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Re: Dialekte in Deutschland

Von: Helmut Richter (hhr-m@web.de) [Profil]
Datum: 06.07.2008 21:36
Message-ID: <Pine.LNX.4.64.0807062132190.22270@lxhri01.lrz.lrz-muenchen.de>
Newsgroup: de.etc.sprache.deutsch
On Sun, 6 Jul 2008, Martin Rost wrote:

> Nicht nur. Es liegt vor allem am Klang.
>
> Gegenbeispiel: Ich hatte mal einen Sammelband mit Facsimile-Blättern der
> Münchner Zeitschrift Simplicissimus und erinnere mich an einen Beitrag, wo
> sich über Sachsen und ihre Sprache lustig gemacht wurde. Der war von vor 1914.

Am sächsischen Ausspruch "bloß schade, dass mir geen Dialegt ham" ist
durchaus was dran. Das heutige Standarddeutsch wurde von Luther nach
sächsischem Vorbild geformt, und seitdem ist Sächsisch besonders schlampig
gesprochenes Standarddeutsch und nicht eine selbständige Sprache. Man
merkt das, wenn man von Sächsischen ins Standarddeutsche übersetzt: man
muss zwar die Wörter anders schreiben, aber selten den Satz umbauen oder
ein ganz anderes Wort verwenden. Beim Bairischen beispielsweise ist das
anders.

--
Helmut Richter

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