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Re: Wo ist Bastian Sick, wenn man ihn mal braucht...?

Von: Helmut Richter (hhr-m@web.de) [Profil]
Datum: 08.07.2008 20:33
Message-ID: <Pine.LNX.4.64.0807081236150.9403@lxhri01.lrz.lrz-muenchen.de>
Newsgroup: de.etc.sprache.deutsch
On Tue, 8 Jul 2008, Carsten Thumulla wrote:

> Es war von einem hebräischen Text die Rede.

... der den Namen Jesus, egal ob hebräisch, aramäisch, griechisch, lateinisch
oder deutsch, nicht enthält und daher auch keinen hebräischen, aramäischen,
griechischen, lateinischen oder deutschen Deppenapostrophen an diesem
Wort. Und die Beispiele sehen mir eher aramäisch aus, wenn sie überhaupt
irgendeine Sprache sind. Aber schauen wir uns mal an, was da steht:

Knohl hingegen glaubt, dass es "Hayia" bedeutet, was er mit dem
Imperativ von "Hai" (hebräisch: leben) übersetzt.

Ein interessanter Satz. Wenn Knohl Hebräisch kann, woran ich nicht
zweifle, wird er doch wohl wissen, was auf Hebräisch "leben" heißt
und was
davon der Imperativ ist (nämlich "chaya" bzw. "chaye"). Dann ist
er aber,
nachdem er "glaubt, was es bedeutet", nicht mehr frei nach seinem Gusto zu
übersetzen. Dito fürs Aramäische (dort ist in der Bibel der Imperativ
"cheyi", aber aramäisch wurde so lange Zeit an so vielen Orten gesprochen,
dass andere Dialekte vielleicht auch "chayia" haben). Wenn der
Journalistensatz irgendeine Bedeutung hat, dann vielleicht, dass Knohl
eine Vermutung über ein bislang unbekanntes Wort aufgestellt hat.

Oder es ist Augsteins Geist, der immer noch durch die Spiegelredaktion
weht und für den keine Quelle zu dubios ist, wenn sie nur den
Evangelienberichten widerspricht.

--
Helmut Richter

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