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Re: wie schreibt man Geddi oder Gedi= Patenonkel

Von: Christian Seidl (seidl@indoger.unizh.ch) [Profil]
Datum: 08.10.2008 23:24
Message-ID: <89b70b38-dde9-46aa-aad2-eb4b1f2af63f@e17g2000hsg.googlegroups.com>
Newsgroup: de.etc.sprache.deutsch
On 8 Okt., 23:11, Markus Loch <M...@rkusLo.wegdamit.ch> wrote:

> Aus dem Moselfränkischen kenne ich "Godi", mit langen O, wie in
Ofen.
> Es gibt auch eine männliche Form, kann mich aber nicht mehr
> genau erinnern, möglicherweise "Got". Das Wort würde ich
für das
> besagte Gebiet auf die rote Liste setzen, Stufe 1, aussterbend. (leider)
>
> Auch der Nachname vom Johann Wolfgang Goethe hat den gleichen Stamm.

Ich weiß nicht, woher du das hast, aber diese Interpretation würde nur
dann stimmen, wenn Goethes Familie seit alter Zeit in Frankfurt
ansässig gewesen wäre. Goethes stammen aber aus dem Vogtland und dort
war dieses Wort nicht bekannt.

"Goethe" ist eine Kurzform eines zweigliedrigen Namens mit Vorderteil
"Gott-" (z.B. Gottfried).


> Anders so bei Luther. Die Familie hiess korrekt "Luder", was der
> thüringischen Form von Lothar entspricht. (auch bei Lothar
> ursprünglich keine "t" sondern tie-äitsch Ausprache). Das
erschien
> Martin Luther wohl zu negativ, sodass er sich ein altertümelndes
> "th" statt des "d" zulegte.

Auch das stimmt so nicht: Er hat sich ja nicht einfach plötzlich mit
<t>, sondern mit <th> geschrieben. Und das tat er in Anlehnung an
griechisch "eleutheros" = "frei".

Ch.


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