roman Racine, Christoph Schneegans, Thomas Lahn, Marco Schmidt,
Ignatios Souvatzis, Uwe Sinha.

Besonderer Dank an Florian Rehnisch für die grundlegende Analyse der
Google-Archivliste

Crossposting über de.comm.provider.usenet, de.newusers.questions,
de.newusers.infos; Followup-to de.comm.provider.usenet


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